Am (morgigen) Donnerstag müssen sich Tausende Eltern von Kita- und Grundschulkindern um eine alternative Betreuung kümmern: Denn trotz eines ersten Gesprächs mit Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) will die Gewerkschaft Verdi den Druck auf den Senat weiter erhöhen. Sie ruft die rund 7000 Beschäftigten der kommunalen Kitas am 20. Juni 2024, zu einem weiteren Streik auf. Am selben Tag hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin auch die Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulpsychologen zur Arbeitsniederlegung aufgefordert.

Beiden Gewerkschaften geht es um Entlastung und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die in einem Tarifvertrag festgeschrieben werden sollen. Die GEW verlangt bereits seit 2021 einen Tarifvertrag Gesundheitsschutz, in dem Klassengrößen und weitere personelle Unterstützung geregelt werden. Auf diese Weise könnten gesündere Arbeitsbedingungen für die mehr als 34.000 Lehrkräfte und andere Schulbeschäftigte und gleichzeitig eine höhere Unterrichtsqualität erreicht werden, argumentiert die GEW. Es ist bereits der 19. Streiktag zu diesem Thema.

Streikkundgebung vor dem Berliner Abgeordnetenhaus Anfang Juni.
Streikkundgebung vor dem Berliner Abgeordnetenhaus Anfang Juni.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Die Gewerkschaft Verdi fordert mit den Beschäftigten der kommunalen Kitas einen Tarifvertrag, der die kommunalen Kitas sichert und Entlastung schafft. Unter anderem sollen dort Regelungen zur Gruppengröße, zum Ausgleich von Belastungen und für eine bessere Ausbildung festgehalten werden. An dem dreitägigen Warnstreik von Montag bis Mittwoch beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft rund 3000 Beschäftigte, etliche der 280 kommunalen Kitas in Berlin blieben ganz geschlossen.

Berliner Senat lehnt Tarifverhandlungen bislang ab

In beiden Fällen lehnt der Berliner Senat die Gespräche ab und verweist auf die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Ohne deren Zustimmung Berlin keine Tarifverhandlungen im Alleingang vollziehen könne. Dieses Argument lassen allerdings weder die GEW noch Verdi gelten. „Für uns als pädagogische Fachkräfte ist die Blockadehaltung des Senats ein Ausdruck der Respektlosigkeit“, sagt Ulrike Schulz vom Kita-Eigenbetrieb Kindergärten City.

Einige Elterninitiativen, wie zum Beispiel die Elternvertreterinnen der Kita Filandastraße in Steglitz und die Initiative Einhorn sucht Bildung, unterstützen die Forderungen der Beschäftigten der kommunalen Kitas. Der Landeselternausschuss Kita Berlin, der nach eigenen Angaben die Interessen aller Eltern von Kitakindern vertritt, kritisierte den Warnstreik hingegen als unangemessen. Viele Eltern hätten nicht die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit eine alternative Betreuung für ihre Kinder zu organisieren. Verbesserungen an Kitas seien nur langfristig erreichbar und nicht durch „Streikmaßnahmen mit ungewissem Ausgang“.