Berlin

Am Europaplatz geht es jetzt in die Höhe

Neben dem Tour Total sind weitere Hochhäuser am Berliner Hauptbahnhof geplant. Für eines startet jetzt der Wettbewerb.

Die Luftbildsimulation der Europacity

Die Luftbildsimulation der Europacity

Foto: CA Immo

Seit 2005 ist die Zahl der Bürobeschäftigten in Berlin um 24 Prozent gestiegen – und Experten sagen bis 2020 einen weiteren Anstieg um 8,7 Prozent beziehungsweise 62.000 Personen voraus. Allein dadurch ergibt sich ein zusätzlicher Flächenbedarf bis 2020 von rund 1,6 Millionen Quadratmeter. Kein Wunder, dass sich Bauherren wie die österreichische CA Immo nun zunehmend an Projekte wagen, für die sie noch gar keinen Mieter haben. „Wir sind uns sicher, dass wir nicht auf unseren Gebäuden sitzen bleiben werden“, sagt Guido Schütte, Leiter der CA Immo Berlin.

Neben zwei Firmenzentralen, für die es bereits Mieter gibt, errichtet das Unternehmen deshalb in der Europacity am Hauptbahnhof auch drei Gebäude, für die die künftigen Mieter erst noch gefunden werden müssen. Darunter auch ein 84 Meter hoher Turm am Europaplatz. Rund 125 Millionen Euro will die Immobiliengesellschaft mit Hauptsitz in Wien in den Turm investieren, der direkt über dem Tunnel der neuen S-Bahnlinie 21, auf dem sogenannten Baufeld 4, errichtet wird. Da der Tunnel im Abschnitt des Baufelds bereits fertig ist, startet die CA Immo noch in diesem Dezember einen Architekturwettbewerb mit zehn geladenen Büros.

Der Siegerentwurf soll im April kommenden Jahres präsentiert werden. „Der Baustart soll Ende 2018 erfolgen, die Fertigstellung ist für 2021 geplant“, so Schütte weiter. Bis dahin wird der 2012 fertiggestellte „Tour Total“ mit seinen 69 Metern das höchste Gebäude in der Europacity bleiben.

KPMG will Anfang 2018 in einen Neubau ziehen

Gespräche mit möglichen Nutzern für den neuen Turm würden bereits geführt, so der Berlin-Chef. Der durchschnittliche Mietpreis in dem Gebäude werde bei 25 Euro liegen, wobei die unteren Etagen günstiger, die obersten jedoch deutlich teurer sind. Auch die wirtschaftlichen Aussichten für den Bau des rund 100 Meter hohen Turmes auf dem Baufeld MK 8 stehen angesichts der aktuellen Marktsituation auf dem Berliner Büroimmobilienmarkt so gut wie lange nicht. Doch es gibt einen Haken: „Weil die Bahn das Areal noch als Baustelleneinrichtung für ihre neue S-Bahnlinie nutzt, müssen wir uns noch gedulden“, bedauert Schütte.

Genauso verhalte es sich mit dem zweiten Bauabschnitt des Gebäudes „Monnet 4“. Auch dieses Baufeld wird noch von der Bahn blockiert. Während die Vollendung der Randbebauung am Europaplatz damit noch offen ist, ist auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs, am Washingtonplatz, der Baustart für den „Cube“ genannten gläsernen Quader mit einer Kantenlänge von 42,5 Metern bereits erfolgt. Das Baufeld wurde beräumt, im Januar soll mit dem Bau der Grube begonnen werden. Das Prestige-Bauwerk soll Ende 2019 fertig sein. Weit fortgeschritten sind die Arbeiten für das KPMG-Gebäude, das an der Heidestraße in der Nachbarschaft zum Tour Total entsteht.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat mit CA Immo einen Mietvertrag über 12.000 Quadratmeter abgeschlossen und wird Anfang 2018 einziehen. Weit fortgeschritten sind auch die Pläne für den Bau von zwei weiteren Bürogebäuden an der Heidestraße, die sich auf Höhe des Kunstcampus mit dem Ausstellungsgebäude der Riekhalle befinden. Im ersten Quartal 2017 soll der Bau für die neue Zentrale des Apothekerverbandes erfolgen. Gleich daneben entsteht „Rieck 2“, ein spekulativ errichteter Bau, für den ein Nutzer noch nicht feststeht. „Wir haben den Bauantrag eingereicht und wollen 2017 starten“, so Schütte.