BSR

Stadtreinigung soll leisere Kehrmaschinen einsetzen

In Charlottenburg-Wilmersdorf beschweren sich immer mehr Anwohner über den Krach der BSR-Kehrmaschinen. Jetzt sollen leisere her.

Mit Kehrmaschinen und Müllautos sorgt die Berliner Stadtreinigung (BSR) für eine saubere Stadt. Die Fahrzeuge sind meist schon früh um 6 Uhr im Einsatz und sorgen für Lärm auf den Straßen. Besonders laut sind die kleinen Fahrzeuge mit den Bürsten. In Charlottenburg-Wilmersdorf beschweren sich immer mehr Anwohner über diesen Krach. Der Unmut ist so groß, dass sich jetzt die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einschaltet. Sie spricht sich in einem Antrag für eine Umrüstung der Kehrmaschinen auf Elektroantrieb aus.

Die Antragsteller haben ihr Anliegen, das die BVV als Denkanstoß sieht, „Kehrfully“ genannt. Es wird nun im Umweltausschuss diskutiert. Noch hat die BSR tatsächlich keine Kehrmaschinen mit Elektromotoren in ihrem Fuhrpark. Aber seit einiger Zeit schon beobachten sie aufmerksam die umweltschonenden technischen Entwicklungen auf dem Markt für E-Kehrmaschinen. Bei interessanten Innovationen wollen sie dann auch entsprechend reagieren, kündigt der Pressesprecher der BSR, Sebastian Harnisch, an.

Neue Fahrzeuge für 13 Millionen

„Leider gibt es bislang nichts auf dem Markt, das den operativen Anforderungen der Straßenreinigung in Berlin entspricht”, erklärt er. Die aktuellen E-Kehrmaschinen hätten eine zu geringe Einsatzdauer und ein zu hohes Eigengewicht. Zusätzlich gibt er zu bedenken, dass die Hauptgeräuschquelle das Gebläse und nicht der Motor sei. „Da die zu bewegende Luft bei konventionellen Kehrmaschinen und E-Kehrmaschinen gleich ist, erreichen unterm Strich sowohl lärmreduzierte konventionelle als auch elektrische Geräte ähnliche Geräuschwerte, und zwar um die 97 Dezibel.“

Die lautesten Kehrmaschinen der BSR unterschreiten mit 99 Dezibel übrigens die Vorgaben des Landes Berlin, die bei einem Wert von 101 liegen. In den anderen Teil ihres Fuhrparks investiert die BSR hingegen schon seit Längerem – modern und ökologisch soll er sein. Vor Kurzem hat das Unternehmen seine Anzahl an Fahrzeugen um 20 Elektro-BMW i3 aufgestockt und verfügt mittlerweile über rund 30 Hybrid-PKW. „Außerdem testen wir derzeit zwei E-Transporter und haben ein teilelektrisches Müllfahrzeug im Einsatz”, so Harnisch. Auch viele der Arbeitsgeräte wie Laubbläser, Rasenmäher und Freischneider seien mittlerweile akkubetrieben und damit ruhiger.

In diesem Jahr will das Unternehmen für etwa 13 Millionen Euro neue Fahrzeuge erwerben. Mehr als 2300 Mitarbeiter setzt es in der Straßenreinigung ein. Jährlich machen sie insgesamt etwa 1,5 Millionen Kilometer Fahrbahnen und Gehwege sauber und leeren etwa sechs Millionen Mal die Papierkörbe in der Stadt. Außerdem säubert die BSR seit Juni 2016 zwölf Parks und Grünflächen der Bezirke im Rahmen eines Pilotprojekts.