Antisemitismus

Geschlagen, weil sie den Song "Tel Aviv" hörten - Urteil

Ein 17-Jähriger und seine Begleiter wurden attackiert, weil sie Musik aus Israel hörten. Urteil gegen zwei Heranwachsende.

Die Fahne Israels

Die Fahne Israels

Foto: Winfried Rothermel / imago/Winfried Rothermel

Berlin. Nach einem Angriff auf drei Jugendliche wegen israelischer Musik hat ein Berliner Jugendschöffengericht zwei 15- und 18-Jährige der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung sowie der Beleidigung schuldig gesprochen. Gegen den jüngeren Angeklagten sei unter Einbeziehung eines früheren Urteils eine Strafe von einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verhängt worden, bestätigte Gerichtssprecherin Lisa Jani am Donnerstag. Der 18-Jährige sei zu einem zweiwöchigen Dauerarrest verurteilt worden. Zudem sei ihm auferlegt worden, 60 Stunden Freizeitarbeit zu leisten.

Auf dem Mobiltelefon eines damals 17 Jahre alten Geschädigten sei gerade das Lied "Tel Aviv" gespielt worden, als er im Juni 2018 im Bereich des U-Bahnhofes Zoo antisemitisch beleidigt worden sei, so die Anklage. Als der 17-Jährige und seine beiden Begleiter weggehen wollte, seien sie durch die beiden 15- und 18-Jährigen sowie einem gesondert verfolgten Mittäter mit Schlägen attackiert worden. Der Auslöser der Tat sei laut Urteil das Lied gewesen, so die Sprecherin.

Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht Tiergarten fand wegen des jugendlichen Alters des jüngsten Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten war nach Justizangaben wegen Nachermittlungen zu seinem Aufenthaltsort abgetrennt worden.

Erst vor wenigen Tagen war vor der Diskothek "Matrix" am Warschauer Platz in Friedrichshain ein 21-Jähriger mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden. Er hatte sich mit drei Freunden auf Hebräisch unterhalten. Der Angriff hatte mutmaßlich einen antisemitischen Hintergrund.