Aktionen in Berlin

Klimaaktivisten drohen mit neuen Blockaden in Berlin

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Polizisten tragen im Juli 2022 Demonstranten von der Fahrbahn, die in Berlin-Schöneberg eine Autobahn blockiert hatten. Die Gruppe „Letzte Generation“ droht in Berlin mit neuen Blockaden.

Polizisten tragen im Juli 2022 Demonstranten von der Fahrbahn, die in Berlin-Schöneberg eine Autobahn blockiert hatten. Die Gruppe „Letzte Generation“ droht in Berlin mit neuen Blockaden.

Foto: picture alliance/dpa/Paul Zinken

Die Gruppe „Letzte Generation“ fordert ein sofortiges Tempolimit auf Autobahnen – und kündigt neue Blockaden in Berlin an.

Berlin. Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben neue Aktionen in Berlin angekündigt. Die Aktivisten forderten am Montagabend bei Twitter „die einfachsten ersten Sicherheitsmaßnahmen“ gegen den Klimawandel: ein Tempolimit auf Autobahnen und einen bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr. Lesen Sie auch: Klima-Demos in Berlin – Warum Aktivisten so protestieren

„Sollte die Regierung nicht zur Vernunft kommen, werden wir in einer Woche auf Berlins Straßen strömen und den Alltag so lange stören, bis sich das ändert“, hieß es in einer Videobotschaft. Schon Mitte September hatte die Gruppe eine Protestwelle für den Oktober angekündigt, sofern ihre Forderungen nicht erfüllt würden.

Zuletzt hatten die Aktivisten Anfang September in Berlin-Friedrichshain die Petersburger Straße blockiert. Zuvor war ein Mitglied der Gruppe in einem ersten Prozess zu 60 Stunden Freizeitarbeit verurteilt worden.

„Letzte Generation“: Aktivisten blockierten immer wieder Autobahnen in Berlin

Die Gruppe war nach einem Klima-Hungerstreik in Berlin vor etwa einem Jahr entstanden und organisiert seit Monaten unter anderem Autobahnblockaden. Aktivisten kleben sich dabei auf der Fahrbahn fest, was lange Staus, Ärger bei Autofahrern und mitunter längere Einsätze der Berliner Polizei auslöst. Zudem wurden an Öl- und Gasleitungen Ventile zugedreht.

Zuletzt klebten sich Protestierende auch an Kunstwerke in Museen oder störten das Topspiel der Fußball-Bundesliga. Ziel der Aktionen ist eine sofortige Abkehr von Öl, Kohle und Gas, bei deren Verbrennung viel klimaschädliches Kohlendioxid frei wird.

Extremismusforscher sieht Parallelen zur Entstehungsgeschichte der Terrororganisation RAF

Der Extremismusforscher Alexander Straßner hatte jüngst auf Parallelen zwischen der Entstehungsgeschichte der Terrororganisation RAF und einer Radikalisierung der aktuellen Klimabewegung aufmerksam gemacht.

Blockaden von Straßen und Kohlekraftwerken erinnerten ihn „frappierend an die ersten RAF-Mitglieder, die in die Illegalität gegangen sind“, hatte der Politikwissenschaftler der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt: „Sie waren wie die Klimaaktivisten heute überzeugt: Wer nicht mitzieht, den müssen wir zwingen.“

Straßner, der als Professor an der Universität Regensburg lehrt, sagte, die Bewegung trage in Teilen Züge einer Sekte und erhebe einen absoluten Wahrheitsanspruch. „Die Aktivisten behaupten von sich selbst, für eine ganze Generation zu sprechen. So diskriminieren sie systematisch andere Meinungen, und auch das ist ein Kennzeichen einer Radikalisierung“, führte der Wissenschaftler aus. Genau diese Argumentationslinien habe die RAF in den 1970er Jahren verfolgt, sagte Straßner.

( BM )