Sommerlaune

Berliner lassen sich vom Regen-Sommer nicht abschrecken

Regen und Wind: Viele Berliner hadern derzeit mit dem Wetter. Auf Freizeitaktivitäten im Freien verzichten sie trotzdem nicht.

Der Schattenriss von Fernsehturm und Frankfurter Tor

Der Schattenriss von Fernsehturm und Frankfurter Tor

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Schönes Sommerwetter mit lauen Abenden lässt derzeit auf sich warten. Aber trotz niedriger Temperaturen und verregneter Augusttage lassen sich die Berliner kaum davon abbringen, die warme Jahreszeit im Freien zu verbringen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Anbietern von Freiluft-Aktivitäten ergab.

So ist in Berlins größter Freilichtbühne von einem schlechten Sommer bisher nichts zu spüren. „Wir hatten bisher immer Glück mit dem Wetter“, sagte Karolin Gramsch von der Waldbühne im Olympiapark. Wenn es geregnet habe, dann nur während des Einlasses. „Der Himmel ist immer aufgerissen, bevor die Musik los ging“, freute sich die Location-Managerin.

Auch Angebote unter freiem Himmel, die man nicht Monate zuvor buchen muss, erfreuen sich in diesem Sommer ungebrochener Beliebtheit. Der klassische Ausflug in den Zoo etwa steht bei den Berlinern weiter hoch im Kurs. Sprecherin Philine Hachmeister läuft fast jeden Tag durch den Zoo und hat bisher keinerlei Auswirkung des durchwachsenen Wetters auf die Besucherzahlen festgestellt. Der Tierpark meldet sogar Zuwächse bei den Besucherzahlen. Ist der Sommer also vielleicht gar nicht so schlecht?

Berliner ziehen sich einfach wärmer an

Wenn es doch mal regnet, bleiben die Berliner deshalb noch lange nicht zu Hause. „Die Leute ziehen sich dann einfach wärmer an und nehmen Regenjacken mit“ sagt Arne Höhne, einer der Betreiber der Freiluftkinos der Piffl Medien GmbH. Der Filmverleih betreibt die Freiluftkinos im Volkspark Friedrichshain, im Hof des Künstlerhauses Bethanien in Kreuzberg und im Volkspark Rehberge. „Dann sitzen da vielleicht nur 50 Leute mit Regenschirm, dafür ist der Abend dann romantischer“ sagte Höhne.

„Die Berliner lieben ihre Freiluftkinos und wollen nicht zehn Tage zu Hause sitzen, nur weil es einen schlechten Wetterbericht gibt“, so Höhne. Deshalb spielen die Piffl-Kinos bei jedem Wetter - und werden auch bei jedem Wetter besucht: Selbst nach dem historischen Unwetter am 27. Juli kamen hunderte in die Freiluftkinos. Sorge vor einer verregneten Bilanz hat Höhne kaum. An den vergangenen Tagen seien die Besucherzahlen zwar etwas niedriger gewesen. Aber zu Anfang der Saison waren die etwa 3600 Plätze der drei Freiluftkinos dafür oft besetzt, wie Höhne sagte.

Zu früh für Katerstimmung

Auch bei der Yorck-Kinogruppe nimmt man den schlechten Sommer relativ gelassen hin. Der größte Kinoverband Berlins betreibt neben seinen zwölf Programmkinos von Juni bis Ende August das Freiluftkino am Potsdamer Platz. „Es gab schon bessere Saisons“, sagte Michael Zeidler von der Yorck-Kinogruppe. Während das Sommerkino im Tiergarten Anfang Juli noch sehr gut besucht war, blieb zuletzt oft die Hälfte der Plätze leer.

Am deutlichsten machte sich der kühle August bisher bei den Berliner Bäder-Betrieben (BBB) bemerkbar. Mit 28 Strand- und Freibädern befindet sich fast die Hälfte der BBB-Bäder unter freiem Himmel. Das zahlt sich in guten Sommern aus: Allein Freibäder bescherten dem Bäderbetreiber im Sommer 2015 noch eine halbe Million zusätzlicher Gäste im Vergleich zum Vorjahr.

In den ersten Monaten der Badesaison 2016 kamen teilweise sogar noch mehr, sagt Pressesprecher Matthias Oloew. Ab Mitte Juli seien die Besucherzahlen dann wegen des schlechteren Wetters stark zurückgegangen. Für Katerstimmung sei es aber noch viel zu früh, sagte Oloew. „Immerhin haben wir ja noch vier Wochen vor uns, da kann ja noch vieles passieren.“