Rigaer Strasse

"Beinahe tägliche Gewohnheit" - So reagieren die Anwohner

In der Rigaer Straße 94 stehen die Bauarbeiter noch immer unter Polizeischutz. Indes sympathisieren viele Anwohner mit den Bewohnern.

Anwohner haben Transparente an den Fenstern befestigt

Anwohner haben Transparente an den Fenstern befestigt

Foto: Steffen Pletl

Auch am zweiten Tag eines Polizeieinsatzes an der Rigaer Straße 94 ist es bislang zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Eine Werkstatt und eine Kneipe der linksextremen Szene waren am Mittwoch im Auftrag der Hausverwaltung geräumt worden. 300 Polizisten schützten rund um das von Autonomen bewohnte Haus Nummer 94 laufende Bauarbeiten. Diese werden am heutigen Donnerstag weitergeführt.

Auch die Anwohner nehmen es gelassen. "Das gehört hier an der Rigaer Straße beinahe zur täglichen Gewohnheit", sagt eine junge Frau, an deren Seite ein Kleinkind neugierig in Richtung der Polizisten schaut.

Die von der Polizei errichteten Straßensperren bestehen noch immer. Bauarbeiter stehen unter Polizeischutz und tragen weiter allerlei Gerümpel aus dem Haus an der Rigaer Straße 94. Sie verladen den Müll in einen riesigen Container.

Randale in der Nacht

Indes verändert hat sich die Fassade des Hauses. Seit Mittwochabend hängen zusätzliche Plakate. "Gegen Rassismus und Verdrängung", heißt es auf einem

In der Nacht waren im Stadtgebiet mehrere Autos in Flammen aufgegangen. Auch Bankgebäude standen im Visier der Täter. „Festnahmen gab es zunächst nicht“, sagte ein Sprecher der Polizei am Morgen.

Ob die Straftaten in Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz in der Rigaer Straße stehen, war zunächst nicht völlig klar, es wird aber vermutet.

An Bankfilialen in der Beusselstraße und am Halleschen Ufer wurden Fensterscheiben eingeworfen. Die Täter hinterließen an einer Bank Schriftzüge wie „Love R 94“ und „Hate Cops“, wie die Polizei mitteilte. Mit „R 94“ könnte das Haus in der Rigaer Straße gemeint sein.

Das Gebäude stand bereits im Januar im Mittelpunkt eines umstrittenen Polizei-Großeinsatzes mit 550 Beamten.

In dem Gebiet gab es in den vergangenen Jahren immer wieder gewalttätige Aktionen der linksextremistischen Szene - etwa Farbbeutel- und Steinwürfe sowie Brandstiftungen.