Nahverkehr in Berlin

BVG und S-Bahn: Frist zum Umtausch alter Tickets verlängert

| Lesedauer: 3 Minuten
Fahrkarten in Berlin und Brandenburg sind zum Jahr 2021 teurer geworden. Die Umtauschfrist für alte Tickets haben einige Menschen verpasst.

Fahrkarten in Berlin und Brandenburg sind zum Jahr 2021 teurer geworden. Die Umtauschfrist für alte Tickets haben einige Menschen verpasst.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Nach dem Tarifwechsel haben alte Fahrscheine ihre Gültigkeit verloren. Nun können sie gegen Aufpreis doch noch umgetauscht werden.

Berlin. Gute Nachrichten für Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der S-Bahn: Auf Anfrage haben Sprecherinnen beider Unternehmen nun mitgeteilt, dass die Umtauschfrist für Fahrkarten, die in Folge des Tarifwechsels ihre Gültigkeit verloren haben, verlängert wurde. Nicht entwertete, alte Tickets können demnach noch bis zum 30. September gegen aktuelle Fahrscheine getauscht werden, sofern der entsprechende Differenzbetrag gezahlt wird. Eigentlich war die Frist dafür bereits Ende Juni ausgelaufen – was bei einigen Fahrgästen für Frust gesorgt hatte.

Mit dem Tarifwechsel im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sind zum Jahresanfang für diverse Tickets – ob Einzelfahrausweise in den Bereichen AB und ABC, 4-Fahrten-Karten oder Tageskarten – die Preise erhöht worden. Durch eine neue Regelung konnten alte Fahrkarten aber noch deutlich länger genutzt werden als es bei Tarifwechseln zuvor möglich war – statt lediglich 14 Tagen nämlich bis zum 30. Juni.

VBB: Grundsätzliche Verlängerung der Umtauschfrist gibt es nicht

Was jedoch einigen Nutzerinnen und Nutzern des ÖPNV nicht bewusst war: Auch die Umtauschfrist für die Tickets war auf dieses Datum begrenzt. Selbst wer bereit war, den Differenzbetrag zwischen altem und neuem Ticketpreis zu zahlen, wurde seine alten Fahrkarten nicht mehr los. So erging es auch zahlreichen Leserinnen und Lesern der Berliner Morgenpost, die berichteten, sie seien auf Fahrkarten im Wert von bis zu 50 Euro sitzen geblieben.

Der VBB hatte im Juli auf Anfrage darauf verwiesen, dass die neue Regelung und die Begrenzung der Erstattungsfrist auf sechs Monate bereits Ende 2020 kommuniziert worden war. Mit der sechsmonatigen Nutzungsfrist alter Tickets sei man Fahrgästen in der Pandemie entgegengekommen, erklärte ein Sprecher. Eine grundsätzliche Verlängerung der Frist für den gesamten Verkehrsverbund war damals nicht vorgesehen – und sie gibt es weiterhin nicht, heißt es jetzt vom VBB. Einzelne Verkehrsunternehmen hätten sich aber „innerhalb ihres Handlungsrahmens“ zu Kulanzregelungen bis 30. September entschlossen.

SPD-Abgeordneter spricht von „notwendiger Kulanz“

Davon können nun zumindest Fahrgäste von S-Bahn und BVG profitieren. Dass die Begrenzung der Umtauschfrist bis Ende Juni in Corona-Zeiten „problematisch“ gewesen sei, sagte auch Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses. Wie er weiter berichtete, sei die Situation im Sommer deshalb von der Senatsverwaltung, Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen neu bewertet und entschieden worden, die Frist bis Ende September zu verlängern.

Eine gute Lösung, findet der SPD-Abgeordnete Daniel Buchholz, der das Verfallen alter Tickets ebenfalls kritisiert hatte. „Das ist eine absolut notwendige Kulanz, wenn wir die Leute für den ÖPNV zurückgewinnen und sie nicht vergraulen wollen“, sagte er jetzt.

Wer noch alte Fahrkarten von S-Bahn und BVG besitzt, dem bleiben damit noch gut anderthalb Monate, um diese gegen Aufpreis umzutauschen. Möglich ist der Tausch nur bei der Gesellschaft, bei der die Tickets gekauft wurden. Die Erstattung des Ticketpreises, darauf verweist die S-Bahn, ist jetzt allerdings nicht mehr möglich.