Emnid-Umfrage

Mehrheit für Gespräche mit gewaltbereiten Linksradikalen

Laut der repräsentativen Umfrage finden es 56 Prozent der Befragten richtig, den Konflikt mit gewaltbereiten Linken im Dialog zu lösen.

Polizeiaufmarsch am 9. Juli vor dem Haus Rigaer Straße 94, um das es seit Wochen Auseinandersetzungen mit der linken Szene gibt

Polizeiaufmarsch am 9. Juli vor dem Haus Rigaer Straße 94, um das es seit Wochen Auseinandersetzungen mit der linken Szene gibt

Foto: dpa

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen rund um das Wohnprojekt Rigaer Straße in Friedrichshain diskutiert nicht nur die Politik über die richtige Strategie im Umgang mit gewaltbereiten Linksradikalen.

In einer repräsentativen Umfrage von Emnid und N24 sprechen sich 56 Prozent der Befragten für Gespräche mit gewaltbereiten Linksautonomen aus, um Konflikte im Dialog zu lösen. 34 Prozent der Deutschen wollen lieber mit polizeilicher Härte gegen Linksradikale vorgehen. 6 Prozent der Befragten wollen beides: Den Dialog suchen und zugleich hart durchgreifen.

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Der Umfrage zufolge meinen 50 Prozent der Deutschen, dass Politik und Polizei konsequenter gegen Rechtsextremisten vorgehen als gegen Linksextremisten. Nur 22 Prozent meinen, die Politik tue eher etwas gegen Linksradikale. Das gleiche Bild bei der Rolle der Ermittlungsbehörden und der Polizei: Hier sehen 50 Prozent ein konsequenteres Vorgehen gegen Rechts, nur 23 Prozent meinen, Polizei und Staatsanwaltschaft würden härter gegen Linksautonome durchgreifen.

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64 Prozent der Befragten halten Rechtsextremismus für das größere Problem

Allerdings halten die Deutschen den Rechtsradikalismus auch für weitaus bedrohlicher: 64 Prozent der Befragten machen sich größere Sorgen über Rechtsextremismus, nur 16 Prozent empfinden Linksradikalismus als das größere Problem.

Insgesamt macht die Polizei in den Augen der Bürger einen eher hilflosen Eindruck im Kampf gegen Extremismus. 61 Prozent der Befragten finden, die Polizei sei schlecht oder sehr schlecht auf die Bekämpfung von politischem Extremismus vorbereitet, nur 34 Prozent glauben, die Polizei sei darauf gut oder sehr gut vorbereitet.

Im Zuge der repräsentativen Umfrage wurden 1000 Menschen befragt.