Classic Open Air

Bei Chris de Burgh warten alle auf die Frau in Rot

Zum Abschluss des Classic Open Airs begeistert Chris de Burgh sein Publikum vor allem mit alten Songs.

25. Classic Open Air in Berlin auf dem Gendarmenmarkt

25. Classic Open Air in Berlin auf dem Gendarmenmarkt

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Dramatische Töne klingen aus den Lautsprechern, die Zuschauer strecken sich nach vorne, warten, eine Minute, zwei Minuten – und da kommt er: Chris de Burgh. Lässig, mit hellblauem Hemd und breitem Lächeln betritt der irische Weltstar zusammen mit seiner Band die Bühne auf dem Gendarmenmarkt.

Es ist der fünfte und letzte Tag des Classic Open Air Festivals. Nach dem Genremix ist am Montagabend Popmusik angesagt. 4800 Zuschauer sind gekommen, in lockerer Sommerkleidung, in engen Hemden und Blusen, mit zurückgegelten Haaren oder kunstvollen Hocksteckfrisuren.

„Wir können unsere Herzen für eine neue Welt öffnen“, singt Chris de Burgh auf Englisch, es ist der Text seines 2014 erschienenen Songs „The Hands of Man“ zur Begrüßung. Dann folgen weitere neuere Lieder des Stars, der 1975 sein erstes Album „Far beyond these Castle Walls“ veröffentlichte. Die Lieder sind fröhlich, zum Mitwippen, etwas schnulzig und oft gewagt hoch gesungen. Mit „Light on the Bay“ wird es rockiger. Die Zuschauer beginnen begeistert mitzuklatschen, als Chris de Burgh über den Piraten Blackbeard und versteckte Edelsteine singt.

„Herr Ober, bitte noch ein Bier!“

Vor 13 Jahren habe er zum letzten Mal auf dem Gendarmenmarkt gespielt, erzählt der Musiker auf Englisch. Etwas Deutsch könne er auch. Zum Beispiel: „Herr Ober, bitte noch ein Bier!“ Immer wieder muss er seine Worte unterbrechen. Aus den ersten Reihen werden ihm Rosen, ein Golfball und ein längliches Paket gereicht. Geschenke für den Musiker, zu dessen größten Erfolgen Hits wie „The Lady in Red“, „Don’t Pay the Ferryman“, „Missing you“ und „High on Emotion“ zählen. Bei „Ship to Shore“ beginnen die ersten Zuschauer zu tanzen, bei seiner Version des 80er-Jahre-Liedes „Africa“ der Band Toto springt das halbe Publikum von seinen Sitzen auf.

Nach der Pause ist das Konzerthaus in grünes und blaues Licht getaucht, Rauch zieht über die Bühne. Chris de Burgh hat seine Gitarre zur Seite gelegt und sich gesetzt. Jetzt singt er seine alten Hits, begleitet von dem Neuen Sinfonieorchester Berlin. Die Menschen drängen nach vorne, um ein Foto von ihm zu machen. Hinter dem 1948 in Argentinien geborenen Sänger sitzt das Orchester, vor ihm Tausende Menschen, auf dem Gendarmenmarkt, auf den Balkonen und selbst auf den Dächern. Seine Stimme wird tief und sehnsuchtsvoll. Nach einigen ruhigen Stücken gibt es wieder ein schnelleres Stück. Schon bei den ersten Takten von „The Revolution“ reißt es die Zuschauer von den Plastikstühlen. Begeistert klatschen sie mit, tanzen und pfeifen.

Mit „Spaceman“ wird es wieder ruhiger, die Bühne ist rot erleuchtet, das Konzert ist fast vorbei und es ist dunkel geworden. Dann ist es endlich soweit, Chris de Burgh singt von der Frau im roten Kleid. Nach „The Lady in Red“, „Don’t Pay the Ferryman“, „High on Emotion“ klatschen die Zuschauer minutenlang. Und nach der Zugabe ist das 25. Classic Open Air Festival vorbei.