Baustelle Berlin

Der Ernst-Reuter-Platz wird zum Wohnquartier

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Isabell Jürgens
Neubauwohnungen werden im wachsenden Berlin dringend gebraucht

Neubauwohnungen werden im wachsenden Berlin dringend gebraucht

Foto: Daniel Naupold / dpa

Mehr als 550 Wohnungen entstehen in mehreren Projekten an der Otto-Suhr-Allee. Das „Carré Charlotte“ ist bereits so gut wie fertig.

Als Standort der Technischen Universität (TU) ist der verkehrsumtoste Ernst-Reuter-Platz den meisten Berlinern ein Begriff. Als Wohnadresse dagegen dürfte er vielen unbekannt sein. Zwar nicht direkt am Verkehrskreisel, doch lediglich ein paar Meter eingerückt an der Otto-Suhr-Allee, sind derzeit jedoch gleich mehrere Wohnensembles im Bau. Eines davon, das „Carré Charlotte“ mit insgesamt rund 300 Wohnungen, feierte am Mittwoch die Fertigstellung des letzten Bauabschnitts.

80 Prozent der Wohnungen bereits bezogen

Noch gehen in dem Haus an der Otto-Suhr-Allee 26 zwar die Bauarbeiter ein und aus. „Aber 80 Prozent der Wohnungen sind bereits bezogen“, sagt Bauherr Christoph Gröner, dessen CG Gruppe den Gebäudekomplex errichtet hat. Nach eigenen Angaben hat der Unternehmer 60 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Zur Eröffnung des letzten Bauabschnittes hatte die CG Gruppe am Mittwoch zur Besichtigung eingeladen. 2012 hatten die Arbeiten begonnen, in die auch leer stehende Altbauten einbezogen wurden. Herzstück der Wohnanlage ist ein ehemaliges, unter Denkmalschutz stehendes Druckereigebäude aus rotem Backstein, um das herum die Wohnhöfe entstanden sind. Mit vorgesetzten Balkonen versehen, sind zudem auch in der alten Druckerei neue Wohnungen entstanden. Die Mietpreise, so der Bauherr, liegen je nach Lage und Ausstattung der Wohnung zwischen zwölf und 15 Euro je Quadratmeter.

Das nächste Bauvorhaben am Standort ist bereits in Planung

Gröner, der unter anderem mit dem Land Berlin auch um die Übernahme und Entwicklung der alten Bürohochhäuser Steglitzer Kreisel und Kreuzberger Postscheckamt verhandelt, hat sich auch am Ernst-Reuter-Platz noch ein weiteres Bauvorhaben gesichert. In unmittelbarer Nachbarschaft, an der Fraunhofer Straße 28, sollen bereits im Herbst dieses Jahres die Bagger anrollen. „Residenz am Ernst-Reuter-Platz“, hat Gröner das Wohnprojekt genannt. Entstehen sollen in dem siebengeschossigen, hufeisenförmig geschwungenen Neubau weitere 153 Mietwohnungen.

Die CG Gruppe ist nicht der einzige Wohnungsbauer am Ernst-Reuter-Platz. Unmittelbar neben dem Carré Charlotte bauen die Profi Partner AG des Berliner Investors Dirk Germandi und die Grundstein GmbH einen Neubau mit 42 Eigentumswohnungen. Das neue Gebäude liegt unmittelbar hinter dem denkmalgeschützten Ottilie-von-Hansemann-Haus (Otto-Suhr-Allee 18/20).

In diesem Altbau, der 1914 für studierende Frauen errichtet wurde, bauen die Projektpartner zudem 66 weitere Eigentumswohnungen, die wie der Neubau im November dieses Jahres ihren Eigentümern übergeben werden sollen, wie Sprecherin Britta Berger mitteilte. Das Investitionsvolumen für beide Gebäude wird mit 48 Millionen Euro angegeben.