Spektakuläre Feuerwerke

Bei der Berliner Pyronale ist wieder Zeit für Sternenregen

Am 9. und 10. September zeigen internationale Feuerwerke bei der Pyronale wieder ihr Können. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.

Zur Pyronale bringen Feuerwerker den Himmel über dem Olympiastadion zum Leuchten

Zur Pyronale bringen Feuerwerker den Himmel über dem Olympiastadion zum Leuchten

Foto: imago/imagebroker / IMAGO

Am zweiten September-Wochenende wird es wieder ordentlich laut im Westen der Hauptstadt. Spektakuläre Feuerwerke erhellen bei der elften Pyronale zwei Abende lang den Himmel über dem Olympiastadion. „Sechs sehr spannende Teams“, die beim internationalen Wettstreit der Feuerwerker gegeneinander antreten, verspricht der künstlerische Leiter der Pyronale, Gerhard Kämpfe, bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag.

Aus Frankreich, Polen, Brasilien, Österreich, Rumänien und Portugal kommen die Feuerwerker, die am Freitag, 9. September, und am Sonnabend, 10. September, auf dem Maifeld neben dem Olympiastadion ihr Können vorstellen wollen. An beiden Abenden wird ein Tagessieger, am zweiten Abend außerdem der Gesamtsieger der Veranstaltung gekürt.

Bei der Auswahl der Teams habe man auf eine „gute Mischung gesetzt“, sagt Markus Katterle, selbst Feuerwerk-Designer und Unternehmer. Er koordiniert die Feuerwerke der Pyronale – und er berät die Veranstalter bei der Entscheidung, welche Teams nach Berlin eingeladen werden. Mit der Vision Show Group aus Brasilien und Macedos aus Portugal kämen zwei große und renommierte Unternehmen, die schon bei vielen internationalen Veranstaltungen ihr Können präsentierten. Die Gruppe Art­Eventia aus Frankreich und Pyro Events aus Rumänien gehören für ihn zur Gruppe „Jung und innovativ“, ihnen gehe es vor allem um die „Kunst des Feuerwerks“. Und dann gibt es noch die „Traditionsfirmen“: Super Power aus Polen und Fireevent aus Österreich.

Erstmals gibt es neue Regeln für die Teilnehmer

60.000 bis 100.000 Euro würde es kosten, wenn man ein vergleichbares Feuerwerk für eine Veranstaltung buchen würde, schätzt Gerhard Kämpfe. Der Sieger bekommt 3000 Euro Preisgeld. Dennoch lohne sich die Teilnahme, versichert Kämpfe: Der Chef eines österreichischen Unternehmens, das vor einigen Jahren bei der Pyronale gewann, habe ihm ein halbes Jahr nach der Veranstaltung berichtet, sein Umsatz sei um 28 Prozent gestiegen.

Schon zum elften Mal findet die Pyronale in Berlin statt, erstmals gibt es neue Regeln für die Teilnehmer. Gleich geblieben ist, dass sich die Feuerwerker im ersten, eine Minute langen Teil an Farbvorgaben halten müssen – in diesem Jahr Blau und Grün. Ebenso muss im zweiten Teil ein vorgegebenes Musikstück umgesetzt werden – in diesem Jahr Tschaikowskis Ouvertüre 1812.

Aber im dritten und längsten Teil dürfen die Teilnehmer erstmals die Musik nicht mehr ganz frei wählen. Das soll zu einer ausgewogeneren Bewertung beitragen. Denn neben den Wertungen einer Kreativ- und einer Fachjury gehen auch die Voten des Publikums in die Entscheidung über den Sieger ein. Und das neige dazu, die Musikauswahl besser zu bewerten, die den eigenen Hörgewohnheiten entspreche, formuliert Kämpfe vorsichtig. Die Stimme werde dann vielleicht eher der Musikauswahl als dem Feuerwerk gegeben. Was wiederum vor allem asiatischen Gruppen, die Musik nach den eigenen Hörgewohnheiten ausgesucht haben, schaden könne.

600 Minuten Musik

Von jetzt an soll es bei der Pyronale also keine chinesische Flötenmusik oder philippinischen Gongklänge geben. Stattdessen haben die Veranstalter allen Teilnehmern 600 Minuten Musik aus insgesamt 73 Werken klassischer Komponisten zur Verfügung gestellt. Mindestens drei der Stücke sollen den letzten, zehn Minuten langen Teil der Feuerwerkspräsentation begleiten. Klassische Musik eigne sich besonders für Feuerwerk, sagt Kämpfe, „sie ist so dynamisch.“

Wie gut Musik und Feuerwerksbilder zusammenpassen, entscheidet neben anderen künstlerischen Aspekten sowie technischen und sicherheitsrelevanten Kriterien die Bewertung der Jury. Im vergangenen Jahr konnte das Team Fireworks Martarello Ramos dabei besonders überzeugen – sie nahmen den Gesamtsieg mit nach Mexiko.

Was die Zuschauer in diesem Jahr erwartet, wissen auch die Veranstalter noch nicht. Der eine große Trend lasse sich derzeit beim Feuerwerk nicht ausmachen, sagt Markus Katterle. In jedem Fall wird es zwei Abende lang über dem Maifeld leuchten und glitzern, Feuerwerksblumen werden aufblühen, es wird Sterne regnen. Und, davon ist Gerhard Kämpfe überzeugt: „Sogar harte Männer werden Tränen in den Augen haben.“