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Erster Entwurf für Bowie-Gedenktafel erntet viel Kritik

Kulturstaatssekretär Tim Renner hat auf Facebook den ersten Entwurf gepostet und zur Diskussion aufgerufen. Dem folgen viele.

So sind der erste Entwurf aus, den Staatssekretär Tim Renner veröffentlichte

So sind der erste Entwurf aus, den Staatssekretär Tim Renner veröffentlichte

Foto: BM

Berlins Staatssekretär für Kultur, Tim Renner, hat am Mittwochabend auf seiner Facebookseite einen ersten Entwurf für eine Gedenktafel für den im Januar 2016 verstorbenen Sänger David Bowie veröffentlicht. Ganz davon überzeugt zeigt sich der Politiker allerdings nicht, denn er leitet seinen Post mit "Hmmm" ein, bittet dann "die Schwarmintelligenz" um "Änderungsvorschläge". Von wem dieser Entwurf stammt, wird nicht mitgeteilt. Dem Vernehmen nach soll er aus der Verwaltung kommen.

Mehr als 200 User haben den Entwurf bis Donnerstagvormittag kommentiert. Dabei überwiegt Kritik am Text und der grafischen Gestaltung. Zu wenig Emotion, zu viel Text, so lässt sich die Resonanz im Netz zusammenfassen.

Gespottet wird auch über das falsch geschriebene Wort "Triologie", richtig ist "Trilogie". Einige belassen es bei Bemerkungen wie "Das ist unterirdisch !!!", "dieser Entwurf ist leider wahnsinnig hässlich und sieht billig aus" oder "das ist auf so vielen ebenen schlecht. unwürdig. nochmal komplett neu, bitte". Martin Z. schreibt: "Wir haben 2016! Wie lieblos ist das denn gestaltet. Vom Text ganz zu schweigen."

Stephanie B. kommentiert: "Sieht aus wie das Schild eines Immobilienmaklers, der eine Krankengymnastikpraxis übernommen hat." Und Lego P. wundert sich auch über das Sponsoring durch den Energieversorger Gasag: "Das klingt wie ein mittelmäßiger Schulaufsatz eines Sechstklässlers. GASAG muss weg – das wird die Stadt doch wohl noch alleine wuppen, also finanziell." Hintergrund ist hier jedoch, dass es ein einheitliches Erscheinungsbild bei dem von der Gasag geförderten Gedenktafelprogramm gibt.

Diskutiert wird auch über den Schrifttyp, soll es nun Comic Sans, Arial oder eine andere sein. Hauptkritikpunkt ist aber natürlich der Text. "Der Popkünstler streichen, Name, Lebensdaten lassen, Rest streichen", schlägt Dieter G. vor. Frank H. kommentiert: "Der Popkünstler klingt banal - bitte weg damit. Bei einem Mann dieses Kalibers muss man nicht erklären, WAS er war..." Weniger ist mehr, meint auch Amos S.: "Einfach nur: hier lebte david bowie. keine gebrauchsanweisung. und wenn schon, dann zumindest zweisprachig..." Viele wollen höchsten noch die Lebensdaten dazu vermerkt haben.

Gedenktafel soll im August 2016 enthüllt werden

Tim Renner war mit der Resonanz zufrieden: „Die Vielzahl der Likes haben uns bestätigt, dass ein riesiges, öffentliches Bedürfnis nach einer Gedenktafel für David Bowie in Berlin besteht. Und die große Resonanz zeigt, dass diese Art der Partizipation im Netz zu interessanten und sehr guten Lösungsvorschlägen führen kann“, hieß es am Donnerstagnachmittag Welche Variante er bevorzugt, ließ Renner nicht durchblicken, aber die „vielen hilfreichen Hinweise“ sollen nun in die „Gestaltung der Tafel einfließen“.

In welcher Form auch immer: Kommen soll die Gedenktafel auf jeden Fall. "An die Hauptstraße. 155 schrauben wir das am 17. oder 22. August", schreibt der Staatssekretär auf Facebook. Dort hatte der Künstler von 1976 an ein paar Jahre lang gewohnt.

Bowie war im Januar mit 69 Jahren überraschend an Krebs gestorben. Der Sänger hatte in den 1970er-Jahren in Berlin gelebt und dort unter anderem sein Platte „Heroes“ aufgenommen.