Denkmal

Marx- und Engels-Statuen sollen zur Humboldt-Uni ziehen

Der Verein Historische Mitte schlägt vor, das Denkmal auf zur HU zu verlagern. Für den alten Standort hat der Verein andere Ideen.

Marx-Engels-Denkmal in Mitte

Marx-Engels-Denkmal in Mitte

Foto: dpa Picture-Alliance / M. Popow / picture alliance / blickwinkel/M

Berlin. Das Bronzedenkmal von Karl Marx und Friedrich Engels, das jetzt nahe der Karl-Liebknecht-Straße in Mitte steht, könnte auf das Gelände der Humboldt-Universität Unter den Linden umziehen. Das schlägt der Verein Historische Mitte vor.

Dies sei ein ehrenvoller Ort, so Vereinsvorsitzende Annette Ahme. „Beide haben dort studiert.“ Sie wolle sich mit dem Ansinnen an Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und an die Bezirksverordnetenversammlung Mitte wenden. Der Verein setze sich dafür ein, dass der Bereich des Marx-Engels-Forums künftig keine Grünfläche mehr sei, sondern ein belebter Ort werde.

„Eine urbane Innenstadt mit Restaurants und Kultur, ähnlich wie am Hackeschen Markt.“ Die Fläche sei früher dicht bebaut gewesen. Doch die Wohn- und Geschäftshäuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Überreste nach 1945 beseitigt.

Marx-Engels-Forum seit 2015 im Zentrum der Debatte

Seit 1986 stehen die überlebengroßen Figuren von Marx und Engels auf der Fläche zwischen Spree und Spandauer Straße. Der Entwurf stammt vom Bildhauer Ludwig Engelhardt. Zum Ensemble, dem Marx-Engels-Forum, gehören auch eine Reliefwand, Bronzereliefs und Stahlstelen. Wegen der Bauarbeiten für die Verlängerung der U5 wurden die Kunstwerke 2010 vom Zentrum des Platzes an den Rand versetzt.

Die Zukunft des Marx-Engels-Forums ist in der Diskussion. Bereits 2015 gab es eine Debatte darüber, wie die Berliner Mitte künftig aussehen soll. Im Ergebnis wurden zehn Bürgerleitlinien formuliert, denen das Abgeordnetenhaus 2016 zustimmte. Eine dieser Leitlinien sieht vor, dass die Grünfläche im Bereich des Marx-Engels-Forums wieder hergestellt und aufgewertet wird, wenn die Bauarbeiten beendet sind. Eine nahezu komplette Bebauung der Berliner Mitte wurde in dieser Stadtdebatte, an der sich rund 10.000 Menschen beteiligten, abgelehnt.

Die Diskussion zur Berliner Mitte soll auf Initiative von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) fortgesetzt werden. Vorgesehen sind sogenannte Bürgerwerkstätten zu den Flächen vor der Markthalle an der Karl-Liebknecht-Straße und zur Fläche vor dem Haus des Reisens. Geplant ist, diese beiden Orte ab 2018 umzugestalten.

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