In Berlin dürfte es derzeit weiter schwer sein, in den Läden auf Anhieb Toilettenpapier zu finden. Auf Feuchttücher sollte man aber aus Sicht der Wasserbetriebe dennoch unbedingt verzichten oder sie nur im Müll entsorgen. In der Kanalisation verzwirbeln und verklumpen sie, teils zu meterlangen Strängen so dick wie ein Oberschenkel.

Bereits jetzt müssten die Mitarbeiter fünf bis sechs Mal pro Tag diese Verstopfungen aus den Pumpen holen, sagt Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe. Das sei eine sehr aufwändige und eklige Handarbeit. Ein Anstieg dieser Verstopfungen sei aber im Zusammenhang mit der Corona-Krise nicht festzustellen. "Die meisten Leute haben ja noch Toilettenpapier", so Natz.

Auch auf Taschentücher sollte verzichtet werden

Auch auf Taschentücher sollte man demnach verzichten. Denn auch diese lösten sich nicht immer in Wasser auf. "Die Deutschen haben sich für die nächsten 15 Jahre mit Klopapier eingedeckt. Bitte nutzen Sie das auch", so sein Appell. Allein in Berlin sei die Menge an gehamstertem Toilettenpapier riesig. "Wenn jeder Berliner einen Großpack mit 18 Rollen hat, ergibt das rund 740 000 Kilometer Toilettenpapier", rechnet Natz vor. Damit könne man 185 Mal die Welt umrunden.

Ein möglicher Ersatz für Toilettenpapier sei Zeitungspapier, so Natz. Im Internet empfehlen Nutzer auch so genannte Po-Duschen. Das sind kleine Geräte, die mit einem Wasserstrahl reinigen.

dpa