Für den 1. FC Kaiserslautern ist es das größte Spiel seit zwei Jahrzehnten, für Bayer Leverkusen die Chance, nach der Meisterschaft auch den zweitwichtigsten deutschen Titel im Vereinsfußball zu gewinnen. Zum Pokal-Endspiel in Berlin haben beide Vereine für ihre Fans jeweils 23.700 Eintrittskarten erhalten, die bereits vergriffen sind. Die Anhänger des FCK werden ihr Team aus der Ostkurve des Olympiastadions heraus unterstützen, Leverkusens Fans von der gegenüberliegenden Seite rund um das Marathontor aus. Zusätzlich haben sich Anhänger auch mit Karten aus dem Kontingent des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eingedeckt.
DFB-Pokalfinale in Berlin: Lautern-Fans feiern am Breitscheidplatz
Wie beim Pokalfinale üblich, sollen sich die Fans der beiden Vereine in der Stadt möglichst getrennt voneinander auf die Partie einstimmen. Das Fan-Fest für die Anhänger des FCK steigt am Breitscheidplatz, das der Leverkusener am Hammarskjöldplatz in der Nähe der Messe. Das Endspiel ist jedes Jahr auch für die Polizei eine große Aufgabe. Anlässlich des Pokalfinals werden in Berlin rund 1000 Beamte eingesetzt. In der Hauptstadt wird mit rund 30.000 Leverkusenern gerechnet, aus Kaiserslautern und Umgebung werden noch rund 20.000 Anhänger mehr erwartet.

In der ganzen Stadt dominiert vor allem das Rot der Fans aus Kaiserslautern. Lena und Ernst haben die mehr als 500 Kilometer aus Kaiserslautern beziehungsweise Mainz auf sich genommen. Vater Ernst hat Tochter Lena mit dem „FCK-Virus“ angesteckt. „Auch wenn ich inzwischen in Mainz wohne, bleibt der Verbundenheit zum FCK“, sagt Lena. Für Ernst ist es nicht das erste Endspiel. Er war bereits 1972 dabei, als Kaiserslautern das Finale deutlich mit 0:5 gegen Schalke verlor. Heute hofft Ernst auf einen knappen Sieg.

Linda und Peter lassen sich vorm Hertha-Fan-Shop am Breitscheidplatz fotografieren. FCK-Fans haben das Geschäft – das heute geschlossen bleibt – mit Stickern ihrer Mannschaft „verschönert“. „Es muss ein Wunder passieren, damit wir gewinnen. Aber Wunder kann der FCK“, sagt Peter. Der kommt aus Neustadt an der Weinstraße. Deswegen gibt es heute auch Wein statt Bier zum Fußball.
Leverkusen-Fans am Brandenburger Tor und an der Messe
Am Brandenburger Tor sind die Fußballfans in der Unterzahl. Constanze, Sarina, Jana und Markus nutzen die Zeit vor dem Spiel für ein wenig Kulturprogramm. Für die Remscheider ist der Besuch in der Hauptstadt etwas ganz Besonders. Constanze und Markus sind seit 30 Jahren Dauerkarteninhaber. „Das Spiel heute Abend ist auf jeden Fall in den Top 10 der größten Spiele, auf denen wir waren“, sagt Markus.

Die Fans von Bayer Leverkusen bringen sich auf dem Fanfest am Hammarskjöldplatz in Stimmung. Die Vorfreude steigt minütlich. Der Platz hat sich inzwischen gut gefüllt, auch wenn die Lautern-Fans auf den ersten Blick heute lauter und in der Überzahl sind.

Maria, Jasmin, Lea, Sandy und Lea sind aus Leverkusen nach Berlin gekommen. Sie tippen auf einen hohen Sieg für ihre Mannschaft. Das Fanfest am Hammarskjöldplatz finden sie grundsätzlich gelungen. „Aber es könnte etwas mehr Schatten geben“, sagt Lea.

FCK-Fans überkleben Hertha-Fanshop
Das wird Anhängern der „Alten Dame“ gar nicht schmecken: Fans des 1. FC Kaiserslautern haben vor Beginn des Pokalfinals einen Hertha-Fanshop mitten in Berlin am Breitscheidplatz mit Dutzenden FCK-Stickern überklebt. Auf X (ehemals Twitter) ist zu sehen, dass Aufkleber des Pfalzklubs die gesamte Glasfront des Ladens zieren.
Pokalfinale in Berlin: Polizei mit Panne in Anrainerinformationen
Der Berliner Polizei unterlief indes in der Vorbereitung eine Panne: In der Anrainerinformation, in der die Behörde über das Pokalfinale und die damit verbundenen Einschränkungen informierte, wurden die falschen Finalteilnehmer abgedruckt. Wie ein Bild, das beim Kurznachrichtendienst X veröffentlicht wurde, zeigt das Schreiben die Logos der letztjährigen Finalisten Eintracht Frankfurt und RB Leipzig.
Anhänger sorgt für Aufsehen: Leverkusen-Fan als Heiliger unterwegs
Die Fans von Bayer Leverkusen sind nicht nur in Trikots unterwegs. Ein Anhänger, der bereits Stunden vor Anpfiff am Olympiastadion unterwegs ist, verkleidete sich als „Bayer-Heiliger“ mit Bischofsmütze und großem Bayer-Kreuz.
Anreise zum Olympiastadion, Live-Übertragung im Fernsehen, Public Viewing – die wichtigsten Infos zum DFB-Pokalfinale zwischen Leverkusen und Kaiserslautern finden Sie hier in der Übersicht:
Anreise zum Olympiastadion
Der Deutsche Fußballbund (DFB) empfiehlt die Anreise zum Olympiastadion mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das Stadion öffnet um 17 Uhr. Laut DFB soll es am Spieltag eine Taktverdichtung für alle S-Bahnen und U-Bahnen geben. Für die Fans des 1. FC Kaiserslautern bietet sich die Anreise vom Breitscheidplatz mit der U2 (Richtung Ruhleben) bis zur Haltestelle U-Bahn Olympia-Stadion an. Die Leverkusen-Fans können die S-Bahn (S3 und S9) nutzen – und zwar bis zur Haltestelle Olympiastadion.
Für Daheimgebliebene
Wer nicht mit nach Berlin fährt, kann die Partie (Anstoß 20 Uhr) im Fernsehen bei ARD und Sky sehen. In Leverkusen und Kaiserslautern werden zudem Public-Viewing-Veranstaltungen angeboten. Im Leverkusener Neuland-Park ist dafür für rund 7000 Menschen Platz. Die Partie wird auf einer 6 × 4 Meter großen LED-Wand gezeigt. In Kaiserslautern können Fans das Finale auf dem Stiftsplatz gemeinsam verfolgen. Aus Sicherheitsgründen sind maximal ebenfalls 7000 Personen zugelassen.
Prominenter Fan

Der in Kaiserslautern geborene Sänger Mark Forster (41) drückt seinem Lieblingsverein im DFB-Pokalfinale die Daumen – einen Sieg des 1. FC Kaiserslautern erwartet er aber nicht. „Bayer Leverkusen hat zumindest in der Bundesliga alles rasiert, was man rasieren kann. Und ich glaube schon, die haben jetzt richtig Bock auf das Double“, sagte Forster. „Es gibt eine minimale Resthoffnung in mir, dass eine kosmische Fügung dazu führen könnte, dass der FCK das irgendwie schafft. Aber eigentlich spricht wirklich alles dagegen.“
Forster wird nicht im Olympiastadion sein, denn er feiert am Abend seinen Tour-Abschluss in Wien. „Ich ärgere mich da sehr drüber, dass ich leider das DFB-Pokalfinale nicht bei meiner Tour-Planung berücksichtigt habe. Das heißt, ich werde große Teile des Spiels gar nicht mitkriegen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich in Wien jemand dafür interessiert, wer den deutschen Pokal gewinnt.“ Auf der Bühne stehe aber ein kleiner Monitor, auf dem das Spiel laufen soll. dpa/BM


