Die Berliner Feuerwehr will mit einer Kampagne für einen sachgerechten Umgang mit der Notrufnummer 112 sensibilisieren. Unter dem Motto „Wenn’s drauf ankommt: 112“ werden dafür ab dem heutigen Montag Plakate in der Stadt zu sehen sein, sowie in Online-Medien und sozialen Medien im Internet.

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Die Behörde will mit der Kampagne darüber informieren, dass die „112“ nur bei Notfällen gewählt werden sollte. Bei nicht akuten Beschwerden könne beispielsweise die Nummer des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes, die „116117“, die richtige Wahl sein.

Der ständige Vertreter des Landesbranddirektors der Feuerwehr, Karsten Göwecke, sagte, der Kampagne müsse eine „Gratwanderung“ gelingen. „Einerseits möchten wir nahebringen, was kein Fall für den Notruf ist. Andererseits möchten wir natürlich niemandem, der Hilfe benötigt, davon abhalten, die 112 zu wählen“, sagte Göwecke.

Zahl der Einsätze nahm stetig zu

Die Zahl der Einsätze der Berliner Feuerwehr hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Im Vergleich zum Jahr 2013 musste der Rettungsdienst im vergangenen Jahr mehr als 30 Prozent häufiger ausrücken.

Nach eigenen Angaben geriet die Feuerwehr dabei immer wieder an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Ein Grund hierfür seien Notrufe gewesen, die vermeidbar gewesen wären. Gelegentlich werden die Retter sogar bei einfachen Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit alarmiert.

Die Notrufzentrale der Feuerwehr ist regelmäßig überlastet, Anrufer landen immer wieder in der Warteschleife. Die durchschnittliche Wartezeit bei der „112“ lag im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 23 Sekunden.

Gewerkschaft begrüßt Kampagne

Die auch für die Feuerwehr zuständige Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die Kampagne. „Wir helfen den Menschen gern und jeder, der sich in einer Notlage befindet, soll anrufen. Wegen saurer Milch im Kühlschrank muss aber niemand die 112 wählen“, sagte GdP-Vorstandsmitglied Oliver Mertens. Die Kampagne bringe das „ganz gut auf den Punkt“ und werde hoffentlich für Entlastung sorgen.

Ausführliche Informationen über die richtige Nutzung der Notfallnummer „112“ hat die Feuerwehr im Internet unter 112-berlin.de zusammengestellt.