Warschauer Platz

Müller verurteilt antisemitische Attacke in Friedrichshain

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen 21-Jährigen vor der Diskothek "Matrix" hat die Polizei noch keine neuen Erkenntnisse.

Ein Blaulicht der Polizei.

Ein Blaulicht der Polizei.

Foto: dpa

Berlin. Nach einem antisemitischen Angriff auf 21-Jährigen am Warschauer Platz in Friedrichshain hat die Berliner Polizei noch keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen liefen weiter, sagte eine Sprecherin am Dienstag.

Zu dem Angriff gegen den jungen Mann war es am frühen Montagmorgen um 5 Uhr vor der Diskothek "Matrix" gekommen. Der junge Mann unterhielt sich laut Polizei mit drei gleichaltrigen Freunden auf Hebräisch. Ein Unbekannter habe dies gehört, sei auf den 21-Jährigen zugegangen und habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Den Angaben zufolge floh der Angreifer anschließend vom Tatort. Das Opfer erlitt eine Gesichtsverletzung. Es kommt - wie seine Begleiter - aus Israel.

Antisemitischer Angriff in Friedrichshain: Müller verurteilt Tat

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte den Angriff am Montag verurteilt: „Ich bin empört darüber, dass offensichtlich das Sprechen der Sprache des Staates Israel genügt hat, dass ein Angreifer zuschlägt“, sagte Müller.

Auf den Straßen und Plätzen der Hauptstadt sei es eine Selbstverständlichkeit, dass alle Sprachen dieser Welt gesprochen werden. Das gelte gerade in Berlin mit seiner Geschichte von Nationalsozialismus und Holocaust auch fürs Hebräische. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen übernommen.

Zuletzt war es in Berlin immer wieder zu Übergriffen auf Juden gekommen. Ende Juli sorgte der Angriff auf en Rabbiner Yehuda Teichtal für Empörung. Er war in der Nähe einer Synagoge in Wilmersdorf in Begleitung eines seiner Kinder auf Arabisch antisemitisch beschimpft und bespuckt worden.