Corona Berlin

Das ist die Bilanz der "Querdenker"-Demonstration in Berlin

| Lesedauer: 23 Minuten
Dennis Meischen und Philipp Siebert
Querdenker-Demo in Berlin: Der Protestzug wurde von der Polizei an der Kreuzung Danziger- und Senefelder Straße eingekesselt.

Querdenker-Demo in Berlin: Der Protestzug wurde von der Polizei an der Kreuzung Danziger- und Senefelder Straße eingekesselt.

Foto: Philipp Siebert

Die selbsternannten "Regierungskritiker" zogen am Wochenende durch Berlin und sorgten für Behinderungen. Die Proteste im Protokoll.

Berlin. 
  • Mehrere Tausend Menschen haben am Sonnabend und Sonntag trotz Verboten in Berlin gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert. Sie liefen in mehreren Aufzügen durch die Stadt und lieferten sich dabei immer wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei.
  • Es gab Angriffe auf Polizisten und Versuche, Absperrungen zu durchbrechen. Die Polizisten setzten Reizgas ein und nahmen insgesamt nach ersten Mitteilungen mindestens 180 Menschen vorübergehend fest, um ihre Identität festzustellen.
  • Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Polizeieinsätze zu den zahlreichen Demonstrationen der Gegner der Corona-Politik am Wochenende gelobt.

Berlin. Genau ein Jahr ist es her, dass Zehntausende Querdenker aus der ganzen Republik durch Berlin zogen. Der 29. August 2020 gipfelte darin, dass einige von ihnen die Treppen des Reichstags stürmten und dort Reichskriegsflaggen schwenkten. Bilder wie diese blieben am Sonntag zum Jahrestag aus. Stattdessen irrten die Querdenker in Gruppen von wenigen Hundert oder Tausend kreuz und quer durch Berlin und liefen teilweise ziellos im Kreis durch Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg – stets in gleichbleibendem Abstand zum Regierungsviertel.

Die meisten der Proteste am Sonntag waren wie bereits die am Sonnabend von der Polizei verboten worden. Trotzdem fanden sich mehrere Tausend Querdenker zu Ersatzkundgebungen zusammen – etwa am Vormittag am Humboldthain in Gesundbrunnen. Dort wollten sie sich unter einen Protest mischen, der sich eigentlich gegen den Leinenzwang für Hunde richtete.

Demos Berlin: Verschwörungstheoretiker, Rechtsextremisten und Holocaustleugner

In den folgenden Stunden bildeten sich an vielen Orten vor allem in der östlichen Innenstadt Gruppen, die immer wieder versuchten, „sich zu einem Aufzug zusammenzuschließen“, wie es Polizeisprecher Martin Halweg am Nachmittag sagte. Die Polizei war über den Tag verteilt mit 2200 Kräften im Einsatz und ließ die Demonstranten, unter die sich auch wieder Verschwörungstheoretiker, Rechtsextremisten und bekannte Holocaustleugner gemischt hatten, passieren. Allerdings wurden immer wieder gezielt die Rädelsführer herausgezogen, woraus die Orientierungslosigkeit der übrigen Protestierenden resultierte.

„Wir konnten verhindern, dass verbotene Versammlungen abgehalten wurden und sich mehrere Tausend Personen zu Aufzügen zusammenschließen“, sagte Polizeisprecher Martin Halweg am Sonntagabend. Ebenso habe man abwenden können, dass die Querdenker in das Regierungsviertel eindringen oder symbolträchtige Orte besetzen konnten. „Auch das angekündigte ‚Besuchen von Medienanstalten‘ wurde verhindert.“ In ihren Aufrufen hatten die Querdenker angekündigt, auch in Pressehäuser der Hauptstadt eindringen zu wollen.

Die Polizei, die mit 2200 Kräften über den gesamten Tag im Einsatz war, habe sich die nicht genehmigten Demonstrationszüge an „taktisch günstigen Orten“ zerstreut, so Halweg weiter. Anfangs habe man die Rädelsführer und diejenigen, die zu Straftaten aufgerufen hätten, gezielt aus dem Verkehr gezogen. Später sei man dazu übergegangen, auch die Personalien einzelner Teilnehmer und Teilnehmerinnen der illegalen Proteste festzustellen. Diese wurden am Abend in Prenzlauer Berg an zwei Orten eingekesselt – an der Kreuzung Danziger- und Senefelder Straße und an der Kreuzung Sredzki- und Rykestraße.

Insgesamt habe man am Sonntag die Freiheit von rund 300 Personen vorläufig eingeschränkt, sagte Halweg. „Außerdem wurden fünf Kolleginnen und Kollegen verletzt, allerdings nach jetzigem Stand nicht schwer.“ Den Wurf eines Pflastersteins auf ein Fahrzeug der Pressestelle der Polizei nannte der Sprecher allerdings eine „neue Qualität“. Verletzt wurde dabei niemand.

Querdenker-Demos in Berlin: Zahlen im Überblick:

  • Insgesamt wurden 544 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie am Montag mitgeteilt wurde. Dabei ging es oft nur um Ordnungswidrigkeiten wie der Teilnahme an einer verbotenen Versammlung, aber auch um Straftaten wie versuchte Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruch und tätliche Angriffe auf Polizisten.
  • 17 Polizisten wurden verletzt, die meisten davon leicht.
  • Am Sonnabend wurden von der Polizei 119 Menschen festgenommen, es gab 63 Ermittlungen wegen Ordnungswidrigkeiten und 47 wegen Straftaten.
  • Sonntag waren es 457 sogenannte Freiheitsentziehungen und 434 Ermittlungsverfahren.
  • Eine Zusammenfassung des Einsatzes durch die Berliner Polizei lesen Sie hier.

Querdenker-Demos in Berlin am Sonntag, 29.08.2021

19.30 Uhr: Wir beenden unser Blog. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Jetzt werden Personalien festgestellt

17.15 Uhr: Die Polizei Berlin hat gerade per Lautsprecher durchgesagt, dass die Personalien von allen festgesetzten Personen auf der Danziger Straße aufgenommen werden.

Polizei kesselt "Querdenker" ein

16.29 Uhr: An der Danziger Straße hat die Polizei etwa 100 bis 150 Demonstranten eingekesselt. Nun werden die Personalien überprüft. Anwohner sind genervt, sie kommen teilweise wegen der Sperrung nicht zu ihren Häusern.

Anwohner der Marienburger Straße wenig erfreut von Demo

16.08 Uhr: Es ist nicht unbedingt jugendfrei, was Anwohner der Marienburger Straße den Demonstranten aus geöffneten Fenstern entgegnen. "Querdenker" sind in Prenzlauer Berg aber offensichtlich nicht willkommen.

"Querdenker" unterwegs im Bötzowviertel

15.58 Uhr: Die Demonstranten irren weiter durch Prenzlauer Berg und verstopfen die Straßen. Auch die Gleise der M10 werden blockiert.

Anwohner reagieren mit Abscheu auf "Querdenker"

15.50 Uhr: „Frieden, Freiheit…“ weiter kann der Querdenker seinen Slogan auf der Sredzkistraße in Prenzlauer Berg nicht skandieren. Denn von einem Balkon im ersten Stock hallt ihm ein lautstarkes „Halt die Fresse!“ entgegen. Der Demonstrant wird lauter, der junge Vater vom Balkon übertönt ihn. „Es ist jetzt das dritte Mal, dass diese Idioten hier vorbeiziehen“, sagt er der Berliner Morgenpost. "Meine Tochter ist zu jung, kann nicht geimpft werden und die ziehen hier verbotenerweise mit ihrem Schwachsinn von Diktatur und Impfzwang lang.“ Es gehe um Solidarität und nicht die Selbstsucht, die hier von den Verschwörungstheoretikern auf die Straße getragen werde. „Ich hab die Schnauze gestrichen voll von diesen Idioten.“ Auch im Bötzowkiez kommt es zu Diskussionen von empörten Anwohnern und "Querdenkern".

Rapper Gzuz weist "Querdenker" zurecht

15.35 Uhr: Ein Gangster-Rapper im Einsatz für die Ordnung: Der Hamburger Sänger Gzuz hat in Berlin Demonstranten gegen die Corona-Politik dazu aufgerufen, die Vorschriften einzuhalten. „Wahrt die Abstände“ und „Ihr habt alle keine Maske“, rief er am Sonntag den Demonstranten von einem Café aus zu. „Angela Merkel - best in the world“, ergänzte er.

"Querdenker" rufen zu Verstößen auf

15.28 Uhr: Die Demonstranten biegen in die Danziger Straße ein. Die Polizei hat sie am Platz der Vereinten Nationen gestoppt. In der Tram der Linie M10 rufen sie Passagiere dazu auf, gegen die Maskenpflicht zu verstoßen.

"Querdenker" ziehen an Klinikum Friedrichshain vorbei

15.23 Uhr: Ein Zug der Verschwörungsideologen ist gerade am Klinikum Friedrichshain entlanggelaufen. Hier wurden und werden auf der Intensivstation auch Covid-Patienten mit schweren Verläufen behandelt.

Polizei errichtet Sperren, "Querdenker" zunehmend planlos.

15.17 Uhr: Immer noch sind viele "Querdenker" in Friedrichshain unterwegs. Die Polizei errichtet Sperren. Unter den Querdenkern herrscht zunehmend Planlosigkeit. Es kommt intern zu Streitereien unter den Demo-Teilnehmern.

Polizei versucht Demo aufzulösen

14.58 Uhr: Die Polizei versucht an der Landsberger Allee Ecke Storkower Strasse eine Anti-Corona-Demo aufzulösen. Die Polizei ist dort derzeit im Großeinsatz.

Querdenker-Zug bewegt sich im Kreis

14.26 Uhr: Der Zug bewegte sich über den Weidenweg, die Richard-Sorge-Straße, die Straßmannstraße und über die Petersburger Straße - der Zug läuft praktisch im Kreis.

Gzuz weist Gegner von Corona-Politik zurecht: „Wahrt die Abstände“

14.21 Uhr: Ein Gangster-Rapper im Einsatz für die Ordnung: Sänger Gzuz hat in Berlin Demonstranten gegen die Corona-Politik dazu aufgerufen, die Vorschriften einzuhalten. „Wahrt die Abstände“ und „Ihr habt alle keine Maske“, rief er am Sonntag den Demonstranten von einem Café aus zu. „Angela Merkel - best in the world“, ergänzte er.

In Berlin demonstrierten am Sonntag trotz Verboten Hunderte Menschen. Die Polizei nahm einzelne Teilnehmer in Gewahrsam, weil sie dazu aufgerufen hätten, sich zu Demonstrationszügen zusammenzuschließen. Einsatzkräfte begleiteten die Gruppen und forderten sie auf, Abstand zueinander zu halten. Rund 2200 Polizeikräfte waren den Angaben zufolge im Einsatz.

Rund 5000 Demonstranten in Mitte und Prenzlauer Berg

13.12 Uhr: Aktuell stehen etwa 5000 Demonstranten an der Ecke Storkower Straße und Landsberger Allee und werden von der Polizei nicht weiter Richtung Innenstadt gelassen. Dort haben sich laut Polizeisprecher Martin Halweg "etliche Gruppen gebildet, die immer wieder versuchen, sich zu einem Aufzug zusammenzuschließen." Das versuche die Polizei zu unterbinden.

Aktuell sei eine Gruppe von 400 Personen auf der Mollstraße und 300 Personen auf dem Alexanderplatz. "Es hat auch erste Versuche gegeben, in das Regierungsviertel vorzudringen" so Halweg weiter. Es seien verbotene Ansammlungen und die Polizei versuche die Rädelsführer ausfindig zu machen "vorübergehend in ihrer Freiheit zu beschränken, so auch an der Landsberger Allee". Außerdem versuche man, die Einschränkungen für den Straßenverkehr zu minimieren. Die Polizei ist heute mit 2200 Kräften im Einsatz.

Der Querdenker-Zug wächst

13.17 Uhr: Mehrere Hundert Menschen ziehen aktuell über die Danziger Straße in Richtung Osten. Die Polizei lässt den Konvoi gewähren. Masken trägt niemand, auch an Abstandsregeln wird sich nicht gehalten.

Die Anwohner sind genervt. „Armselig“, ist am Rand von einem jungen Mann zu hören. „Geht zurück nach Stuttgart, ihr Covidioten“, ruft eine ältere Dame vom Balkon. Dann zog die Demo durch das Bötzowviertel, man sang „Über den Wolken“

BVG und Bahn reagieren auf Demo

11.55 Uhr: Weil die Querdenker nach wie vor am Humboldthain als Treffpunkt festhalten, haben die ÖPNV-Anbieter reagiert. Es entfällt für die Linien S1, S2 und S25 der planmäßige Verkehrshalt in Humboldthain in beiden Fahrtrichtungen, teilte die Berliner S-Bahn mit. Um den Zustrom zum Humboldthain zu vermeiden, fahren außerdem die Züge der U-Bahnlinie 8 derzeit am Bahnhof Voltastraße durch. Ab etwa 12.45 lief der Verkehr dort wieder wie gewohnt.

Vereinzelte Querdenker-Gruppen sammeln sich nichtsdestotrotz im Humboldthain. Ein Tross von circa drei Dutzend Menschen machte sich über die Brunnen Straße in Richtung Voltastraße auf den Weg. Ziel war offenbar zunächst der Mauerpark. Kurz vorher bog der Zug jedoch in die Ruppiner Straße ein.

Verschiedene Züge trafen sich an der Bernauer Straße und machten sich, unter anderem die Kastanienallee entlang, gemeinsam zum Mauerpark auf. Dann ging es über die Oderberger Straße zur Schönhauser Allee. Neues selbsterklärtes Ziel war dann die Danziger Straße. Dort schlossen sich weitere Grüppchen an.

Leinenzwang-Demo abgesagt

11.34 Uhr: Polizeisprecher Cablitz bestätigt, dass die Demonstration gegen Leinenzwang, unter die sich Querdenker mischen wollten, vom Veranstalter abgesagt wurde. „Ziel ist es auch heute, die Verbote durchzusetzen“, so Cablitz. Hierzu werden wie gestern auch symbolträchtige Gebäude vor dem Zug der Querdenker geschützt, der Autoverkehr fließend gehalten, erkennbare Rädelsführer herausgezogen und Straftaten geahndet.

In einem entsprechenden Informationskanal der Querdenker wurde zuvor dazu aufgerufen, sich ab elf Uhr am Volkspark Humboldthain zu sammeln, wo um zwölf Uhr „eine angemeldete und nicht verbotene Versammlung“ stattfinden soll, wie es heißt. Wie bereits am Sonnabend wollten die Querdenker augenscheinlich versuchen, sich unter die Versammlungsteilnehmer zu mischen. Die hatte thematisch überhaupt nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, sondern richtet sich gegen den Leinenzwang für Hunde.

Querdenker suchen neue Marsch-Strecke

11.09 Uhr: Da der S-Bahnhof Humboldthain mittlerweile von der Polizei abgesperrt wurde, suchen die Querdenker aktuell nach alternativen Orten für ihre verbotenen Kundgebungen.

„Wir haben gehört, dass sich bereits ein Aufzug von der Weberwiese Richtung Alexanderplatz in Gang gesetzt hat“, hieß es um kurz vor elf Uhr in einer entsprechenden Telegram-Gruppe. Neues Ziel schien zunächst der Strausberger Platz zu sein. doch dies bestätigte sich, ebenso wie die Gerüchte um die Weberwiese nicht. Treffpunkt blieb zunächst der Humboldhain, wenngleich dieser von der Polizei abgeriegelt war.

Während die Querdenker noch suchen und überlegen, läuft der Zug der Liebe schon wieder durch Berlin.

Querdenker wollen Demonstration gegen Leinenpflicht für Hunde unterwandern

09.38 Uhr: Nachdem am Sonnabend kein richtiger Protestmarsch zustande kam, wollen es die Querdenker am Sonntag erneut versuchen und in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung demonstrieren. Da auch für Sonntag zahlreiche Proteste verboten wurden und der Tiergarten sowie das Regierungsviertel rund um den Reichstag großräumig abgesperrt bleibt, müssen die Gegner der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung nach Alternativen suchen. Die scheint nun in Gesundbrunnen gefunden.

In einem entsprechenden Informationskanal wird dazu aufgerufen, sich ab elf Uhr am Volkspark Humboldthain zu sammeln, wo um zwölf Uhr „eine angemeldete und nicht verbotene Versammlung“ stattfinden soll, wie es heißt. Wie bereits am Sonnabend wollen die Querdenker augenscheinlich versuchen, sich unter die Versammlungsteilnehmer zu mischen. Die hat thematisch überhaupt nichts mit der Corona-Pandemie zu tun, sondern richtet sich gegen den Leinenzwang für Hunde.

Die Demonstration gegen den Leinenzwang wurde laut Polizei am Vormittag vom Anmelder abgesagt. Die Gründe sind noch nicht bekannt.

Querdenker-Demos in Berlin am Samstag, 28.09.2021: Bilanz: Mehr als 100 Festnahmen, ein verletzter Polizist

20.45 Uhr: Das erwartete Katz-und-Maus-Spiel zwischen Demonstranten und Polizei, wie bei den Corona-Protesten Anfang August, blieb aus. Die Einsatzkräfte waren von Anfang an Herr der Situation, die von der Polizei geschätzten 4000 Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker wirkten plan- und ziellos in der Millionenstadt. Bei den nicht genehmigten Protesten wurden bis zum Abend mehr als 100 Personen festgenommen und zahlreiche Platzverweise erteilt.

Die Polizei begleitete die verschiedenen Demonstrationszüge durch Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte und ließ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ohne Atemschutzmasken laufen. Ziel sei es gewesen, die Demonstranten mit Abstand laufen zu lassen, anstatt sie anzuhalten. So sollte verhindert werden, dass der Abstand zu gering wird. Eine Polizeisprecherin sagte, dass die Polizei während der Begleitung so genannte Rädelsführer und einige andere auffällig gewordene Personen festnahm. Das führt auch zu einer gewissen Ziel- und Planlosigkeit bei den anderen Demonstranten, wie Augenzeugen berichten. Die Festnahmen der Rädelsführer sollten auch weitere Eskalationen verhindern. Bei den Festnahmen gab es Angriffe auf die Einsatzkräfte.

Mit dieser Bilanz beenden wir damit unsere Newsblog-Berichterstattung für heute.

Demonstranten verlassen den Platz über die Leipziger Straße

16.15 Uhr: Nach mehrmaligen Durchsagen der Polizei verlässt der Großteil der Demonstranten nun den Leipziger Platz in Richtung Friedrichstraße, geht diese in Richtung Hallesches Tor ab, bevor die Gruppe eine Art Kehre läuft und sich nun wieder auf der Leipziger Straße Richtung Alexanderplatz befindet.


Stimmung am Leipziger Platz ist gereizt

15.38 Uhr: Am Leipziger Platz hat die Querdenker-Partei "Die Basis" ihre Kundgebung beendet. Die Polizei fordert die Teilnehmer auf, den Platz zu räumen. Ein großer Teil der Demonstranten verweigert sich. Eine Gruppe von Polizisten wird von Demonstranten kurzzeitig eingekesselt. Die Stimmung ist gereizt.

Debatte im Club: Spahn zeigt sich offen für Modellprojekte

Polizei stoppt Demonstranten auf der Lessingbrücke

15.09 Uhr: Die Polizei lässt die Demonstranten nicht nach Bellevue und ins Hansaviertel. Auf der Lessingbrücke stoppte sie den Zug. Rund drei Dutzend Querdenker blieben provozierend vor der Polizei stehen, der Rest drehte ab.

Die Polizei räumte die Brücke. Der Verkehr fließt dort wieder.

offizielle hieß es, hätten die Querdenker versucht, über die Lessingbrücke und die Moabiterbrücke Richtung Regierungsviertel zu gelangen. Eine Polizeisprecherin sagte, die Demonstranten hätten versucht, polizeiliche Absperrungen zu überwinden. Die Einsatzkräfte antworteten mit körperlichem Einsatz und setzte Pfefferspray ein. Die Polizei spricht von etwa 4000 Teilnehmern und mehr als 50 Festnahmen.

Erste Provokationen gegen die Polizei

14.57 Uhr: In Alt Moabit wird teilweise versucht die Polizei zu provozieren.

Zug der Liebe feiert Start am Mauerpark

14.55 Uhr: Mit lautem, dröhnenden Bass zieht der „Zug der Liebe“ durch die Straßen Berlins. Tausende Menschen sind zum Start am Mauerpark gekommen und feiern ausgelassen. Die Maskenpflicht wird nach Polizeiangaben größtenteils eingehalten. 10.000 Teilnehmer waren vom Veranstalter angemeldet. Dicht an dicht folgen sie den Wagen in Richtung Karl-Marx-Allee.

Nach Schätzungen der Polizei haben sich etwa 4000 Personen dem Zug der Liebe angeschlossen. Die Spitze des Aufzuges befindet sich aktuell an der Hagenauer Straße. Nach Erkenntnissen der Polizei gab es bislang keine Versuche von Querdenkern und Coronaleugnern, den Zug der Liebe zu "kapern" und dort mit zulaufen. Der größte Teil der Querdenker befindet sich zu dieser Stunde am Nachmittag auf der Straße Alt-Moabit in Richtung Stromstraße.

Bisher ein verletzter Polizist und 36 Festnahmen

Nach Schätzungen der Berliner Polizei sind mehrere tausend Demonstranten bei verschiedenen Aufzügen und auf verschiedenen Wegen unterwegs. Das geschieht aktuell überwiegend auf den Straßen in Mitte. Vorher waren die Querdenker und Coronaleugner in Friedrichshain und Prenzlauer Berg unterwegs.

Die Polizei begleitet die verschiedenen Demonstrationszüge, lässt sie aber laufen. Ziel sei es, die Demonstranten mit Abstand laufen zu lassen, anstatt sie anzuhalten. Eine Polizeisprecherin sagte, dass die Polizei während der Begleitung so genannte Rädelsführer und einige andere Personen festgenommen hat. Damit wurde auch eine gewisse ziel- und planlosigkeit bei den anderen Demonstranten hergestellt, wie Augenzeugen berichten. Insgesamt wurden bislang 36 Personen von der Polizei vorübergehend festgesetzt. Eine Einsatzkraft wurde leicht verletzt.

Demo-Zug passiert den Hauptbahnhof

14.12 Uhr: Der Zug ist am Hauptbahnhof vorbeigezogen und marschiert Richtung Moabit. Der Verkehr wurde zum Teil lahmgelegt.

Zug zieht zum Hackeschen Markt

13.21 Uhr: Die Querdenker ziehen weiter Richtung Hackescher Markt und blockieren dabei teilweise den Verkehr.

Demonstranten erreichen Alexanderplatz

13.01 Uhr: Viele Demonstranten haben sich dem Zug auf den Alexanderplatz angeschlossen.

Verharren wir der Zug dort jedoch offenbar nicht. Die ziellose Wanderung geht weiter. Der einzige Plan, den es offenbar gibt scheint zu lauten, immer in Bewegung zu bleiben und sich nicht von der Polizei einkesseln zu lassen.

Überwachung aus der Luft und Verwirrung bei den Querdenkern

12.37 Uhr: Der Zug der Querdenker wird von Hubschraubern aus der Luft begleitet.

Es herrscht Verwirrung unter den Querdenkern: Ein Teil des Zuges zieht auf die Torstraße, andere Gruppen laufen in Richtung Alexanderplatz.

Demo-Züge starten in Friedrichshain

12.20 Uhr: Ein erster kleinerer Demonstrationszug ist auf der Friedensstraße in Richtung Volkspark Friedrichshain los gezogen. Dort verharrten die Demonstranten kurz, bevor der Zug weiter Richtung Prenzlauer Allee ging.

Nach mehreren Verboten für einzelne Versammlungen lief ein großer Teil nach Beobachtung von Reportern der Deutschen Presse-Agentur zunächst eher ziellos durch die Straßen. Einzelne Gruppen zogen begleitet von der Polizei durch den Stadtteil Friedrichshain.

Laut Morgenpost-Informationen bewegt sich außerdem eine größere Gruppe Querdenker von der Danziger Straße Richtung Zug der Liebe. Es wird befürchtet, dass sich die Coronaleugner unter die Demonstranten des Zugs der Liebe mischen.

Sperrungen überraschen Berlin-Besucher

11.18 Uhr: Touristen, Jogger und Fahrradfahrer sind traurig und überrascht. Polizisten haben sehr viel damit zu tun, zu erklären, warum das Tor gesperrt ist. Es wird ein langer Tag werden.

Ruhige Lage vor Demo-Tag in Berlin

11.09 Uhr: Die Polizei hat sich in Berlin trotz zahlreicher Demonstrationsverbote an diesem Wochenende auf Einsätze mit Gegnern der Corona-Politik eingestellt. Rund 2000 Kräfte stehen nach Polizeiangaben am Samstag bereit, darunter ist auch Unterstützung aus Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern und Sachsen.

Am Morgen war die Lage noch ruhig. Am Ku'damm versammelte sich eine Gruppe von 20 bis 30 Menschen, die von der Polizei überprüft wurde. Weite Teile des Regierungsviertels waren abgesperrt. Die Polizei hatte neun Demonstrationen verboten, darunter Kundgebungen der „Initiative Querdenken“ auf der Straße des 17. Juni. Drei Eilanträge gegen die Verbote wies das Verwaltungsgericht zurück, einem gaben sie statt: Eine für Samstag und Sonntag angemeldete Versammlung mit je 500 erwarteten Teilnehmern darf stattfinden. Auf diese Veranstaltung wurde über Telegram hingewiesen.

Zudem zieht am Samstagnachmittag der „Zug der Liebe“ durch Berlin. Der Veranstalter erwartet zu der Demo mit House- und Technomusik um die 10 000 Menschen. Die Polizei geht davon aus, dass eine Vielzahl von Menschen den Demonstrationsverboten nicht folgen wird. Deshalb werde man „die Versammlungsverbote durchsetzen, entsprechend präsent sein und insbesondere das Regierungsviertel schützen“, hieß es vor den Demos.

Regierungsviertel weiträumig abgesperrt

10.13 Uhr: Das Gelände rund um den Reichstag ist weitläufig von der Polizei abgesperrt, um den Querdenkern keine Bühne zu bieten. Über die Brücken aus Richtung Hauptbahnhof kommt niemand zum Kanzleramt und dem Reichstagsgebäude dahinter. Die U5 hält nicht am Bahnhof Bundestag, Züge fahren zum Hauptbahnhof und in Richtung Hönow durch.

Sperrungen auch am Pariser Platz

10.44 Uhr: Auch der Durchgang durch das Brandenburger Tor ist nicht gestattet.

Querdenker-Demos am 1. August 2021 in Berlin - die Bilder

Zuletzt hatten Querdenker am 1. August 2021 in Berlin gegen die Corona-Politik demonstriert. Dabei kam es zu Rangeleien mit Einsatzkräften und Festnahmen. Etwas mehr als 500 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.

Die Polizei ist auch deshalb besonders aufmerksam, weil vor einem Jahr, am 29. August 2020, Zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten. Am Abend hatten Demonstranten am Reichstagsgebäude eine Absperrung durchbrochen und kurz eine Treppe vor einem Eingang besetzt.