Flyer verteilt

Grüne Woche: Bordell Artemis sorgt mit Werbung für Aufsehen

Nur wenige Meter vom Eingang zur Grünen Woche entfernt wurde für das Großbordell „Artemis“ geworben.

Nur wenige Meter vom Eingang zur Grünen Woche entfernt wurde für das Großbordell „Artemis“ geworben.

Foto: Fabian Sommer / dpa

Neben dem Eingang zur Grünen Woche wurden Flyer des Großbordells „Artemis“ verteilt. Geworben wurde mit einer nackten Frau.

Berlin.  Während die Besucher der Grünen Woche am Sonntag in der Messehalle verschiedenste Köstlichkeiten probierten, sorgten Flyer vor dem Gebäude für Unmut. Denn es handelte sich nicht um irgendwelche Reklamezettel, sondern um Werbung des Großbordells „Artemis“.

Unter der Überschrift „Das schönste Wellnessbordell Berlins“ war neben einem Bild der Inneneinrichtung auch das Bild einer nackten Frau zu sehen. Zudem wurden neben Frauen darauf auch „Sexkinos“ und „Love-Suits“ angepriesen.

Verteilt hatte die Flyer ein junger Mann nur wenige Meter neben dem Eingang zur Grünen Woche. Nahezu alle Besucher, die von der S-Bahn-Station Messe/ICC in Richtung Messehalle unterwegs waren, kamen an dem Mann vorbei.

Menschen ließen den Flyer teils hastig fallen, nachdem sie einen Blick darauf warfen, andere knüllten ihn – soweit möglich – zusammen und entsorgten den Flyer im Mülleimer.

Am Dienstag äußerte sich die Messe Berlin zu dem Vorfall: „Begeistert über die Aktion sind wir nicht“, sagte eine Pressesprecherin auf Nachfrage der Berliner Morgenpost. Verbieten könne man das allerdings nicht, führte sie weiter aus. Der Fußweg, auf dem ein junger Mann am Sonntag Flyer des Großbordells verteilte, gehöre zum öffentlichen Raum.

Land Berlin muss 100.000 Euro Entschädigung an Großbordell Artemis zahlen

Das Großbordell war erst Ende des vergangenen Jahres in die Schlagzeilen geraten, allerdings in einen für die Besitzer wohl positiven Zusammenhang. Das Berliner Kammergericht hatte entschieden, dass das Land Berlin 100.000 Euro Entschädigung an das „Artemis“ zahlen muss.

Die Besitzer hatten geklagt, da sie nach einer Razzia im Jahr 2016 von der Staatsanwaltschaft in die Nähe der Organisierten Kriminalität gerückt wurden.