Tierschutz

Peta fordert Beschlagnahme von Berliner Zirkuselefantin Maya

Das Tier des Circus Busch sorgte bereits mehrmals für Schlagzeilen. Jetzt schreitet die Tierrechtsorganisation Peta ein.

Elefantendame Maya lebt jetzt auch noch allein im Zirkus

Elefantendame Maya lebt jetzt auch noch allein im Zirkus

Foto: Aktionsbündnis Tiere

Herdentier in Einzelhaft: Die zwei Elefanten Maya und Nanda des Circus Busch sorgten in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen in Berlin. So wurde bei einem „Freigang“ im April 2016 der Bahnverkehr in Pankow gestört. Zudem berichteten Passanten wiederholt von freilaufenden Elefanten.

Nach Angaben der Tierrechtsorganisation Peta wurde nun in der vergangenen Woche eines der beiden Tiere – die fast blinde Nanda – vom Zirkus in den Zoo Karlsruhe abgeschoben, weil sie für Manegenauftritte nicht mehr fit genug war.

Der soziale Kontakt zu Artgenossen zählt laut Peta bei Elefanten jedoch zu den elementarsten Bedürfnissen. Laut den behördlichen Richtlinien, den „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“, herausgegeben vom Bundesagrarministerium, dürfen weibliche Elefanten nicht einzeln gehalten werden. Die Tierrechtsorganisation hat daher jetzt Anzeige beim Lichtenberger Veterinäramt gegen die Zirkus-Verantwortlichen erstattet und die Herausnahme von Maya aus dem Zirkus gefordert. Das teilte Peta am Dienstag mit.

Elefant stellt ein Sicherheitsrisiko dar

Neben der Tierschutzproblematik stelle der Elefant auch ein Sicherheitsrisiko dar, heißt es weiter. Maya leide in Folge der Bedingungen im Zirkus an „schweren Verhaltensstereotypien“. In diesem Zusammenhang erinnert Peta daran, dass vor einem Jahr ein einzeln gehaltener Elefant mit ebenfalls schweren Verhaltensstörungen im baden-württembergischen Buchen einen 65 Jahre alten Passanten getötet hatte..

Peta hat der Berliner Behörde auch eine Vermittlung der Elefantendame Maya in einen ausgewählten Zoo angeboten.

„Der soziale Kontakt zu Artgenossen ist das Wichtigste im Leben eines Elefanten. Dass der Zirkus die eng verbundenen Maya und Nanda getrennt hat, zeugt von der Rücksichtslosigkeit der Verantwortlichen. Wenn ihnen das Wohl der Tiere wirklich am Herzen läge, hätten sie beide Tiere gemeinsam in einen Zoo gegeben“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Angeblich plane der Zirkus eine Zusammenführung mit einem anderen Elefanten. Allerdings werde kein Zeitplan genannt. Es sei jedoch fraglich, ob Maya überhaupt einen fremden Elefanten in ihrer Nähe dulde. Außerdem äußert Peta Zweifel an Absichtserklärungen in der Zirkusbranche. „Ankündigungen werden erfahrungsgemäß oftmals nicht umgesetzt“, heißt es.

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