Wie viele Parkplätze gibt es innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings, wie viele Lieferzonen existieren und auf wie vielen Stellplätzen können Elektrofahrzeuge geladen werden? All diese Fragen werden nun mit einer neuen Karte der Senatsverkehrsverwaltung auf der Internetseite https://viz.berlin.de/verkehr-in-berlin/parken/parkraumkartierung/ beantwortet. Bei einem Forschungsprojekt wurde der Straßenraum mithilfe von Scan-Fahrzeugen, also Autos, die über Kameras verfügen, erfasst. Die Ergebnisse werden jetzt in einer Karte „zentimetergenau“ angezeigt, wie es heißt, und dazu mit Informationen zur Parkgebühr oder zeitweisen Parkverboten versehen.

Fast eine Viertelmillion Parkplätze in der Berliner Innenstadt
Fast eine Viertelmillion Parkplätze in der Berliner Innenstadt© BM Infografik | cs/BM

Das Scannen des Straßenraums hat ergeben, dass innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings existieren 229.680 öffentliche Straßenparkplätze existieren. Die Gesamtfläche summiert sich damit auf 2.644.608 Quadratmeter beziehungsweise 264 Hektar. Zur Einordnung: Das entspricht gut 370 Fußballfeldern, das Tempelhofer Feld kommt auf 300 Hektar Fläche.

Parkplätze in Berlins Innenstadt: 0,3 Prozent mit E-Ladesäulen ausgestattet

Etwas mehr als die Hälfte der Parkplätze werden bewirtschaftet, also knapp 125.000. Die Anzahl von Parkplätzen, die für mobilitätseingeschränkte Personen reserviert ist, ist dagegen deutlich geringer: Laut Senatsverkehrsverwaltung sind das insgesamt 2010 Parkplätze, also ein Anteil von knapp 0,9 Prozent. Für den Wirtschaftsverkehr stehen 1554 Ladezonen bereit, die in der Regel aber mehrere Stellplätze umfassen. Das Laden von Elektrofahrzeugen ist auf 689 Parkplätzen möglich, diese machen damit etwa 0,3 Prozent aller öffentlichen Straßenparkplätze aus.

Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) betont, dass die Parkraumbewirtschaftung in Berlin positive Effekte gebracht hat. „Die Luftqualität hat sich in Berlin in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das ist ein Verdienst des Berliner Luftreinhalteplans und seiner Maßnahmen - auch der Parkraumbewirtschaftung“, so Schreiner. Mit den neuen Daten solle der Diskurs über das Parken „versachlicht“ werden. „Wir können nun innerhalb weniger Sekunden erfahren, wie viele Parkplätze in einem Kiez existieren. Bislang waren hierfür Zählungen vor Ort notwendig“, sagt sie.

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Bei der Karte für den Bereich innerhalb des S-Bahn-Rings soll es aber nicht bleiben. Eine Übersicht über das restliche Berliner Stadtgebiet soll voraussichtlich 2024 zur Verfügung stehen, kündigt die Verkehrsverwaltung an. Zudem laufen in Teilgebieten der Bezirke Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg weitere Analysen. Dabei soll untersucht werden, welche Effekte die Einführung von Parkzonen hat. Im Sommer hieß es aus der Senatsverwaltung, dass dabei bis zu neun Parkzonen genauer betrachtet werden sollen, zum Beispiel zu Aspekten wie der Auslastung des Parkraums, der Anzahl kiezfremder Fahrzeuge, die dort abgestellt werden, oder Falschparkern. Auch hier ist laut Verwaltung mit Ergebnissen im Jahr 2024 zu rechnen.

Senat will kostenloses Parken für Schichtdienstler erleichtern

Der Berliner Senat hat sich am Dienstag auch mit Parkerleichterungen für Menschen beschäftigt, die in der Daseinsvorsorge oder systemrelevanten Berufen im Schichtdienst arbeiten. Sie sollen in den Parkzonen, in denen sich ihr Arbeitsplatz befindet, kostenlos parken können, wenn ein Fünftel ihrer Arbeitsschichten im Monat in der Zeit von 22.30 bis 6.30 Uhr beginnt oder endet. Unter die Berufsgruppen, für die die Erleichterung gelten soll, fallen etwa Mitarbeitende von Feuerwehr, Polizei, Justiz und Pflegediensten. Dazu kommen Schichtarbeiter aus den Bereichen Müllabfuhr, sowie der Gas-, Wasser-, Elektro- oder Lebensmittelversorgung, wenn sie zu den entsprechenden Zeiten arbeiten. Das geschieht unter anderem mit Blick darauf, dass der öffentliche Nahverkehr nachts und am frühen Morgen oft eingeschränkter verkehrt als tagsüber.

Schreiner wies in der Pressekonferenz nach der Senatssitzung darauf hin, dass die Möglichkeit für kostenloses Parken nicht völlig neu sei, das Verfahren aber vereinfacht und vereinheitlicht werden soll. Den Plänen nach soll es etwa möglich werden, dass Anträge vom Arbeitgeber im Block für seine Mitarbeitenden gestellt werden. Auch Menschen, die in Brandenburg wohnen, aber im Schichtdienst in Berlin arbeiten, sollen von den Erleichterungen profitieren können. Die CDU-Politikerin sprach dabei „von einem Zeichen der Wertschätzung gegenüber Menschen, die dafür sorgen, dass unsere Stadt funktioniert“. Genehmigungen für kostenloses Parken sollen für bis zu zwei Jahre ausgestellt werden.

Für Anwohner drohen bald höhere Parkkosten

Als nächstes soll sich der Rat der Bürgermeister aus den Bezirken mit dem Thema beschäftigen. Ab wann die neue Regelung gilt, lässt sich Schreiner zufolge noch nicht sagen. Ziel sei ein Beschluss zum Anfang des nächsten Jahres. Es sei auch nicht möglich, seriös einzuschätzen, für wie viele Beschäftigte das Angebot infrage komme. Sie gehe aber davon aus, dass es auf jeden Fall mehr sein würden als bisher, sagte die Verkehrssenatorin.

Dagegen könnte das Parken für Anwohner bald teurer werden. „Wir beschäftigen uns gerade mit dem Thema“, sagte Schreiner am Dienstag. Bisher kostet ein für zwei Jahre gültiger Bewohnerparkausweis 20,40 Euro. Die Summe solle angehoben werden, so Schreiner „In welcher Höhe, da sind wir im Moment dabei zu entscheiden.“ Der rot-grün-rote Vorgängersenat hatte angedacht, die Kosten auf 120 Euro pro Jahr zu erhöhen. So stark wird der Preis Schreiner zufolge aber wohl nicht angehoben.