Clan-Kriminalität

Razzia bei Remmo-Gaststätten: Drogen und Waffen gefunden

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Bei den Razzien in Neukölln wurde auch ein Haftbefehl  vollstreckt.

Bei den Razzien in Neukölln wurde auch ein Haftbefehl vollstreckt.

Foto: Pudwell

Beamte registrierten bei dem Einsatz diverse Verstöße. Die Polizei muss auch nach einem Messerangriff in Kreuzberg ausrücken.

  • Bei einer Razzia gegen kriminelle Clans in Berlin-Neukölln hat die Polizei Drogen und Waffen beschlagnahmt.
  • Ziel der Durchsuchungen sollen auch Gaststätten gewesen sein, die der Großfamilie Remmo zuzurechnen sind.
  • Die designierte Neuköllner Stadträtin Sarah Nagel will die Razzien in dieser Form beenden.

Berlin. In Neukölln hat es einen erneuten Einsatz gegen die Clan-Kriminalität gegeben: Die Polizei Berlin beschlagnahmte bereits am Sonnabend zusammen mit Vertretern des Ordnungsamtes, des Zolls und des Finanzamtes bei Kontrollen mehrerer Gaststätten Drogen und Waffen sowie unversteuerten Tabak. Zudem werden nicht genehmigte Spielautomaten versiegelt. Unter den kontrollierten Orten sollen Gaststätten gewesen sein, die der Großfamilie Remmo zuzurechnen seien. Kriminelle Mitglieder des Clans fallen immer wieder durch Straftaten auf.

Laut Polizei starteten die Kontrollen ab 20.30 Uhr in zwei Lokalitäten in der Donaustraße. Dort fanden Beamte bei einer Person Heroin und bei einer weiteren Person ein illegales Messer. In der Harzer Straße wurde eine Lokalität versiegelt, weil kein Verantwortlicher ermittelt werden konnte. Die Beamten fanden zudem einen umgebauten Elektroschocker. Diverse Verstöße wurden auch in Gaststätten in der Schierker und der Wildenbruchstraße registriert. Der Einsatz endete gegen 2.15 Uhr.

Clan-Razzien in Neukölln: Linke-Stadträtin will Einsätze beenden

Die Polizei führt in Neukölln im Rahmen des Kampfs gegen Clan-Strukturen mit anderen Behörden immer wieder Kontrolleinsätze durch. Die designierte Stadträtin Sarah Nagel (Linke), die nach der Wahl am kommenden Donnerstag für das Ordnungsamt verantwortlich sein soll, kündigte an, die Razzien in der derzeitigen Form beenden zu wollen. Nagel hatte damit scharfen Protest hervorgerufen. Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) sicherte zu, die Einsätze würden fortgeführt.

Vor einer Shisha-Bar in Kreuzberg eskalierte am Sonnabendabend ein Streit zwischen zwei Männern. Ein 27-Jähriger soll in der Dudenstraße mit einem Messer auf einen 31-Jährigen losgegangen sein, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 31-Jährige erlitt eine Stichverletzung am Rücken und wurde in einem Krankenhaus behandelt. Lebensgefahr soll den Angaben zufolge nicht bestehen. Ein gleichaltriger Begleiter des 31-Jährigen wurde von dem Messer leicht an der Hand verletzt. Der mutmaßliche Angreifer flüchtete und wurde vor seiner Wohnung festgenommen. Er und der 31-Jährige sollen sich gekannt haben. Ihr Streit soll schon vor dem Abend entstanden sein.