Prenzlauer Berg

Linksextreme rufen zur Beschädigung von Leihrädern auf

Immer wieder werden Leihräder in Berlin beschädigt. In Prenzlauer Berg kam es jetzt zu lebensgefährlichen Taten.

Leihräder vor der Berliner Museumsinsel: Linksextreme rufen dazu auf, die Reifen der Räder zu zerstechen.

Leihräder vor der Berliner Museumsinsel: Linksextreme rufen dazu auf, die Reifen der Räder zu zerstechen.

Foto: Jörg Krauthöfer

Auf einer Internetseite rufen Linksextreme dazu auf, die Reifen von Uber-Fahrrädern zu zerstechen. In dem Bekennerschreiben wird die Firma „Uber“, die mit ihrem Fahrvermittlungsdienst vor allem der Taxi-Branche stark zusetzt, „ausbeuterischer Plattformkapitalismus in Reinform“ vorgeworfen.

Zahlen, wie viele Uber-Fahrräder betroffen sind, gibt es noch nicht. An touristischen Hotspots wie etwa am Tempelhofer Feld stehen aber jeden Tag zahlreiche Uber-Fahrräder mit zerstochenen Reifen.

Leihräder in Berlin: Bremskabel durchtrennt

Die Wut auf Leihräder scheint eine neue, gefährliche Form angenommen zu haben. An auf Laternenpfählen oder in Brunnen drapierte Räder hat man sich inzwischen schon fast gewöhnt. Jetzt wurden im Bötzowkiez mindestens vier Mal Bremskabel an Rädern der Anbieter Nextbike und Lidl-Bike durchgeschnitten.

„Das ist kein dummer Streich, das ist lebensgefährlich“, sagt eine Sprecherin von Nextbike. Man habe die Fälle zur Anzeige gebracht. So auch bei Lidl-Bike. „Wir haben kein Verständnis für solchen unverantwortlichen Vandalismus“, sagt ein Sprecher der Bahn.

Deren Firmentochter Call-A-Bike betreibt die silbernen Leihräder gemeinsam mit dem Discounter. Allerdings seien beschädigte Bremsen nichts Neues. So stellten Service-Mitarbeiter bis zu 25 Mal im Monat kaputte Bremsen fest - selten durch Vandalismus, meist durch Verschleiß. „Jeder sollte zur eigenen Sicherheit vor der Fahrt über den technischen Zustand informieren“, heißt es von Call-a-Bike.

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Anwohner haben auf Vandalismus aufmerksam gemacht

Zudem seien in Berlin an sieben Tagen die Woche Techniker unterwegs, die die Räder prüfen. Auch Nextbike wartet seinen Fuhrpark täglich in einer Werkstatt in Moabit. Dort kann man dem aktuellen Fall auch Positives abgewinnen. „Anwohner haben darauf hingewiesen. Das ist ein Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung“, so eine Sprecherin.

Tatsächlich wurde die Polizei und die Leihradbetreiber erst durch Zettel auf die zerschnittenen Bremskabel aufmerksam. Anwohner haben die an mehreren Stellen in Prenzlauer Berg ausgehängt und verweisen auf den Nutzen der Leihräder im überlasteten Großstadtverkehr sowie auf den Straftatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Man nehme mit solchen Aktionen Unfälle billigend in Kauf. „Das ist krank!“, steht auf den Zetteln, die an mehreren Stellen im Prenzlauer Berg aufgehängt wurden.