Elektromobilität

E-Löschfahrzeug im Test: Berliner Feuerwehr zieht Bilanz

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Das elektrisch betriebene Löschfahrzeug wurde 13 Monate von der Berliner Feuerwehr erprobt. Nun ziehen die Retter ein erstes Fazit.

Berlin. Nach einer 13-monatigen Erprobungszeit und knapp 1400 Einsätzen steht jetzt fest, dass ein „Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug mit Elektroantrieb“ (eLHF) fester Bestandteil des Fuhrparks der Berliner Feuerwehr wird. Das teilte die Feuerwehr auf Anfrage mit. Seit September 2020 gehörte das elektrisch angetriebene Löschfahrzeug zur Fahrzeugflotte und wurde vom 1. Februar 2021 bis zum 28. Februar 2022 im täglichen Betrieb erprobt. Jetzt hat die Berliner Feuerwehr ein überwiegend positives Fazit gezogen.

Im Rahmen der Innovationspartnerschaft mit dem österreichischen Nutzfahrzeughersteller Rosenbauer wurde neben der Fahrzeugentwicklung auch der Übergang des Fahrzeugs in das Eigentum der Berliner Feuerwehr vereinbart. „Wir waren zum Kauf nur verpflichtet, wenn unsere technischen Anforderungen erfüllt werden und das Fahrzeug damit in den Einsatzdienst der Berliner Feuerwehr integriert werden kann“, teilte Projektmanager Jens Klink von der Berliner Feuerwehr mit. „Das Projektfahrzeug erfüllt grundsätzlich die technischen Anforderungen und ist somit als Einsatzfahrzeug in Berlin einsetzbar.“

Nach Angaben der zuständigen Stelle Zentraler Service Technik und Logistik bei der Feuerwehr erfüllt das Fahrzeug die Anforderungen an die Schadstoffreduzierung und das Potenzial zur Einsparung liegt über dem Zielindikator. Weitere Details wird die Feuerwehr erst in ihrem Abschlussbericht im Juni 2022 nennen. Auch für welche Wache das eLHF vorgesehen ist, wird noch nicht genannt.

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Berliner Feuerwehr: Etwas mehr als 1300 Einsätze mit Elektrolöschfahrzeug

Während der 13-monatigen Erprobungszeit unterstützte das E-Fahrzeug die tägliche Arbeit auf den Wachen Mitte, Suarez und Schöneberg. Dabei legte es ungefähr 14.000 Kilometer bei knapp 1386 Einsätzen zurück. Das lief trotz der überwiegend positiven Bilanz nicht gänzlich ohne Probleme ab. Nach Angaben der Feuerwehr gab es technische Störungen, die aber auf den Prototypenstatus des Projektfahrzeuges zurückzuführen waren.

„Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um das weltweit erste Exemplar, welches bei einer Feuerwehr in den Einsatz ging“, teilte Projektmanager Klink mit. „Ein Ziel der Erprobungsphase war es, Weiterentwicklungspotenziale zu ermitteln und den Prototyp in diesem Zeitraum zur Serienreife zu führen.“

Beispielhaft nennt die Feuerwehr Ladeprobleme nach einem Softwareupdate an den Hochvoltkomponenten des Fahrzeuges und der zeitweise Ausfall der Ladeinfrastruktur auf der Feuerwache Suarez in Charlottenburg. „In beiden Fällen konnte das Fahrzeug trotzdem in einem dieselelektrischen Betriebsmodus weiter eingesetzt werden“, so Klink. „Weitere technische Störungen werden im Abschlussbericht erwähnt.“