Elektronikmesse

Zehn Fakten zur Funkausstellung

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Dominik Bath

Die IFA öffnet am Freitag für Besucher ihre Tore. Diese zehn Fakten müssen Sie vor ihrem Besuch kennen.

Berlin.  Pünktlich um zehn Uhr sollen am Freitagmorgen die Türen der Internationalen Funkausstellung (IFA) für Besucherinnen und Besucher öffnen. Die Berliner Morgenpost hat zum Start der Messe für Unterhaltungs- und Gebrauchselektronik zehn Fakten zusammengetragen.

1. Das Messe-Feeling ist zurück

Anfassen, ausprobieren, durch die Hallen streifen und miteinander ins Gespräch kommen: Das Messe-Gefühl in den Hallen unterm Funkturm ist zurück. Wer die neuesten Trends erleben und Technik-Gadgets noch vor Verkaufsstart ausprobieren möchte, ist auf der IFA wieder richtig.

2. Die IFA fällt kleiner aus als 2019

Die Elektronikmesse fällt bei ihrer ersten vollständigen Präsenz-Ausgabe seit 2019 kleiner aus als vor Corona. Gut 1100 Aussteller aus 46 Ländern sind angemeldet. Wie viele Gäste erwartet werden, ließ die Messe-Gesellschaft zunächst noch offen. „Die IFA ist zurück“, sagte Geschäftsführer Martin Ecknig. 2019 waren mehr als 1900 Aussteller dabei, rund 245.000 Besucherinnen und Besucher kamen. Nach einer Mini-Ausgabe 2020 war die Messe im vergangenen Jahr gänzlich ausgefallen.

3. Es gibt zwar einige Absagen, doch viele namhafte Aussteller sind nach wie vor dabei

Wichtige Elektronikhersteller wie Panasonic oder Sony bleiben dem IFA-Restart nach Corona ganz fern oder sind lediglich mit einem kleineren Aufgebot dabei. Vor allem Anbieter aus den asiatischen Ländern werden noch durch pandemiebedingte Reisebeschränkungen und -auflagen ausgebremst. Aber auch die Telekom, die auf der IFA traditionell die halbe Halle 21 bespielte, hat sich umorientiert. Namhafte Hersteller haben dennoch ihre Stände in den Messehallen aufgebaut: Bosch und Miele stellen zum Beispiel neue, schlaue Haushaltsgeräte vor. Lenovo hat einen großen, faltbaren Touch-Screen-Notebook dabei. Philips präsentiert Kopfhörer, die ihren Sound nicht über das Trommelfell, sondern über die Kieferknochen übertragen.

4. Trotz Inflation sind die Eintrittspreise stabil geblieben

17,50 Euro kostet ein Tagesticket, das zuvor bereits im Internet gekauft werden kann. Damit ist der Eintritt zur Funkausstellung seit 2019 trotz steigender Verbraucherpreise in Deutschland stabil geblieben. Eine ermäßigte Tageskarte kostet nach wie vor 13 Euro. Ein Familienticket für bis zu zwei Erwachsene und drei Kinder gibt es für 36 Euro. Schüler und Studenten zahlen neun Euro.

5. Energiesparen liegt im Trend

Die steigenden Kosten für Wärme und Strom treiben die Verwendung von Smart Home-Anwendungen voran, mit denen sich die Energieeffizienz zu Hause steigern lässt. Ein Viertel der Menschen in Deutschland nutzt einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbandes Bitkom zufolge bereits smarte Heizkörperthermostate. Im vergangenen Jahr waren es erst 17 Prozent und 15 Prozent 2020. Auch im Hochsommer könne das Smarte Home beim Energiesparen helfen, etwa durch intelligente Rollläden oder Markisen, die sich bei starker Sonneneinstrahlung automatisch herunterfahren und somit den Verbrauch einer Klimaanlage reduzieren, so Bitkom. Auch mehr Nachhaltigkeit in der Küche versprechen mehrere Hersteller auf der IFA. Neue Technik sorgt dafür, dass die Geräte transparent darstellen, wie viel Strom oder Wasser sie verbrauchen. Und die Geräte geben Tipps, wie sie sparsamer betrieben werden können.

6. Auch für Kinder ist die IFA ein Besuch wert

Für Kinder und Junggebliebene lohnt sich ein Besuch der Young IFA WG in Halle 7.2c. Dort ist unter anderem ein Spielzimmer mit mehr als 30 Gamingstationen aufgebaut worden. Zudem gibt es Informationen zum Themenfeld „Moderne Arbeitswelt“. Wer sich schon ausgetobt hat, kann hier auch bei einem Sprung in das Bällebad abschalten.

7. Bei der IFA stehen auch die Lieferketten zur Debatte

Ukraine-Krieg und die weiteren Lockdowns in China: Weltweit gibt es Probleme, die Industriezweige in Schieflage reißen und die Gesundheit der Bevölkerung gefährden können. Doch folgt daraus eine De-Globalisierung? Darüber diskutieren am 5. September auf dem „IFA+ Summit“ unter anderem Experten wie der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk und der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis.

8. Die IFA geht im Digitalen weiter

Vernetzen und Austauschen – das geht in diesem Jahr für Fachbesucher auch digital: Die Plattform „IFA Virtual“ ergänzt das Live-Event mit vielfältigen Inhalten. Auch Keynotes werden über das Portal gestreamt. Das soll vor allem Branchenvertretern zugute kommen, die nicht an der IFA in Berlin teilnehmen können.

9. Die Zukunft der IFA ist nicht so offen, wie befürchtet

Dass die IFA auch über 2023 hinaus in Berlin weiter stattfindet, scheint gesichert. Im Aufsichtsrat des Landesunternehmens gab Messechef Martin Ecknig am Donnerstag nach Morgenpost-Informationen einen optimistischen Ausblick. Demnach soll ein unterschriftsreifes Verhandlungsergebnis mit der IFA-Rechteinhaberin gfu und dem Messeveranstalter Clarion erzielt worden sein. Dem Vernehmen nach geht es um einen langfristigen Zehn-Jahres-Vertrag. Zuvor war in den vergangenen Monaten heftig um die Zukunft der Schau gerungen worden.

10. Nach der IFA geht es unterm Funkturm (fast) nahtlos weiter

Genau zwei Wochen bleiben der Messe Berlin nach dem Ende der IFA (6. September), um abzubauen und wieder aufzubauen. Nach der Funkausstellung ab dem 20. September die InnoTrans statt – die internationale Fachmesse für Verkehrstechnik.