Bauarbeiten

S-Bahn im Berliner Osten wochenlang gesperrt

Fahrgäste der S-Bahn müssen sich im Berliner Osten ab Freitag auf umfangreiche Sperrungen einstellen. Diese Alternativen gibt es.

Für Pendler, die die S-Bahnlinie  S5 nutzen, werden die kommenden Wochen hart.

Für Pendler, die die S-Bahnlinie S5 nutzen, werden die kommenden Wochen hart.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. In den nächsten Wochen kommen auf die Fahrgäste im Osten der Stadt weitreichende Einschränkungen bei der S-Bahn zu. Besonders betroffen: die S5. Für Bauarbeiten muss der Schienenverkehr bei dieser beliebten Linie auf einem großen Streckenabschnitt für mehr als drei Wochen unterbrochen werden, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Nötig wird die Sperrung durch Arbeiten zwischen dem Biesdorfer Kreuz und Strausberg. Die Bahn will auf dem Abschnitt ein neues elektronisches Stellwerk sowie ein neues Zugbeeinflussungssystem in Betrieb nehmen. „Um die Leistungsfähigkeit der S5 für die Zukunft zu gewährleisten, ist es unabdingbar, die vorhandene alte Stellwerkstechnik abzulösen und durch eine moderne elektronische Stellwerkstechnik zu ersetzen“, teilte ein Bahn-Sprecher auf Anfrage mit. Anders als beim Einbau der Technik müsse bei der Inbetriebnahme der gesamte betroffene Abschnitt gesperrt werden, denn zur Überprüfung der neuen Sicherungstechnik fänden ausgiebige Testfahrten entlang des gesamten Streckenstücks statt, so der Sprecher.

S-Bahn-Linien im Berliner Osten teilweise wochenlang gesperrt - die Übersicht

Alle Informationen zu den Sperrungen im Berliner Osten finden Sie auch auf den Seiten der S-Bahn.

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Sperrungen auf vier Abschnitten der S-Bahn starten am 8. Januar

Die damit verbundenen Arbeiten und Sperrungen lassen sich in insgesamt vier Abschnitte unterteilen. Los geht es am Freitag, den 8. Januar. Ab 22 Uhr stellt die S-Bahn den Zugverkehr zwischen den Bahnhöfen Strausberg Nord und Friedrichsfelde Ost ein. Bis zum Betriebsschluss in der Nacht auf Montag, den 25. Januar, ist dieser Abschnitt der S5 gesperrt. Im S-Bahnnetz kommt es dadurch in dieser Zeit zu einigen Änderungen: So fährt die S5 abweichend zum Regelbetrieb von Westkreuz kommend auf der Strecke der S75 bis nach Wartenberg. Die S75 fährt dafür nur zwischen Warschauer Straße und Lichtenberg.

Noch weitreichender werden die Unterbrechungen des S-Bahnverkehrs am Sonnabend, den 23. Januar: Von mittags 12 Uhr an wird die Sperrung bis in die Nacht bis zum Bahnhof Lichtenberg ausgedehnt. Zugleich muss in dieser Zeit auch die Strecke der S75 zwischen Wartenberg und Lichtenberg gesperrt werden. Die Linie stellt dafür vorübergehend komplett den Betrieb ein. Auf der S7 pendeln an jenem Sonnabend zumindest zwischen dem Endbahnhof Ahrensfelde und Marzahn sowie Marzahn und Springpfuhl Züge im 20-Minuten-Takt. Auch zwischen Lichtenberg und dem Ostkreuz pendelt die S7 nur alle 20 Minuten. Von dort aus bis nach Potsdam besteht allerdings der reguläre Zehn-Minuten-Takt. Die S5 wiederum verändert ihre gewöhnliche Route und fährt in dieser Zeit ausnahmsweise alle zehn Minuten zwischen Karlshorst und Westkreuz.

Etwas besser wird es dann ab Montag, den 25. Januar, im dritten Bauabschnitt. Ab dann reicht die Sperrung der S5 nur noch bis Mahlsdorf. Wieder einen Tag später beginnt Bauabschnitt vier: Von Dienstag, 26. Januar, bis zum Betriebsschluss am Sonntag, den 31. Januar, umfasst der Baustellenbereich nur noch den Bereich zwischen den Stationen Hoppegarten und Strausberg Nord.

Regionalbahnlinie RB26 ab Ostkreuz bietet werktags Verstärkerfahrten an

Pendler und alle anderen, die trotz der Corona-Pandemie in dieser Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadtzentrum wollen, müssen auf Alternativen zurückgreifen: Anbieten dürfte sich für viele Pendler insbesondere die parallel zur S5 verlaufende Regionalbahnlinie RB26 vom Ostkreuz ins polnische Kostrzyn (Küstrin). Direkt am Startwochenende der Baustelle gilt das allerdings nur eingeschränkt. Denn wegen der Stellwerks-Arbeiten kann auch die Regio-Linie von Freitagabend 22 Uhr bis Sonntagvormittag 11.30 Uhr nicht zwischen Ostkreuz und Strausberg fahren. Ab kommendem Montag sorgt allerdings die Niederbarnimer Eisenbahn, die die Linie betreibt, für Verstärkerfahrten. Zu den Stoßzeiten morgens und nachmittags fährt dann je ein zusätzlicher Zug der RB26 von Strausberg über Mahlsdorf nach Lichtenberg.

Die Deutsche Bahn setzt während der Sperrung Ersatzverkehre mit Bussen im Zehn-Minuten-Takt auf den unterbrochenen Abschnitten ein. Eine Art Expressbuslinie fährt von Strausberg Nord aus über das Strausberger Zentrum, Fredersdorf, Alt-Mahlsdorf nach Friedrichsfelde Ost. Eine weitere Linie hält auch an den dazwischen gelegenen S-Bahnhöfen. Allzu schnell unterwegs werden die Busse auf dem insgesamt rund 30 Kilometer langen Abschnitt zwischen Friedrichsfelde Ost und Strausberg nicht sein. Der Fahrplan sieht eine volle Stunde für die Strecke vor. Womöglich wird es jedoch länger dauern, verkehren die Linien doch auf der stauanfälligen Bundesstraße B1/B5.

Zu der Unterbrechung gab es laut S-Bahn keine Alternative

Nicht allen Fahrgästen dürfte zudem zu Pandemiezeiten eine Fahrt in den zu Stoßzeiten wohl gut gefüllten Fahrzeugen recht sein. Zu der Unterbrechung des S-Bahnverkehrs habe es trotz der aktuellen Lage dennoch keine Alternative gegeben, so der Bahn-Sprecher. „Innerhalb der Baukoordination muss langfristig geplant und vorbereitet werden.“ Das mache eine Verschiebung nicht möglich.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rechnen durch die Sperrung in dieser Zeit mit deutlich mehr Kunden. „Im Bereich Biesdorf und Friedrichsfelde erwarten wir im Bauzeitraum eine erhebliche Steigerung der Fahrgast-Nachfrage bei der Buslinie 192“, sagte Sprecher Jannes Schwentu. „Hier werden wir die Linie in nachfragestarken Zeiten verstärken.“ Auch auf der U5 werde sichergestellt, dass ständig Vollzüge im Abstand von weniger als fünf Minuten im Einsatz seien.

Schon jetzt ist klar, dass die anstehenden Bauarbeiten nicht die letzte Sperrung der Linien S5, S7 und S75 in diesem Jahr sein werden. Fahrgäste müssen sich auch im April und Mai auf einwöchige Sperrungen der Abschnitte Ostkreuz bis Lichtenberg und Mahlsdorf bis Strausberg Nord einstellen.