Die Attacke sollte so wirken, als sei sie aus einem spontanen Ärger heraus entstanden. Aber die Angriffe des Regierenden Bürgermeisters und SPD-Landesvorsitzenden Michael Müller beim Landesparteitag am Sonnabend war dann doch abgesprochen und wohlüberlegt. Mit seiner in der Härte überraschenden Kritik an den Koalitionspartnern von Linken und Grünen hat Müller versucht, die Reihen der 249 Delegierten zu schließen, ehe die Streithemen Verbeamtung von Lehrern und Enteignung von Wohnungskonzernen aufgerufen wurden.

Müller teilte heftig aus. Der SPD-Landeschef sprach in seiner Rede den Partnern ab, über gesunden Menschenverstand zu verfügen. Müller warf Linken und Grünen vor, gemeinsame Lösungen für die Stadt zu blockieren. Wenn die Linken sagten, die Spielchen unter den Partnern sollten aufhören, dann sollten sie sich auch selbst daran halten. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, sagte Müller. Denn so, wie es zuletzt in der Koalition gelaufen sei, „geht es nicht mehr weiter“.