Berlin-Neukölln

Spendenaktion - Biker auf Weihnachtstour durch Berlin

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Weihnachtsmänner, Engel und Rentiere waren auf ihren Bikes unterwegs: Der Verein Santa Claus on Road lieferte Spenden in Neukölln ab.

Berlin. Rund 200 Weihnachtsmänner auf geschmückten und blinkenden Motorrädern haben Spenden für Obdachlose nach Berlin-Neukölln gebracht. Der Motorradkorso der Berliner Christmas Biketour startete am Sonnabend in Steglitz und fuhr quer durch die Stadt. Verkleidet waren die Fahrer nicht nur als Weihnachtsmänner und -frauen, auch Elfen und Engel waren dabei. Sogar einige Rentiere und Tannenbäum fuhren mit. Ein Sprecher der Kubus Kältehilfe zeigte sich begeistert: "Die Motorräder waren toll geschmückt, mit Lichterketten, Stofftieren, Elchen, Zweigen und Krippen."

In Transportern, die sie begleiteten, brachten die Motorradfahrer Spenden aus der Wunschliste der Kältehilfe: einen Elektroherd, Waschmittel und zahlreiche Lebensmittel. Zeitgleich erschienen 170 Bürger bei den Helfern, die jeweils mindestens ein Kaffeepaket spendeten. Hintergrund dieser Aktion war eine Wette zwischen dem Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und einem Supermarktbetreiber.

Neuköllns Bürgermeister gewinnt Wette und verdoppelt den Gewinn

Haushoch gewonnen und den Wettgewinn noch verdoppelt! Das ist das Ergebnis, das Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) der Kältehilfestation „Teupe“ verkünden konnte. Hikel hatte zuvor mit Nahkauf-Inhaber Michael Lind gewettet, dass er es schafft, beim Flashmob „Kaffee gegen Kälte“ am Sonnabend mindestens 50 Kaffeepakete für die Kältehilfe zu sammeln.

Am Nachmittag bildete sich vor dem Supermarkt rasch eine Schlange von mehr als 200 Spendenwilligen, bereits kurz nach 15 Uhr war die Marke von 100 Kaffeepackungen knackten. Lind hatte zuvor versprochen, bei einem Erfolg von Hikel, 1000 Euro auf die Kaffeeladung drauf zu legen. Am Ende war er vom Engagement der Neuköllner so gerührt, dass er seinen Wetteinsatz auf 2000 Euro verdoppelte. „Das ist eine Wette, die man gerne verliert“, sagte der Supermarktchef. Es ginge ihm auch darum, die Aufmerksamkeit für Obdachlosigkeit zu erhöhen. „Geld verteilen kann jeder. Noch besser ist es, andere für die Hilfe zu mobilisieren.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Lind sich gemeinnützig engagiert. Über 50.000 Euro an Spenden hat er nach eigenen Angaben in den letzten Jahren im Kiez bereits sammeln können. Bezirksbürgermeister Hikel gab sich von Anfang an siegessicher: „Natürlich habe ich sofort in die Wette eingewilligt, denn davon profitiert die Kältehilfe und die Menschen, die unsere Hilfe am nötigsten haben.“ Er selbst gab 24 Päckchen dazu.

50 Obdachlose haben die Chance auf ein Bett und eine warme Mahlzeit

Andreas und Anne Novak-Bauer (haben extra ihre Mietersitzung für die Aktion unterbrochen, um ihre Spende persönlich abzuliefern. „Wir dachten uns, geile Geschichte, da machen wir mit. Wir wollten unbedingt, dass Herr Hikel die Wette gewinnt.“ Im Haus haben sie dafür ordentlich die Werbetrommel gerührt, so dass auch die Nachbarn etwas dazugaben.

Die Zahl „50“ fiel in der Wette, da in den zwei Notunterkünften an der Teupitzer Straße 50 obdachlose Männer zwischen 19 und 7 Uhr die Chance auf ein Bett, ein warmes Abendessen und morgens ein Frühstück oder eine heiße Dusche haben. Auch Wäsche können die Männer in der Einrichtung waschen. „Der Geschmack von Kaffee und dessen Duft gibt hilfsbedürftigen Menschen einen kleinen Moment das Gefühl von Luxus“, sagte Siegfried Klaßen, Leiter der Einrichtung. „Wir brauchen zur Versorgung jeden Tag zwei Päckchen Kaffee. Wenn wir die 220 Päckchen schaffen, dann kommen wir über die komplette Wintersaison.“ Am frühen Abend waren bereits mehr als 320 Kaffeepäckchen gespendet worden.

( eb/mime mit dpa )