Fest

Riesendrachen über dem Tempelhofer Feld

Am Sonnabend findet in Tempelhof das Festival der Riesendrachen statt. Der Eintritt ist frei, Picknickkörbe dürfen mitgebracht werden

Was in der Luft bleibt, kann fliegen: Fantasievolle Drachen beim Festival in Tempelhof 2015

Was in der Luft bleibt, kann fliegen: Fantasievolle Drachen beim Festival in Tempelhof 2015

Foto: P4444/_STADT UND LAND Wohnbauten / obs

Angefangen hat alles damit, dass er als kleines Kind zusammen mit seinem Opa Drachen gebaut hat. Und die natürlich auch ausprobiert hat, erinnert sich Robert Kirsch: „Mit zehn wollte ich mir dann einen modernen Drachen bauen und hab mich an Opas Nähmaschine gesetzt.“ Das war sein erster Drachen. Sechs Jahre später entstand dann in der Drachengruppe „Aufwind“ der erste Großdrachen.

Mittlerweile ist Robert Kirsch 32 Jahre alt, Projektleiter und wohnt in Biesdorf, doch sein Hobby aus Kindheit und Jugend praktiziert er bis heute. Mittlerweile heißt seine Drachengruppe „Aufwind-Extrem“, und er baut weiterhin mit Leidenschaft Großdrachen. Vor allem Figurendrachen. „Ich fand es schon immer interessant, etwas zu bauen, das dann auch fliegen kann. Dieses Spiel mit den Elementen fasziniert mich“, sagt Kirsch. Wie lange braucht man für so einen Drachen? „Für einen kleinen eine Woche, für einen großen ein bis drei Monate.“

Zählen kann der 32-jährige seine Drachen nicht mehr, „aber das Lager und der Keller sind schon voll“. Früher kam die Leidenschaft bei seiner Mutter nicht so gut an. „Sie hat mich gefragt, warum ich noch einen vierten Drachen brauche, wenn ich doch schon drei habe“, schmunzelt Robert Kirsch. Mittlerweile sei sie aber sehr stolz, dass ihr Sohn so viel rumkommt. „Sie ruft mich immer an und fragt, wo ich denn diesmal bin.“ Denn Robert Kirsch nimmt mit seinem „Aufwind-Extrem“-Team an internationalen Wettbewerben teil. Er macht das schon seit vielen Jahren, hat längst einen Fuß in der weltweiten Drachenszene. Da lag es nahe, auch einmal Drachenfeste in Deutschland zu organisieren und Teams aus anderen Ländern einzuladen.

Die Wettervorhersage ist ziemlich perfekt

So wie beim Festival der Riesendrachen, das am 10. September zum fünften Mal auf dem Tempelhofer Feld stattfindet, bei freiem Eintritt. Von 11 bis 20 Uhr gibt es Vorführungen von Großdrachen, Drachenduelle, Stuntflüge von Europa- und Weltmeistern und vieles mehr. Angekündigt sind auch die mit 45 Metern längste Turbine Europas, ein 47 Meter großer Oktopus, ein Wal in der Größe von 25 Metern und überdimensionale Exemplare von Super Mario, Elvis, Superman und Batman. Und selbstverständlich können die Besucher ihre eigenen Drachen mitbringen. Für die Kinder gibt unter anderem eine Hüpfburg, Schminkstände und natürlich die Möglichkeit, Drachen unter Anleitung zu basteln.

Die Wettervorhersage ist ziemlich perfekt für das Fest: sonnige 29 Grad bei Windstärke zwei. Für Kinder ist das eine gute Stärke, für Profis könnte es windiger sein. Doch selbst wenn es fast windstill sein sollte, können die aufblasbaren Großdrachen steigen, weil die keinen Wind benötigen, beruhigt Robert Kirsch. Und Anja Libramm, Sprecherin des Veranstalters „Stadt und Land“, verweist auf das Rahmenprogramm. Zum Beispiel das Jugendfußballturnier, das um 12 Uhr beginnt und an dem auch Kinder aus dem benachbarten Flüchtlingsheim teilnehmen werden. Außerdem gibt es eine Ausstellung mit flugfähigen Miniaturdrachen und historischen Modellen. Und ein Bühnenprogramm mit Livemusik, das mit der Band The Clogs um 12.30 Uhr startet, um 18.20 Uhr tritt ein Helene-Fischer-Double auf. Zum Abschluss gibt es ein Feuerwerk, das von Teilnehmern von „Stars in Concert“ ab 19.10 Uhr begleitet wird.

Picknickkörbe sind ausdrücklich erlaubt

Eröffnet wird die Bühne bereits um 11.30 Uhr mit einer Drachenpräsentation und Interviews mit den Fliegern. Angekündigt sind auch Tanzensembles, der Kinderzirkus Cabuwazi und verschiedene Sportvereine. Durch die Veranstaltung führt RBB-Moderator Ulli Zelle führen. Weil frische Luft hungrig macht, werden auf dem Gelände verschiedene Essensstände aufgebaut, das Angebot reicht von Lamm über Bratwurst bis zu Waffeln. Das weite Tempelhofer Feld bietet sich für ein Picknick an – Körbe sind ausdrücklich erlaubt –, dann kann man beim Essen die Drachen beobachten. Und zwischendurch selbst einen steigen lassen. Das will auch Robert Kirsch machen. Sein Lieblingsdrachen ist ein Alien, das auf einem Ufo sitzt. „Wenn man ihn steigen lässt, sieht es aus, als würde das Alien surfen“, freut sich Robert schon jetzt auf die erstaunten Gesichter am Sonnabend.

Tempelhofer Feld (Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof), 10. September, 11 bis 20 Uhr, Eintritt frei