- Heute kommt es erneut zum Streik im öffentlichen Nahverkehr – auch in Berlin
- BVG, S-Bahn, ODEG: Welche Bereiche sind wann betroffen?
- Einige S-Bahnen fahren trotzdem. Hier finden Sie den „Notfahrplan“
Aufgrund des Warnstreiks bei der Deutschen Bahn haben am Freitagmorgen deutlich mehr Menschen die Verkehrsmittel der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) genutzt. Die BVG teilte mit, im morgendlichen Berufsverkehr eine deutlich stärkere Nachfrage verzeichnet zu haben als an normalen Wochentagen. Besonders viele Fahrgäste nutzten demnach die BVG-Linien, die parallel zu den bestreikten S-Bahn-Verbindungen verlaufen.
Durch die erhöhte Nachfrage sei es bei Bus und Straßenbahn zwischenzeitlich zu Verspätungen von 10 bis 15 Minuten gekommen. Nach Ende des Berufsverkehrs hätten sich die Auswirkungen laut BVG wieder normalisiert. Die BVG ist nicht direkt von der Arbeitsniederlegung der Lokführergewerkschaft (GDL) betroffen. Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen fahren also. Die BVG hatte jedoch bereits vor Beginn des Warnstreiks vollere Fahrzeuge und längere Wartezeiten angekündigt.
Warnstreik bei der Deutschen Bahn: Das ist der Notfahrplan bei der S-Bahn
Für Fahrgäste in Berlin ist es wenige Tage vor Weihnachten ein echtes Ärgernis: Seit dem späten Donnerstagabend läuft der zweite bundesweite Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL - mit Betriebsbeginn am frühen Freitagmorgen sind seine Auswirkungen besonders spürbar. „Im gesamten Fern- und Regionalverkehr kommt es zu massiven Beeinträchtigungen durch den GDL-Streik“, teilte die Bahn am Morgen mit. „Der Notfahrplan für den DB-Personenverkehr ist angelaufen.
Bundesweit wird mit erheblichen Einschränkungen im Verkehr der Deutschen Bahn gerechnet. Besonders betroffen ist die Hauptstadt, wo die S-Bahn Berlin die Hauptlast des öffentlichen Nahverkehrs trägt. Die Bahn empfehlt allen Fahrgästen weiterhin, auf Reisen am Freitag besser zu verzichten oder die Fahrt zu verschieben. Lediglich auf vier S-Bahn-Linien seien Züge am Freitag im 20-Minuten-Takt unterwegs, um vor allem Außenbezirke an die Berliner Innenstadt anzubinden, hieß es. Dabei handelt es sich um die S3 (Erkner-Ostbahnhof), die S46 (Königs Wusterhausen-Schöneberg), S5 (Strausberg Nord-Ostbahnhof) und die S9 (Friedrichstraße-Flughafen BER T1-2).Welche Berliner Verkehrsmittel sind heute von dem Streik außerdem betroffen?
Streik in Berlin: S-Bahn, BVG, ODEG – wer fährt? Der Überblick
| Bereich | Auswirkungen |
| S-Bahn Berlin | Streik, massive Beeinträchtigungen |
| BVG (U-Bahn, Tram, Bus) | kein Streik, regulärer Verkehr, hohe Auslastung erwartet |
| Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn | Streik, massive Beeinträchtigungen |
| Regionalverkehr der ODEG | Einschränkungen |
Die S-Bahn Berlin schreibt auf ihrer Website: „Wir erwarten während des Streiks von Donnerstag (7.12.) 22 Uhr bis einschließlich Freitag (8.12.) 22 Uhr massive Beeinträchtigungen des S-Bahn-, Regional- und Fernverkehrs der DB. Es kann auch vor und nach dem Streik zu Einschränkungen kommen. Bitte nutzen Sie in der Zeit alternative Verkehrsmittel.“ Die Deutsche Bahn ergänzt auf ihrer Homepage: „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt.“
S-Bahn Berlin mit „Notfahrplan“ – Diese Linien fahren trotz Streik
Die Berliner S-Bahn hat einen „Notfahrplan“ aufgesetzt. Folgende Linien sollen am Freitag im 20-Minuten-Takt bedient werden:
- S3 Erkner–Ostbahnhof*
- S46 Königs Wusterhausen–Schöneberg
- S5 Strausberg Nord–Ostbahnhof*
- S9 Friedrichstraße–Schöneweide–Flughafen BER T1-2
* S3 und S5 fahren am 8.12. ab ca. 21 Uhr bis Streikende 22 Uhr jeweils nur noch im 40-Minuten-Takt.
Der planmäßige Schienenersatzverkehr (wegen laufender Bauarbeiten) fährt auch während des Streiks:
- Bus S2X: Blankenfelde Priesterweg (Halt nur an ausgewählten Bahnhöfen, diese Linie fährt Montag bis Freitag, 5 bis 21 Uhr und Samstag, 8 bis 21 Uhr)
- Bus S2A: Blankenfelde Priesterweg
- Bus S2B: Lichtenrade Lankwitz
Zusätzlich verkehren mehrfach in der Stunde Busse als Ersatzverkehr auf folgenden Strecken:
- Bus S25 Nord: Hennigsdorf – Tegel (Halt an allen S-Bahnstationen, Übergang zum Ersatzverkehr der U6 möglich)
- Bus S25 Süd: Teltow Stadt – Lichterfelde Ost (Halt an allen S-Bahnstationen)
Deutsche Bahn: Im Regionalverkehr können „einzelne Züge“ fahren
Für den Regionalverkehr erklärt die Deutsche Bahn, dass Zugausfälle und die gegebenenfalls noch möglichen Fahrten ab Donnerstag gegen 14 Uhr in den Fahrplanauskunftssystemen enthalten sein sollen. „Diese werden ständig aktualisiert“, heißt es. Voraussichtlich können auf manchen Linien „einzelne Züge“ fahren, erklärt die DB Regio Nordost weiter. Das gilt etwa für den Flughafenexpress (FEX), die Linien RE2, RB10 und RB14, die allerdings nur zwischen Nauen und Spandau fahren, oder die RE4, die von Rathenow nach Spandau fährt.
BVG und ODEG: Kein Streik, dennoch Einschränkungen erwartbar

Die Verkehrsmittel der Berliner Verkehrsmittel (BVG) sind vom Streik der GDL nicht betroffen. Heißt: U-Bahn, Tram und Bus fahren heute und morgen regulär. Ein Großteil der S-Bahn-Fahrgäste dürfte allerdings auf die Verkehrsmittel der BVG ausweichen; es wird also deutlich voller werden als sonst.
Auch bei der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) wird nicht gestreikt, im Regionalverkehr fahren so etwa die wichtigen Pendlerlinien RE1 und RE8. Dennoch warnt das Eisenbahnunternehmen, dass es zu „Störungen und Unregelmäßigkeiten im Betriebsablauf auf allen Linien“ kommen könne, weil die Odeg die Infrastruktur der DB Netz AG nutzt.
Lesen Sie auch: Deutsche Bahn: Warnstreik bis Freitag
Bahn-Streik: Zugausfälle, Verspätung – Wann startet der Ausstand in Berlin?

Im Personenverkehr startet der Bahn-Streik am Donnerstag, 22 Uhr. Angekündigt ist ein 24-stündiger Warnstreik, der am Freitagabend um 22 Uhr enden soll. Schon vorab ist mit streikbedingten Einschränkungen zu rechnen. Auch nach Ablauf des Streiks wird der Verkehr nicht sofort wieder regulär laufen. Die Auswirkungen des Streiks dürften bis in die Nacht zu Samstag spürbar sein.
Nicht nur Fahrgäste trifft der Streik, auch die Wirtschaft kämpft mit den Auswirkungen. „Für die Unternehmen in der Hauptstadtregion entsteht so ein Schaden in Millionenhöhe“, sagt Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Immerhin: Im restlichen Jahr sowie der ersten Januarwoche stehen Fahrgästen wohl keine weiteren Streiks bevor.
(jha/bee/dpa)
Auch interessant: Bahnstreik: Das sind Ihre Rechte als Fahrgast


