Wohnen im Alter

Wie Sensoren den Umzug ins Pflegeheim hinauszögern können

Im April startet das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen“. Es soll Senioren helfen, länger in der vertrauten Umgebung zu bleiben.

Das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen“ soll Senioren im Alltag Sicherheit geben und die Pflegebedürftigkeit hinauszögern.

Das Projekt „Virtuell betreutes Wohnen“ soll Senioren im Alltag Sicherheit geben und die Pflegebedürftigkeit hinauszögern.

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Berlin. Wer bemerkt, wenn ich stürze und nicht mehr aufstehen kann? Wer sieht im Alltag nach mir? Bin ich noch selbstständig genug für das Leben in meiner Wohnung? Das sind Fragen, die sich viele ältere Menschen stellen.

Die meisten Senioren haben den Wunsch, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Diesem Bedürfnis will nun das Forschungsprojekt „Virtuell betreutes Wohnen“ nachkommen, das am Mittwoch die Krankenversicherung BKK Verkehrsbau Union in Berlin vorgestellt hat.

Sensoren erkennen Verhaltensmuster der Senioren

Bei dem Projekt werden die Wohnungen der teilnehmenden Senioren mit Bewegungssensoren ausgestattet. Sie erfassen Aktivitäten der Bewohner und erkennen regelmäßige Verhaltensmuster. Öffnet ein Teilnehmer beispielsweise täglich seinen Kühlschrank um 12 Uhr, lässt ihn aber dann zwei Tage hintereinander verschlossen, werde das vom System erkannt.

BKK-VBU-Sprecherin Wiebke Kottenkamp zufolge könne man dann entsprechend handeln und nach dem Senior sehen. Außerdem bekommen die Teilnehmer einen Notfallknopf, den sie um den Hals tragen und der Stürze erkennt und meldet.

Teilnehmer müssen über 75 Jahre alt sein

Noch steht das Projekt am Anfang. Es soll die Pflegebedürftigkeit im Alter hinauszögern, Angehörige und Pflegepersonal entlasten. Ziel sei es nach Angaben der BKK-VBU-Sprecherin, das Projekt in die Regelversorgung der Krankenkassen zu bringen.

Bis es soweit ist, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Denn das Vorhaben läuft im April an und dauert ein Jahr. Anschließend werden die Ergebnisse der rund 200 Probanden ausgewertet. Teilnehmen können Mieter der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge, die bei der BKK versichert und über 75 Jahre alt sind.