Staubecken

Wie die Wasserbetriebe die Spree sauberer machen wollen

Tote Ratten, Hundekot und Dreck werden nach Regenschauern in die Kanalisation und dann auch in die Spree gespült. Das soll sich ändern.

Für eine sauberere Spree investieren das Land Berlin und die Wasserbetriebe in den kommenden fünf Jahren 2,1 Milliarden Euro in die technische Infrastruktur. Davon gehen mehr als zwei Drittel in den Bereich der Abwasserbehandlung, etwa die Sanierung des Kanalsystems, den Ausbau der Speicherkapazitäten und der Klärwerke. Zu den Projekten gehören laut Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe, große unterirdische Staubecken im Mauerpark und an der Chausseestraße. Sie sollen bei Unwetter als Überlauf für volle Kanäle dienen und verhindern, dass Schmutzwasser ungefiltert in die Spree und andere Gewässer gespült wird. Das Wasser wird nach Starkregen in die Kanäle zurückgepumpt und in Kläranlagen geleitet.

Berlins Kanalsystem ist ein Erbe des 19. Jahrhunderts. Damals verbesserte die unterirdische Mischwasserkonstruktion, die sowohl Abwasser aus den Haushalten als auch Regenwasser aufnahm, die Hygiene in der wachsenden Stadt. Die Überläufe in die Gewässer waren bei Starkregen gewollt, um Überflutungen in der Stadt zu verhindern.

Darunter litten die Spree, der Landwehrkanal und andere Gewässer, die durch das eingeschwemmte Wasser verschmutzten. Für Fische fehlte der Sauerstoff. Die Berliner mussten seit den 1920er- Jahren auf Badestellen verzichten. In der Innenstadt ist die Spree zum Schwimmen immer noch zu belastet, trotz vieler Verbesserungen im Berliner Untergrund.

Spree und Havel fließen sehr langsam

Spree und Havel fließen durch Staustufen extrem langsam. Auch das verringert ihre Kraft zur Selbstreinigung. Mit dem Klimawandel nehmen lange Trokkenperioden, aber auch Wolkenbrüche zu. Berlins Ziel ist es, in fünf Jahren 75 Prozent des Regen-Schmutzwassers im Kanalsystem zu halten.

Die neuen Investitionen, rund 500 Millionen Euro mehr als in den vergangenen fünf Jahren, sollen dazu beitragen. In der Innenstadt sind bis 2021 insgesamt 70.000 Kubikmeter im Untergrund vorgesehen. Das Land finanziert 60 Prozent, die Wasserbetriebe 40 Prozent.

Bisher gibt es schon 235.000 Kubikmeter unterirdische Abwasser-Rückhaltebecken. In einem Hinterhof der Kreuzberger Urbanstraße bewahrt zum Beispiel ein 3400 Kubikmeter großes Becken den Landwehrkanal vor noch mehr Regen-Schmutzwasser. Rund 25 Mal im Jahr läuft es voll.