Wahlplakate

Volle Dröhnung: So provoziert die FDP vor dem Berghain

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Emina Benalia
Auf Facebook veröffentlicht die FDP Berlin ein Foto von der Werbetafel, die am Sonntag vor Berghain aufgestellt wurde

Auf Facebook veröffentlicht die FDP Berlin ein Foto von der Werbetafel, die am Sonntag vor Berghain aufgestellt wurde

Foto: FDP Berlin/Facebook

Im Wahlplakat-Dschungel fällt in Berlin eine Partei besonders auf: die FDP. Mit provokanten Slogans will sie Wähler gewinnen.

Um die Popularität der Berliner FDP war es in den vergangenen Jahren nicht gut gestellt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2011 flogen sie mit gerade mal 1,8 % der Wählerstimmen aus dem Parlament. Zwei Jahre später - die nächste Pleite. Auch bei der Bundestagswahl konnten die die Freien Liberalen nicht überzeugen und mussten ihre Plätze räumen.

Nun darf die FDP nach fünfjähriger Abwesenheit auf die Rückkehr ins Berliner Abgeordnetenhaus hoffen. Nach einer aktuellen Studie der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau könnten die Freien Demokraten bei der Berlin-Wahl am 18. September auf 5% kommen. Um das zu erreichen, setzt die FDP im Kampf um die Wählerstimmen zusammen mit der Werbeagentur Heimat auf eine "Guerilla-Kampagnen-Strategie" und erregt damit zumindest Aufmerksamkeit.

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In den sozialen Medien diskutieren und teilen die Nutzer Fotos von den bunten Werbetafeln mit den humorvollen Slogans. Eines davon entdeckten Berghain-Besucher am Sonntag vor dem weltberühmten Club. Darauf steht in Großbuchstaben: "Chemieunterricht darf nicht erst nach 24 Uhr stattfinden." Wer jetzt vermutet, die Freien Demokraten spielen damit auf den enormen Drogenkonsum in der Party-Szene an, liegt nicht ganz richtig. "Mehr Lehrer, Unterrichtsgarantie und saubere und sanierte Schulen", schreiben die Liberalen unter ihren Facebookpost.

Ein weiteres Plakat mit dem Werbespruch "Wenn Ihnen der Kotti nachts Angst macht, besuchen Sie tagsüber die Grundschulen in Hellersdorf." ziert den U-Bahn-Eingang Kottbusser Tor in Kreuzberg. Auch hier setzt die Werbeagentur Heimat auf knallige Farben und auffälliges 80er-Jahre-Design.

Im Kampf um die Gunst der jungen Wähler wirbt die Partei vor Kanye Wests Pop-Up-Store in Kreuzberg. Ein Foto von der Aktion veröffentlichte die Berliner FDP am 20. August auf ihrer Facebook-Seite und bleibt damit zumindest in den sozialen Medien im Gespräch.