Breitscheidplatz

Müller verschickt zwei Monate nach Attentat Kondolenzbriefe

Michael Müller hat den Familien der Toten vom Breitscheidplatz per Post sein Mitgefühl ausgedrückt - zwei Monate nach dem Attentat.

Menschen gedenken an der Gedächtniskirche der Opfer des Anschlags

Menschen gedenken an der Gedächtniskirche der Opfer des Anschlags

Foto: joerg Krauthoefer

Zwei Monate nach dem Anschlag vom Breitscheidplatz in der City West hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) Kondolenzschreiben an die Angehörigen der zwölf Todesopfer und an die rund 50 Verletzten des Attentats verschickt. Er habe sich bewusst damit Zeit gelassen, zitiert ihn die Zeitung "Der Tagesspiegel". Elf Verletzte liegen demnach noch immer im Krankenhaus, unter ihnen sind zwei Schwerverletzte.

Dass die Kondolenzschreiben erst jetzt verschickt wurden, begründet Senatssprecherin Claudia Sünder damit, dass es zum Teil schwierig gewesen sei, die Adressen der Opfer zu ermitteln. Müller habe darauf gedrängt, die Briefe zügig zu versenden. Da man aber alle Schreiben gleichzeitig verschicken wollte, habe das zu Verzögerungen geführt. Müller schreibt in dem Brief, er habe nach dem Attentat "bewusst etwas Zeit vergehen lassen".

Gleichwohl habe die Charité drei Tage nach dem Anschlag den Familien Schreiben mit den Kosten für die Leichenschau zugestellt, so der "Tagesspiegel". Wie es in dem Bericht heißt, wurden diese aber drei Wochen später wieder zurückgenommen. Die Rechtsmediziner hatten sich außerdem einem weiteren Schreiben bei den Angehörigen entschuldigt: "Wir möchten uns hiermit ausdrücklich bei Ihnen entschuldigen, dass Sie eine Rechnung für den Leichenschauschein erhalten haben, und wir bitten Sie, diese als gegenstandslos zu betrachten. Selbstverständlich müssen Sie diese Rechnung nicht bezahlen. Es handelt sich hierbei um ein bedauerliches administratives Versehen, das dem Ausnahmezustand nach dem fürchterlichen Anschlag hier in der Rechtsmedizin geschuldet ist und so nicht hätte passieren dürfen."

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