Spektakel

Helene Fischer kommt mit einer Supershow nach Berlin

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Fischers fliegender Zirkus: Die Schlagerkönigin auf der Balancierstange bei Ihrem Auftritt in Hamburg. Begleitet wird sie diesmal vom Cirque du Soleil.

Fischers fliegender Zirkus: Die Schlagerkönigin auf der Balancierstange bei Ihrem Auftritt in Hamburg. Begleitet wird sie diesmal vom Cirque du Soleil.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Deutschlands Schlagerkönigin gastiert ab Dienstagabend mit ihrer „Rausch“-Tournee in der Mercedes Benz-Arena. Noch gibt es Tickets.

Berlin. Jetzt kommt Besuch von ganz oben: Die unangefochtene Schlagerkönigin Helene Fischer gibt in Berlin ein ausgedehntes Gastspiel. Mit ihrer spektakulären Mixtur aus Musik und Artistik gastiert sie vom heutigen Dienstag an bis Sonntag in der Stadt. Bei den Konzertkassen der Stadt waren am Vormittag keine Karten mehr zu haben. Lesen Sie auch unsere Konzertkritik: Helene Fischer in Berlin: Akrobatik, Schlager und große Show

Seit dem Morgen warteten vor dem Veranstaltungsort, der Mercedes-Benz Arena in Friedrichshain, bereits eine Reihe Fans. Teils auf Klappstühlen und mit Getränken ausgerüstet, bezogen sie vor der Halle Position, wegen des Sonnenscheins in den schützenden Schatten des Gebäudes zurückgezogen. Helene-Songs waren zu hören, manche veranstalteten ein improvisiertes Picknick.

Helene Fischer in Berlin: Die Super-Fans kamen schon um 9 Uhr

Die ersten vor Ort waren natürlich die Super-Fans. Um 9 Uhr erschien etwa Manuel Grossholdermann. Der 37-Jährige war eigens aus Wesel in Nordrhein-Westfalen angereist. „Ich bin über eine Freundin auf sie aufmerksam geworden“, sagte er. „Erst war ich nicht überzeugt, aber dann habe ich sie mir intensiv angehört und dann hat es halt gefunkt.“ Einmal habe er ihr die Hand gegeben. „Das war ein ganz besonderer Moment in meinem Leben“, so Grossholdermann. „Wenn sie auf der Bühne steht, einem einen Blick zuwirft – das sind so Momente, die gehen unter die Haut.“

"Helene Fischer bedeutet mir alles, ich liebe sie wahnsinnig"

Der Berliner Frank Dürkoop sagte: „Helene Fischer bedeutet mir alles, ich liebe sie wahnsinnig. Wenn ich schlechte Laune oder einen schlechten Tag habe, brauche ich nur ihre Musik anzumachen und fühle mich sofort besser.“ Zehn Auftritte habe er von ihr schon erlebt. Dennoch war der 50-Jährige auch diesmal sicher: „Ich werde auf dem Konzert vermutlich durchdrehen. Jetzt bin ich noch ganz ruhig und entspannt. Aber wenn es dann soweit ist: Dann wird es wirklich krass.“

Auf der Webseite der Mercedes-Benz Arena war zumindest für Freitag noch ein Besuch mit gehobenem Konzertservice zu buchen. Für 249 Euro wird dafür mehr geboten als nur der Steh- oder Sitzplatz. So erhalten Fans Zugang zur gesonderten Lounge, im Ledersessel gibt es etwas zu essen und zu trinken, Parken und Garderobe sind kostenlos.

Helene Fischer spielt von Dienstag bis Sonntag in Berlin

Die Zuschauer in Berlin erwartet dabei ein Rückblick auf Fischers Karriere. Gut zwei Dutzend Songs stehen auf dem Programm. Darunter Hits wie „Atemlos durch die Nacht“ von 2013, „Achterbahn“ und „Phänomen“, zudem Stücke vom jüngsten Album „Rausch“.

Schöne Erinnerungen verbinden viele in Berlin mit ihrem Erfolgslied „Atemlos durch die Nacht“. Das hatte Fischer im Juli 2014 auf der Fanmeile zur Fußball Weltmeisterschaft am Brandenburger Tor gesungen – unterstützt von Tausenden auf der Straße und den Männern des deutschen Teams auf der Bühne, die soeben Weltmeister geworden waren. Weniger schön fällt der Rückblick auf den Juli 2015 aus. Im Olympiastadion musste Fischer wegen eines Gewitters vorzeitig abbrechen. Den Fans entgingen 20 Minuten ihrer üblichen Show.

Zum ganz großen Erlebnis wird die Show der 38-Jährigen dank der Zusammenarbeit mit dem weltweit umtriebigen Cirque du Soleil. Während der gut 70 Auftritte ihrer Tour singt, tanzt und parliert Fischer nicht nur. Vielmehr wird sie während der Stücke auch zum Teil der Artistik-Einlagen um sie herum.

Helene Fischer bleibt immer länger an einem Ort

Obwohl ausgebildete Musicaldarstellerin, überstieg sie damit ein wenig ihre Belastungsgrenze. Bei Proben hatte sie sich einen Rippenbruch zugezogen. Der Tourauftakt im März in Bremen war deshalb verschoben worden. Los ging es einen Monat später in Hamburg.

Wo eine Millionenproduktion auf die Bühne kommt, muss selbst ein Großstar wie Fischer genau rechnen. So fährt sie nicht wie andere Künstler im Tagesrhythmus von Stadt zu Stadt. Statt dessen bleibt sie immer für längere Zeit an einem Ort und hofft auf die Anziehungskraft ihres Namens auf die Fans der Region. Immerhin dauert allein der Aufbau der opulenten Bühnenanlage 24 Stunden. Dazu zählen ein Wasserbecken und ein veritabler Feuerring.

Nach Berlin steht sie etwa auch in Mannheim, Hannover, Köln, Wien und Zürich auf der Bühne. Einzig im niederländischen Arnheim bleibt Fischer im September für nur einen Abend. Abschluss der Tournee ist am 8. Oktober in Frankfurt am Main.

Helene Fischer singt zum ersten Mal Titel aus dem Album "Rausch" live

Wegen der Corona-Einschränkungen hören die Fans beim Berliner Konzert Titel ihres aktuellen Albums „Rausch“ zum ersten Mal live. Mit 17 Millionen verkauften Tonträgern zählt Fischer zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Europas. Ihre letzte große Tour in den Jahren 2017 und 2018 wollten mehr als 1,3 Millionen ihrer Anhänger sehen.

In der Hauptstadt, wo die Mercedes-Benz Arena Raum für 17.000 Zuschauer bietet, fährt Fischer nun wieder ganz groß auf. Bei den angekündigten fünf Terminen tritt sie mit 30 Tänzern und Akrobaten auf. Letztere begleiten ihre Songs und übernehmen teils selbst zwischen den Titeln. Das gibt Fischer Zeit für Kostümwechsel. Geprobt hatten sie und ihre Entourage wochenlang im kanadischen Montreal. Insgesamt umfasst das Tour-Team 150 Helfer, Fahrer und Musiker aus 13 Ländern. 32 Trucks werden für den Transport gebraucht.

Bei sechs Tagen Aufenthalt in Berlin werden Stadt und Publikum gewiss einen bleibenden Eindruck bei der Sängerin hinterlassen. Dabei kann man angesichts des langen anstrengenden Tourprogramms durch die meist ähnlich aussehenden Mehrzweckhallen des Landes sogar als deutsche Schlagerkönigin schon mal durcheinander kommen. So etwa beim Auftritt vor wenigen Tagen in Oberhausen. Da gab sie dem Publikum zu verstehen, dass sie sich gerade in Düsseldorf wähnte.

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( mit ms )