Friedrichshain

Auf dem RAW-Gelände könnten 14-stöckige Bürotürme entstehen

Der neue Eigentümer hat zwei Szenarien für das bei Touristen sehr beliebte Areal: Büros, Läden und Gastronomie sind vorgesehen.

 Die Zukunft des RAW-Geländes ist umstritten. Der Eigentümer stellte jetzt Pläne für eine dichtere Bebauung vor

Die Zukunft des RAW-Geländes ist umstritten. Der Eigentümer stellte jetzt Pläne für eine dichtere Bebauung vor

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Für das RAW-Gelände in Friedrichshain hat der Eigentümer, die Kurth-Unternehmensgruppe, zwei Szenarien entwickelt. Eines sieht eine dichte Bebauung am Rand der Warschauer Straße vor. Einige alte Gebäude würden dafür abgerissen, etwa das einstige Kulturhaus, in dem der Club Astra sitzt. Er könnte einen anderen Standort in der Nähe bekommen.

Weitere Neubauten entstehen auf einer Betonfläche am östlichen Rand des Grundstücks, für Läden und Gastronomie. Sie sind auch als mögliche Ausweichstandorte für die Bar Zum schmutzigen Hobby und die Urban Spree Galerie vorgesehen.

Das zweite Szenario sieht nicht so viele, aber höhere Häuser mit 14 Stockwerken nahe der Warschauer Straße vor. Das Astra-Gebäude bliebe stehen. Im Gegenzug würde das Gelände am östlichen Rand dichter bebaut.

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Die beiden Szenarien wollte die Kurth-Gruppe, die seit April 2015 Eigentümer ist, am Mittwochabend im Stadtentwicklungssausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg vorstellen.

Vereine sollen bleiben

Für das RAW-Gelände wollen Bezirksamt, die Unternehmensgruppe und ein weiterer Eigentümer einen Bebauungsplan entwickeln. Politischer Wunsch ist, dass die soziokulturellen Vereine bleiben können, dass das Gesamtensemble erhalten wird und dass Wohnungsbau unzulässig ist. In den Neubauten an der Warschauer Straße könnten Büros eingerichtet werden.

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Auch Fitnesscenter oder Yogastudio seien möglich, sagte Lauritz Kurth, Geschäftsführer der Kurth Immobilien GmbH. Im Erdgeschoss könnten Geschäfte und Gastronomie einziehen. Im Untergeschoss soll ein Markt für die Nahversorgung eingerichtet werden.

Verträge mit mehr als 40 Mietern abgeschlossen

Mit den Neubauten auf dem RAW-Gelände soll eine Geschossfläche von insgesamt 102.000 bis 125.000 Quadratmetern erreicht werden. Das ist etwa das Vier – bis Fünffache vom aktuellen Zustand. Doch dieser Bebauungsgrad sei notwendig, so Lauritz Kurth, damit das Gelände wirtschaftlich betrieben und gut genutzt werden könne. „Auf dem Gelände kann es nicht so bleiben, wie es ist“, so Lauritz Kurth. „Es verwahrlost, wenn man nichts macht.“

Die Strom- und Wasserversorgung sei eher provisorisch, die Wege müssten erneuert werden. Mehr als eine Million Euro müsse in die Infrastruktur investiert werden. Der Sicherheitsdienst und die Überwachungskameras auf dem Gelände kosten insgesamt etwa 85.000 Euro pro Monat.

Mehr als 40 Mietverträge für drei Jahre

Mehr als 40 Mietverträge seien mit ansässigen soziokulturellen Nutzern abgeschlossen worden, so der Unternehmer. Sie gelten für drei Jahre. Werden Miete und Nebenkosten im ersten halben Jahr pünktlich gezahlt, dann verlängert sich die Laufzeit auf fünf Jahre. Die Kaltmiete liege für diese Nutzer bei 3,85 Euro je Quadratmeter, so Kurth. Clubs wie das Astra haben einen Vertrag bis 2019. Sie zahlen Kurth zufolge eine marktübliche Miete. Noch nicht einig sei man sich mit der Five-O-Gmbh über die künftigen Mietkonditionen für das Gelände mit Club Cassiopeia, Biergarten, der Skater-Halle und dem Kletterkegel. Der derzeitige Vertrag läuft bis Mitte 2020.

Derzeit wird ein Runder Tisch vorbereitet, an dem Eigentümer und Mieter teilnehmen, und bei dem es um die Mietverträge geht. Er soll im Herbst tagen. Einige Einrichtungen und Vereine auf dem RAW-Gelände, haben sich zu einer Entwicklungsgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie fordern, dass die Ergebnisse des Runden Tisches abgewartet werden, bevor die Planung für das Gelände vorangetrieben wird.