Ein Ausflugstipp für Literaturfans im Havelland: Am Sonntag, 21. Mai, beginnt die Ausstellung „Fontane on Tour“ in der Schinkel-Kirche in Petzow am Schwielowsee, Fercher Straße, 14542 Werder (Havel). Die Schau läuft bis zum 23. Juli, ist immer sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Anlass ist der 150. Jahrestag der Erstveröffentlichung des dritten Bandes von Theodor Fontanes Monumentalwerk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

„Fontane on Tour“ wird am 21. Mai um 14 Uhr mit Einführung, Musik und Empfang eröffnet. Die Ausstellung präsentiert bisher unbekannte Skizzen und Notizen über das Havelland aus Theodor Fontanes Notizbüchern. In der Kirche gezeigt werden faksimilierte Notizbuchskizzen, denen historische Abbildungen und aktuelle Fotografien gegenüber gestellt werden. Zu sehen sein werden beispielsweise Fontanes Zeichnungen vom Schloss Caputh, von der Kirche in Bornstedt, von der Blauen Grotte in Marquardt und von der Katte-Gruft in Wust.

„Notizen von unschätzbarem Wert für das Verständnis der Wanderungen“

Nach Petzow kam Fontane im Jahr 1869 bei einem seiner Ausflüge. Wie bei jeder Reise fertigte der Schriftsteller auch bei seiner Tour durch das Havelland in seinem Notizbuch Aufzeichnungen an, die nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. „Für das Verständnis der Wanderungen sind die Notizen von unschätzbarem Wert“, sagt die Literaturwissenschaftlerin Gabriele Radecke aus Berlin, die bei einem Forschungsprojekt für eine Online-Edition erstmals Fontanes Aufzeichnungen entziffert und kommentiert hat. „Von den 67 Heften enthalten 21 Notizen zu den Wanderungen, allein fünf zum Havelland-Band.“

Die Kuratoren Gabriele Radecke und Robert Rauh.
Die Kuratoren Gabriele Radecke und Robert Rauh.© Anne-Sophie Hettche

Zusammen mit dem Berliner Historiker Robert Rauh kuratiert Radecke die Ausstellung über Fontanes Havelland-Notizen. „Sie bieten nicht nur zusätzliche Details über Fontanes Eindrücke vor Ort“, erläutert die Fontane-Forscherin, „sondern enthalten unbekannte Skizzen von Herrenhäusern, Kirchen, Grabmalen und Kunstgegenständen, die im gedruckten Text nicht veröffentlicht wurden.“

Bei der Eröffnung am 21. Mai, 14 Uhr, berichten Gabriele Radecke und Robert Rauh über die Notizbuchedition und von ihrer Recherche. Als Geschenk für die Besucher gibt es an dem Tag ein Notizbuch mit Einband im Fontane-Stil, das man für eigene Notizen nutzen kann. Es enthält auch fünf Skizzen.