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Insidertipp - Das sind Berlins Top-Bars

Sie wollen Berlin noch besser kennenlernen? Berliner Morgenpost verrät Ihnen die besten Cocktail-Locations der Stadt.

Amano Rooftop Bar in Mitte ist eine der neun Empfehlungen der Morgenpost-Redaktion

Amano Rooftop Bar in Mitte ist eine der neun Empfehlungen der Morgenpost-Redaktion

Foto: Amano Group / BM

FÜR ANFÄNGER

Dschungelbar mit besonderer Aussicht

Vom Start weg war die Monkey Bar auf dem Dach des 25 Hours Hotel Bikini Berlin ein Hotspot. Noch immer sind die Schlangen insbesondere an Wochenenden lang. Verwundern kann das nicht – bei dieser grandiosen Aussicht. Von der umlaufenden Terrasse im zehnten Stock bietet sich ein weiter Blick über den Tiergarten, und auf der anderen Seite kann man die Neuerfindung der City West rund um die Gedächtniskirche verfolgen.

Ja, auch das Affenhaus des Zoos liegt dem Barbesucher zu Füßen. Das Innere ist mit viel Holz, in warmen Farben und Liebe zum Detail designt: Blickfang ist die Bar und eine DJ-Ecke, an deren Turntables regelmäßig aufgelegt wird. Wie das Design ist die Cocktail­karte vom Dschungelmotiv inspiriert. Exotisches, Klassisches, solide zubereitet. Allerdings ist mit Wartezeiten zu rechnen, nicht immer kann der Service den Andrang meistern.

Monkey Bar, Budapester Straße 40, Charlottenburg, täglich geöffnet 12–2 Uhr , Tel. 030-12 0221 210

Die Schule der gepflegten Trunkenheit

Die Victoria Bar gehört zu den Stamm-Adressen der Liebhaber feiner Cocktailkunst in Berlin. Wer an dem langen, langen Tresen Platz nimmt, kann den Bartendern nicht nur beim Mixen und Schütteln zuschauen, sondern auch viel erfahren. Über die Kunst gepflegter Trunkenheit und über das Leben. Schließlich heißt das Motto: „Come on, just a sip for daddy.“ Noch einen Schluck für Daddy.

Am handwerklichen Können der Bartender gibt es nicht den geringsten Zweifel. Das ist es, was die Besucher, die nicht nur aus Berlin kommen, an die Potsdamer Straße zieht, die sich deutlich schicker präsentiert als noch vor ein paar Jahren. Neben den Klassikern gibt es in der intimen Bar viele Eigenkreationen. Wer individuellere Drinks haben möchte, darf sich den kundigen Barkeepern anvertrauen. Legendär ist die „Schule der Trunkenheit“: Im Oktober geht es wieder los – mit einem Abend rund um den Martini.

Victoria Bar, Potsdamer Straße 102, Schöneberg, So–Do 18.30–3 Uhr, Fr–Sa: 18.30–4 Uhr. Tel. 030-25759977

Lounge-Feeling über den Dächern von Mitte

Wer nicht genug bekommen kann von Dachterrassen, auf denen zum Drink noch eine großartige Aussicht serviert wird, hat in Berlin Auswahl. Eine ebenso schöne wie unkomplizierte Rooftop Bar hat das Amano Hotel an der Auguststraße – der Fernsehturm scheint von hier aus zum Greifen nah. Gemütliche Loungemöbel mit vielen Kissen laden zum Entspannen ein, auf den Sofas sitzt viel internationales Mitte-Publikum.

Die Cocktailkarte zeigt: Im Amano setzen die Macher vor allem auf Bewährtes, auf Klassisches – wer Lust auf Drink-Experimente hat, ist hier fehl am Platz. Was die Barkeeper mit raschen, routinierten Griffen zubereiten, das sieht hübsch und bunt aus, wird mit Kräutern frisch angerichtet. Auch geschmacklich sind die Cocktails sehr ordentlich und liegen preislich im mittleren Bereich. Basis für den Moscow Mule – mit seinem Ingwer-Aroma einer der populärsten Highballs überhaupt – ist hier der wunderbar weiche 42 Below Vodka aus Neuseeland.

Amano Rooftop Bar, Auguststraße 43, Mitte. Im Sommer: Mo–Fr ab 16 Uhr, Sa/So ab 14 Uhr, Tel. 030-809 41 50

FÜR FORTGESCHRITTENE

Cocktails für lange Kreuzberger Nächte

Eine coole Bar mit Wohlfühlfaktor – und Sinn für Tradition. Der Name „Limonadier“ spielt auf das späte 19. Jahrhundert an, als die Bartender sich anschickten, die Limonadenmacher abzulösen. Hinter dem Tresen bereiten Barkeeper wie Mario Grüner (Foto) großartige Cocktails für lange Kreuzberger Nächte zu.

Die Auswahl an Spirituosen, selbst angesetzten Likören und Sirups ist eindrucksvoll, und die Karte zeugt von Leidenschaft für Barkultur. Sie ist sortiert nach der alkoholischen Basis: Von Gin über Mezcal bis Vodka ist alles dabei. Neben Klassikern gibt es feine Neuinterpretationen. Das Vodka-Mixgetränk „Berlin at Night“ mit Rosmarinsirup und Chili schmeckt wie die Stadt. So an- wie aufregend.

Limonadier, Nostitzstraße 12, Kreuzberg, Di–Do 18–2, Fr–Sa 18–3 Uhr, Tel. 0170-601 20 20

Der Bar-Himmel über Berlin

Im Abendrot sieht die Mitte-Skyline sehr romantisch aus. Aus drei Kilometer Entfernung und einer Höhe von 65 Metern wirkt nicht nur der Fernsehturm deutlich kleiner, auch das Gewusel des Alltags ist ganz weit weg. Rooftop-Bars sind angesagt, und die Skybar im Andel’s – im 14. Stock über dem Sternerestaurant „Skykitchen“ gelegen – macht da keine Ausnahme. Vor Kurzem ist die Bar, in der Fabian Buhtz (Foto) und seine Kollegen Cocktails mixen, neu designt worden. Die Gäste sitzen nun auf weichen Loungemöbeln im Retro-Look.

Auch die Karte ist überarbeitet worden. Darauf finden sich Klassiker wie „The Aviation“ – ein Drink aus Gin, Maraschino-Likör und Crème de Violette (Veilchenlikör) und Zitronensaft – denen Berlin-Variationen ebendieser Klassiker gegenübergestellt werden. Der „Sex on the Landsberger“ getaufte Berlin-Cocktail geriet dann doch ein wenig zu süß – lieber die klassische Variante bestellen und die Stadt von oben genießen.

Skybar im Andel’s Berlin, Landsberger Allee 106, Lichtenberg, täglich 18–2 Uhr, Tel. 030-453 053 2614

Ganz nach Becketts Kopf

Der Name kommt nicht von ungefähr. Becketts Kopf schmückt die Front der Bar, die Cocktail-Karte ist eingelegt in ein Werk des irischen Schriftstellers Samuel Beckett. Und die Drinks sind so sophisticated wie „Warten auf Godot“: Auf der saisonal inspirierten Karte stehen Eigenkreationen und Variationen von Klassikern wie Mojito, Mint Julep oder Gimlet.

Wer die Klingel betätigt und eingelassen wird – eine Reservierung ist wegen des begrenzten Platzangebotes angeraten –, taucht in eine Parallelwelt ein. Im dezent illuminierten Raum dominieren Rottöne, in den Ledersesseln lässt es sich gepflegt plaudern. Die Barkeeper beraten kompetent: Beim „Old Cuban“ ging Rum mit Zitrone, englischer Minze und Champagner eine prickelnde Verbindung ein.

Becketts Kopf, Pappelallee 64, Prenzlauer Berg, So, Mo 20–2 Uhr, Di, Mi, Do 20–3 Uhr, Fr, Sa 20–4 Uhr, Tel. 030 - 440 358 80

FÜR PROFIS

Reise durch die Welt der trinkbaren Düfte

Feine Cocktails sind immer sinnliche Genüsse. Doch die Bar „Fragrances“ im Ritz-Carlton erweitert die Wahrnehmung noch, indem sie die Welt der Düfte im Glas einzufangen versucht. Das gelingt – auf erstaunliche Weise. Schon beim Betreten der Hotelbar beginnt die Reise durch die Welt der Aromen. Wie in einem Schaufenster sind hier Luxusparfums mit den Ingredienzen wie Kunstobjekte inszeniert und ausgestellt. Die Palette reicht dabei von Armani über Miyake bis zu Aventus und Lutens. So hilft die „Hall of Fame“ bei der Auswahl eines Duft-Cocktails.

Nicht jedes Parfum kann Basis für einen Cocktail sein: Grundsätzlich funktioniere es mit Düften, bei deren Herstellung essbare Zutaten verwendet würden, verrät Barmanager Arnd Heissen, der Erfinder des innovativen Fragrances-Konzepts. Beim Bartest ist ein Freund dabei, der auch privat gerne den Duft „L’Eau D’Issey“ aufsprüht. Der davon inspirierte Cocktail überzeugt ihn mit seiner frischen, leichten Zitrusnote sehr: „Als habe man direkt aus dem Flakon getrunken, nur viel leckerer.“

Fragrances, The Ritz-Carlton, Potsdamer Platz 3, Mitte, ab 1. September: Mi–Sa ab 19 Uhr. In der Sommerpause ist das „House of Fragrances“ Gast in der Bar „The Curtain Club“ des Ritz-Carlton. Tel. 030-33 77 77

Drinks für Abenteuerlustige

Der Wrangelkiez zählt zu den Berliner Lieblingsdestinationen von Cocktailkennern. Das liegt an der „Schwarzen Traube“, hinter deren Tresen ein Meister seines Faches wirbelt. Atalay Aktas’ (Foto) Mixgetränke zeugen von Können, Kreativität und einer Spur Abenteuerlust. Mit seinen Drinks hat der Bartender schon große internationale Auszeichnungen geholt.

Das Interieur der Traube sieht nach Edeltrash aus – leere Bilderrahmen auf Backstein, Tapeten mit pompösen Mustern, samtbespannte Sitzmöbel vom Trödel. Eine Karte gibt es nicht. Der Service erklärt, welche Drinks auf der tagesaktuellen Shortlist stehen, geht auf individuelle Wünsche ein. Für den besonderen Stil der Traube steht etwa eine feine, vom Lammrücken inspirierte Sour-Variante: Der Vodka ist mit Rosmarin und Thymian versetzt, dazu mit Limette, Rohrzucker und einem Hauch Pfeffer veredelt.

Schwarze Traube, Wrangelstraße 24, Kreuzberg, Mo–Do, 19–2 Uhr, Fr+Sa 19–5 Uhr, So 19-2 Uhr, Tel. 030 - 23 13 55 69

Cocktailkunst hinter der grünen Tür

Das Green Door im Winterfeldt-Kiez ist ein Klassiker: Schon seit rund 20 Jahren ist die Bar mit der grünen Tür eine angesagte Adresse für Liebhaber gehobener Cocktailkunst. Wer hinein will, muss zunächst an der Tür klingeln – schließlich ist der Platz begrenzt. Am superlangen Tresen des durchgestylten Barraumes entspinnen sich schnell Gespräche über das Leben im Allgemeinen und feine Spirituosen im Besonderen. Die Gäste wirken entspannt und offen, auch Rauchen ist hier erlaubt. Den Unterschied aber machen die Bartender des Green Door, die Meister ihres Faches sind und ihr Wissen über Barkultur gerne teilen.

Neben den Klassikern gibt es auf Wunsch individuelle Abwandlungen und unter dem Motto „Curiosities“ ausgefallene Eigenkreationen. Beispielsweise den „GinGin Bash“, ein erfrischender, feinherber Mix aus Tanqueray, Holunderblüte, Ingwer, Basilikum, Zitrone, Ginger Beer und einem Hauch von Szechuanpfeffer. Große Kunst!

Green Door, Winterfeldtstraße 50, Schöneberg. So–Do 18–3 Uhr, Fr+ Sa 18–4 Uhr. Tel. 030 - 215 25 15

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