Easyjet wächst wieder am Flughafen BER. Die Fluggesellschaft will zum Sommerflugplan ab 31. März zusätzliche Flüge mit einer Kapazität von 200.000 Sitzplätzen am BER anbieten. Das kündigte Stephan Erler, Deutschland-Chef der britischen Airline, am Dienstag auf der Reisemesse ITB an. Auf einigen Strecken erhöht die Airline die Frequenz. Es kommen aber auch fünf neue Direktflugziele dazu.

Neue Flugverbindungen gibt es bei Easyjet bald nach Birmingham, Toulouse, Salerno, Izmir und Antalya. Dazu verstärkt die Airline Verbindungen in die Schweiz. Mehrmals täglich soll es nun nach Basel gehen. Außerdem will die Fluggesellschaft zusätzliche Flüge nach Zürich und Genf anbieten. Darüber hinaus will die Airline Verbindungen nach Kopenhagen, Bordeaux, Paris, Nizza und Rom aufstocken.

Ein Teil der neuen Flugverbindungen richtet sich laut Erler an Geschäftsreisende. Dabei verwies der Easyjet-Manager auf das nach Corona wieder stärkere Messegeschäft in der Hauptstadt Auch im Tourismus sei eine Nachfrage zu merken gewesen, betonte der Easyjet-Manager. „Wir bieten am BER nun 55 Ziele an“, berichtete Erler.

Easyjet von einstiger Größe am BER weit entfernt

Allerdings bleibt das Wachstum von Easyjet am BER noch recht überschaubar. Wie Erler auf Nachfrage berichtet, biete Easyjet im Sommerflugplan am BER insgesamt rund vier Millionen Sitzplätze an. Es kommen also nur rund 5 Prozent dazu. Es werden auch keine neuen Flugzeuge am BER stationiert. Die Flüge nach Birmingham kommen etwa deswegen zustande, weil Easyjet dort eine neue Basis etablieren will.

Von der einstigen Größe am BER ist die britische Fluggesellschaft noch immer weit entfernt. Die Airline ist seit 20 Jahren am BER vertreten. Vor etwa fünf Jahren hatte Easyjet am BER noch 34 Flugzeuge stationiert. Dann kam Corona. In der Folge ließ die Airline ihren Flugplan am BER stark zusammenstreichen. Heute sind es nur noch elf. Rund 700 Beschäftigte hat Easyjet aktuell noch in Berlin. Dazu gehören rund 100 Beschäftigte im Wartungs-Hangar am BER. Dort lässt die Airline einen großen Teil der europäischen Easyjet-Flotte warten.

BER-Chefin sieht noch mehr Potenzial

BER-Chefin Alletta von Massenbach hofft nun auf einen Trend. Im vergangenen Herbst hatte Eurowings angekündigt, mehr Flüge am BER anbieten zu wollen. „Ich sehe noch mehr Potenzial“, betonte die Flughafenchefin am Dienstag auf der Reisemesse ITB. Sobald mehr Flugzeuge auf den Markt kämen, könne der BER profitieren. Zuletzt konnten große Flugzeugbauer wie Airbus die hohe Nachfrage kaum bedienen. Kostensensitive Airlines wie Ryanair und Easyjet setzten ihre Flieger zuletzt lieber an günstigeren Standorten im Ausland ein.

Dass die relativ hohen Standortkosten am BER weiterhin ein Problem seien, betonte Erler am Dienstag erneut. Zwar seien die Flughafenentgelte am BER zuletzt nicht weiter gestiegen, sagte Erler. Dafür steige aber nun die Luftverkehrssteuer. Das hatte die Bundesregierung kürzlich beschlossen. Sie soll ab Mai um etwa ein Fünftel angehoben werden. Passagiere müssen dann mit höheren Ticketpreisen rechnen.

Zu wenig Flüge am BER: Berlins Tourismusbranche leidet

Unzufrieden mit der Entwicklung am BER zeigte sich zuletzt auch die Berliner Tourismusgesellschaft Visit-Berlin. Für Geschäftsführer Burkhard Kieker ist der zusammengestrichene Flugplan am BER der Hauptgrund für mäßige Entwicklung der Tourismuszahlen in der Hauptstadt. Zuletzt verzechnete Berlin noch immer weniger Besucherinnen und Besucher als im Vor-Corona-Jahr 2019. Andere Touristenstädte in Europa sind bei den Übernachtungszahlen längst wieder auf Vorkrisenniveau.

Zur Ankündigung von Easyjet auf der ITB war auch Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) gekommen. „Das ist gut für unseren Flughafen BER und für die gesamte Metropolregion Berlin-Brandenburg“, betonte sie dort. Die Wirtschaftssenatorin setzt sich seit einigen Monaten verstärkt für mehr Flugverbindungen am BER ein. So fordert die SPD-Politikerin etwa auch eine Landelizenz für die Airline Emirates am BER.

Die Airline ist interessiert an einer Flugverbindung zwischen Dubai und Berlin. „Wir glauben, dass wir dem BER einen Mehrwert bringen können“, betonte Adnan Kazim, Vizepräsident der Airline, am Rande der ITB gegenüber der Morgenpost. Vom Drehkreuz in Dubai fliege Emirates beispielsweise täglich fünf Mal nach Bangkok, berichtete Kazim

Emirates verbindet aktuell die Flughäfen Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf mit Dubai. Der Bund will bislang keine weitere Landelizenz herausrücken. Kritiker sagen, damit soll die Lufthansa geschützt werden.

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