Insolvenzverwalter

Rettung der insolventen Airline Germania geplatzt

Die Rettung der insolventen Berliner Airline Germania ist gescheitert. Alle Bieter sind abgesprungen, so der Insolvenzverwalter.

Germania am Boden: Die Rettung der insolventen Berliner Airline ist gescheitert.

Germania am Boden: Die Rettung der insolventen Berliner Airline ist gescheitert.

Foto: Jens Büttner / dpa

Berlin. Die Rettung der insolventen Berliner Fluggesellschaft Germania ist gescheitert. Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg am Montag mit. Eine Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden.

„Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt“, hieß es in der Mitteilung weiter.

„Angesichts der Ausgangslage war es von Anfang an klar, dass eine Rettung extrem schwierig sein würde“, teilte der Insolvenzverwalter mit. Interessenten sei ein „roter Teppich ausgerollt“ worden. „Leider konnte oder wollte keiner darüber gehen.“

Germania insolvent: Investoren auch ohne Interesse an Wartung und Technik

Abgesagt hätte nun nicht nur der verbliebene Interessent für eine Übernahme des Flugbetriebs. Auch die beiden Interessenten für Wartung und Technik hätten sich aus dem Bieterprozess zurückgezogen.

Knackpunkt für die Investoren sei der extrem enge Zeitrahmen gewesen. Bis zum 31. März hätte eine Lösung gefunden werden müssen. „Weniger als zwei Monate sind für die Investoren sehr wenig, um eine Übernahme zu planen, durchzurechnen, darüber zu entscheiden“, so Wienberg.

„Dass es vor diesem Hintergrund überhaupt gelungen ist, bis zuletzt die ernsthafte Option auf eine Rettung im Spiel zu halten, war ein Kraftakt, an dem vor allem auch die Germania-Mitarbeiter einen maßgeblichen Anteil haben“, so der Insolvenzverwalter.

Anfang Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte die Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

Germania insolvent: Ermittlungen gegen Airline-Chef Balke

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Germania womöglich ihren Kunden auch dann noch Tickets verkauft haben, als sie schon zahlungsunfähig war.

Gegen den Airline-Chef Karsten Balke wird nun wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des Betrugs ermittelt, wie ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte. Zuvor hatte das Fachmagazin FVW darüber berichtet. Demnach weist Balke die Vorwürfe zurück.

Germania-Insolvenz: Fast 1700 Mitarbeiter betroffen

Betroffen von der Insolvenz sind laut Mitteilung von Verwalter Wienberg fast 1700 Mitarbeiter: 1426 bei der Germania Fluggesellschaft mbH, 178 bei Germania Technik Brandenburg mbH und 74 bei Germania Flugdienste GmbH.

Das eigentliche Insolvenzverfahren ist bislang noch nicht eröffnet worden, wie ein Sprecher Wienbergs mitteilte. Momentan läuft noch die Phase des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Über den Eröffnungstermin entscheidet ein Gericht auf Grundlage eines Gutachtens des Insolvenzverwalters.