Wenige Stunden nach Wiederaufnahme der Produktion hat Tesla-Chef Elon Musk die Gigafactory in Grünheide besucht. Der Unternehmer landete am Mittwochvormittag am Hauptstadtflughafen BER, fuhr weiter auf das Werksgelände und wurde dort von mehreren Tausend Beschäftigten freudig begrüßt.
Als Musk die Bühne in einem aufgebauten Versammlungszelt auf dem Werksgelände betrat, empfing ihn die Menge mit Jubel und „Elon“-Rufen. In seiner Rede rief er den Beschäftigten zu: „They can‘t stop us!“ (dt.: „Sie können uns nicht stoppen!“). Dabei trug er seinen Sohn mit dem Namen X Æ A-12 auf den Schultern. Damit löste Musk mit Verspätung eine Ankündigung aus dem Jahr 2020 ein. Bei einem damaligen Werksbesuch sagte er schmunzelnd vor Journalisten, dass er in ein paar Monaten mit seinem Sohn kommen werde.
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Tesla-Chef Musk bekennt sich zu Ausbauplänen
Die Autoproduktion war am Mittwochmorgen wieder angelaufen. Die erste Frühschicht seit dem Vorfall erschien am Morgen zum Dienst, wie es hieß. Nach einem linksextremistischen Anschlag auf die Stromversorgung der Fabrik hatte sie zuvor eine Woche lang still gestanden. Die Schadenssumme für den einwöchigen Produktionsausfall hatte Tesla mit mehreren Hundert Millionen Euro angegeben.
Trotz der Probleme will Tesla weiter an seinen Erweiterungsplänen in Grünheide festhalten. Auf die Frage eines Journalisten sagte Firmenchef Musk: „Ja, absolut. Ich glaube, das ist ein toller Ort.“ Mit der Erweiterung soll die Produktionskapazität der Fabrik im nächsten Schritt auf eine Millionen Fahrzeuge im Jahr steigen. Im vergangenen Jahr sollen in der Gigafactory rund 200.000 Elektroautos produziert worden sein.
Elon Musk in Grünheide: Die besten Bilder
Nach Musk sprach auch Werksleiter André Thierig vor der Belegschaft. „Wir halten alle zusammen“, rief er den versammelten Beschäftigten vor dem Werk zu. Außerdem stellte der Werksleiter Lohnerhöhungen in Aussicht. „Auf jährliche Gehaltsanpassungen könnt ihr euch verlassen“, sagte Thierig. Ein Tarifvertrag sei nicht nötig. Er versprach ein Bonussystem und betonte: „Ihr leistet Großes.“
Laut IG Metall bekommen Tesla-Beschäftigte etwas weniger als Angestellte anderer Autofabriken in Ostdeutschland. In der kommenden Woche sind die derzeit rund 12.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Betriebsratswahlen aufgerufen.
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Die Mitarbeiter seien froh über die Wiederaufnahme der Produktion, sagte die Betriebsratsvorsitzende Michaela Schmitz, im RBB-Inforadio. Sie könne große Erleichterung bei den Angestellten spüren. „Die Leute freuen sich, wieder zur Arbeit kommen zu können.“
Allerdings waren einige Beschäftigte vor den Werkstoren der Fabrik auch nicht total unglücklich über die arbeitsfreie Woche. Vom Besuch des Tesla-Chefs fühlten sich einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestärkt. Der Besuch gilt vielen als Bekenntnis zum Standort in Grünheide.
Sie sei „stolz“ die Tesla-Arbeitskleidung zu tragen, berichtetet eine Tesla-Mitarbeiterin nach der Rede von Musk. Seit dem Anschlag gebe es in der Belegschaft „noch mehr Zusammenhalt“. Dennoch frage sie sich: „Warum ist der Hass auf Tesla so groß?“
Tesla: Anschlag hat Vertrauen gekostet
Nach seiner Rede vor der Belegschaft traf sich Musk mit den Regierungschefs aus Brandenburg und Berlin, Dietmar Woidke (SPD) und Kai Wegner (CDU). „Wir haben auch über den Anschlag auf den Strommast gesprochen, der zur Unterbrechung der Produktion geführt hat“, schrieb Woidke am Mittwoch auf dem Portal Instagram. „Wir sind uns einig, dass es sich hierbei um einen terroristischen Akt gegen uns alle gehandelt hat. Denn dieser richtete sich eindeutig gegen den Wirtschaftsboom in Brandenburg und damit auch gegen die neuen Arbeitsplätze, die durch das Werk entstanden sind.“
Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte nach dem Anschlag betont, dass viel Vertrauen verspielt worden sei. Auch nach Ansicht des Ministers seien aber keine negativen Folgen für die Ansiedlung absehbar.
Bisher unbekannte Täter hatten am Dienstag vergangener Woche (5. März 2024) auf einem Feld in Ostbrandenburg Feuer an einem frei zugänglichen Strommast gelegt, der Teil der Stromversorgung der Autofabrik in Grünheide ist. Die linksextreme Vulkangruppe erklärte, sie sei für den Anschlag verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.
Ganz in der Nähe der Fabrik protestieren weiterhin Umweltaktivisten gegen die geplante Erweiterung des Tesla-Werks. Die Polizei duldet das Protestcamp mit Baumhäusern vorläufig bis Freitag (15. März). Mit der Besetzung seit Ende Februar will die Initiative „Tesla stoppen“ eine Rodung des Waldstücks im Zuge einer Erweiterung des Werksgeländes verhindern. Die Initiative gab an, sie habe mit dem Anschlag nichts zu tun. (mit dpa)










