Dass Berlin ab 2025 bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte eigene Wege gehen will, ist seit der Kündigung des Staatsvertrages für das gemeinsam von Berlin und Brandenburg betriebene Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) im September 2022 klar. Nun steht endlich auch fest, wo das neue Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen seinen Sitz haben wird.
Das neue Landesinstitut zieht am 1. Januar 2025 in einen Teil des neuen Westend Office am Fürstenbrunner Weg 22-30 in Berlin-Charlottenburg, das hat der Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses beschlossen. Das neue Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen liegt verkehrsgünstig am S-Bahn-Ring und in unmittelbarer Nähe zum Autobahnkreuz am Westend.
Qualität des Bildungssystems stärken
„Die Anmietung dieses Gebäudes markiert einen Meilenstein auf unserem Weg zur Verwirklichung des neuen Landesinstituts. An diesem gut gelegenen Ort können wir Schritt für Schritt eine innovative Bildungslandschaft gestalten, die die Weiterentwicklung unserer Lehrkräfte in Fort- und Weiterbildung ermöglicht und somit die Qualität unseres Bildungssystems nachhaltig stärkt“, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).
Auf rund 17.000 Quadratmetern und verteilt über fünf Etagen werden in zahlreichen Seminarräumen auch Co-Working-Spaces und Mediatheken entstehen. Dafür sollen mittelfristig auch das Medienforum, das Zentrum für Sprachbildung Berlin (ZeS) und die iMINT-Akademie in das Gebäude einziehen. Zudem werden auch Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen wie das Leadership.lab und proSchul Teil des neuen Landesinstituts werden.
20 Millionen Euro für das Landesinstitut
Zukünftig wird im Landesinstitut die Lehrkräftebildung über alle drei Phasen – das Studium, den Vorbereitungsdienst und die Berufstätigkeit – hinweg kohärenter, verzahnter und transparenter sein und helfen, zwei zentrale Ziele zu erreichen: die Verbesserung der Schul- und Unterrichtsqualität sowie die Sicherung der Unterrichts- und Ganztagsversorgung, teilte die Bildungsverwaltung mit. Ein Schwerpunkt solle dabei sein, die Basiskompetenzen an den Grundschulen im Lesen, Schreiben und Rechnen zu stärken. Als finanzielle Mittel sind im Jahr 2024 7,5 Millionen Euro und für 2025 knapp 12,5 Millionen Euro angesetzt, die den gesamten Gründungsprozess, die Miet- und Personalkosten abdecken.
Auch Brandenburg bekommt zum 1. Januar 2025 ein neues Landesinstitut für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften mit Sitz in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming). Es soll deutlich mehr Aufgaben bei der Lehrkräftebildung, Unterrichtsentwicklung und der Digitalisierung von Schule und Unterricht übernehmen. Außerdem soll es Modellprojekte und Schulversuche koordinieren und ein landesweites Bildungsmonitoring aufbauen und weiterentwickeln.



