Rigaer Straße

Knallkörper explodiert bei Rigaer-Demo: Mann schwer verletzt

Ein 75-Jähriger wollte Sonnabend Fotos von der Demo in Friedrichshain machen. Dabei wurde er durch eine Explosion schwer verletzt.

Demonstranten protestieren zur Unterstützung der von Autonomen bewohnten Häuser in der Rigaer Straße

Demonstranten protestieren zur Unterstützung der von Autonomen bewohnten Häuser in der Rigaer Straße

Foto: dpa

Berlin. Bei der Explosion eines Knallkörpers während der gewalttätigen Demonstration am vergangenen Sonnabend in Friedrichhain ist ein Mann schwer verletzt worden. Der 75-Jährige erstattete am Montag in einem Krankenhaus, in dem er stationär aufgenommen werden musste, eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.

Er befand sich am Sonnabend gegen 22.30 Uhr in der Liebigstraße, um Fotos von der Demonstration zu machen. Nach seinen Angaben wurde ein pyrotechnischer Gegenstand in seine Richtung geworfen, der neben ihm explodierte. Durch die Wucht der Detonation ging er zu Boden und war kurzzeitig bewusstlos.

Rettungssanitäter mussten den Verletzten mit einem Knalltrauma in ein Krankenhaus bringen. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskrimianalamtes übernahm die Ermittlungen.

Polizeipräsident Klaus Kandt spricht von „blankem Hass"

An den Protesten am Sonnabend hatten sich laut Polizei zunächst rund 1500 Menschen beteiligt, am Ende schwoll der Demonstrationszug auf rund 3500 Teilnehmer an. Rund 1800 Beamte auch aus anderen Bundesländern waren im Einsatz gewesen. Vorab hatte es Gewaltaufrufe gegeben.

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Zum Teil liefen auch schwarz vermummte Teilnehmer in dem Zug mit. Auf Transparenten standen Parolen wie „Rigaer 94 verteidigen“ und „Häuser solidarisch gegen Staatsterror“. Wie die Polizei am Sonntag weiter mitteilte, seien bei den Ausschreitungen 86 Demonstranten meist vorübergehend festgenommen worden. 123 Beamte seien nach Polizeiangaben verletzt worden.

Auch mehrere Demonstranten erlitten Verletzungen. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter äußerten Teilnehmer der Demo Zweifel an den Zahlen der Polizei. Es sei demnach unklar, was als Verletzung gewertet werde.

Es sei die aggressivste Demonstration der zurückliegenden fünf Jahre in Berlin gewesen, hieß es. Polizeipräsident Klaus Kandt sprach in der RBB-„Abendschau“ am Sonntag von „blankem Hass“, der den Beamten entgegen geschlagen sei.