Radverkehr in Berlin

Das sind die Pläne für den Radschnellweg durch den Grunewald

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So könnte die Bornstedter Straße als Fahrradstraße aussehen. Sie ist Teil einer geplanten Radschnellverbindung in Berlin.

So könnte die Bornstedter Straße als Fahrradstraße aussehen. Sie ist Teil einer geplanten Radschnellverbindung in Berlin.

Foto: GB infraVelo GmbH

Die bevorzugte Route für den Radschnellweg von Wannsee bis Messe und Halensee steht fest. Rund 330 Parkplätze sollen verschwinden.

Berlin.  Die Strecke zwischen dem S-Bahnhof Wannsee und der Station Messe Süd ist schon heute bei Radfahrern beliebt; mehr als 2000 sind dem landeseigenen Unternehmen Infravelo zufolge dort täglich unterwegs. Künftig sollen 143.000 weitere Radfahrende pro Jahr hinzukommen, motiviert durch einen Radschnellweg, der die beiden Bahnhöfe verbinden soll. Ein weiterer Abzweig ist zum S-Bahnhof Halensee geplant. Am Mittwoch hat die Infravelo den aktuellen Planungsstand für das rund 17,6 Millionen Euro teure Vorhaben vorgestellt.

Die bevorzugte Route soll über den Kronprinzessinnen- und den Königsweg führen, im nördlichen Teil teilt sie sich dann auf und verläuft über die Eichkampstraße zur Messe Süd oder über die Auerbach-, Trabener und Bornstedter Straße nach Halensee. In diesem nördlichen Bereich sollen im Zuge des Radschnellwegs Fahrradstraßen entstehen, die außer von Radfahrern also nur noch von Anliegern befahren werden dürfen. Insgesamt sollen auf der 13,8 langen Strecke nach jetzigem Stand rund 330 Parkplätze wegfallen, berichtete Bastian Birkenstock, Projektleiter bei der Infravelo.

Der Radschnellweg ist eine von neun Verbindungen auf insgesamt gut 100 Kilometern, die in Berlin bis zum Jahr 2030 realisiert werden sollen. Sie verlaufen in der Regel von den Außenbezirken in Richtung Innenstadt und sollen durch hohe Qualitätsstandards – etwa mit Blick auf Breite, Beleuchtung und Winterdienst – vor allem Berufspendler zum Umstieg aufs Rad motivieren. Radfahrer sollen zudem schnell vorankommen, auf einem Kilometer Strecke soll die Wartezeit, zum Beispiel an Kreuzungen, maximal 30 Sekunden betragen, so das Ziel.

Kronprizessinnen- und Königsweg müssen teils verbreitert werden

Im Fall der Route über den Kronprinzessinnenweg sollen 92.000 Menschen im Einzugsgebiet von dem Radschnellweg profitieren. Herausfordernd, berichtete Geschäftsbereichsleiterin Gabriele Gluth, sind in diesem Fall vor allem der Natur- und Umweltschutz, weil große Teile der Strecke im Grunewald liegen. Vorgesehen ist dort, den Radverkehr auf einem etwa vier Meter breiten Zweirichtungsradweg zu führen, Fußgänger sollen einen separaten, etwa 2,50 Meter breiten Gehweg erhalten. Auf einer Länge von rund vier Kilometern ist es laut Infravelo daher nötig, den bestehenden Königs- bzw. Kronprinzessinnenweg zu verbreitern. Eingriffe in die Natur wolle man aber so gering wie möglich halten, so Gluth. „Jeder Abschnitt, der versiegelt wird, wird an anderer Stelle ausgeglichen.“

Im Zuge des Radschnellweg-Baus sollen außerdem 31 Kreuzungen umgestaltet und sicherer werden, nach jetzigem Stand wird außerdem eine neue Brücke über die Autobahn 100 zwischen Trabener und Bornstedter Straße errichtet. Bis zum Bau werden aber, auch wegen der aufwendigen Untersuchungen und Gutachten mit Blick auf die Umwelt, noch einige Jahre vergehen. Ziel von Infravelo ist Abschluss der Entwurfsplanung im Herbst 2023, dann schließt sich die Planfestellung an. Mit einem Bau könnte im Jahr 2026 begonnen werden.