Nahverkehr

Die BVG richtet neue Linien bei Bussen und Trams ein

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Jens Anker
Die BVG weitet ab April ihr Angebot aus

Die BVG weitet ab April ihr Angebot aus

Foto: ddp / ddp/DDP

Ab April bietet die BVG 3,5 Millionen Kilometer pro Jahr zusätzlich an. Die TXL-Busse fahren ab Sonntag öfter zum Flughafen Tegel.

Berlin. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) weiten ihr Angebot bei Bussen und Straßenbahnen aus und reagieren damit auf das anhaltende Bevölkerungswachstum der Stadt. Ab kommendem Sonntag, 3. April, gibt es Verbesserungen auf mehreren Linien. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen legen nach BVG-Angaben dann im Vergleich zu vor zwei Jahren 3,5 Millionen Kilometer pro Jahr zusätzlich zurück. Das entspricht der jährlichen Verkehrsleistung von Jena.

So können sich die Fahrgäste und Anwohner in Schmargendorf über eine bessere Anbindung zur U-Bahn, Stadtbahn und der Ringbahn freuen. Die neue Buslinie 310 verstärkt die Buslinien 110 und 249 in der Woche von sieben bis zehn Uhr und von 13 bis 19 Uhr alle 20 Minuten. Die Linie fährt vom U-Bahnhof Blissestraße über Uhlandstraße, Breite Straße, Paulsborner Straße und Stuttgarter Platz zum S-Bahnhof Charlottenburg. „Der Bus kreuzt durch den Kiez und verbindet damit drei U-Bahn- und zwei S-Bahnstationen“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Dienstag. Zusammen mit den Verkehrsplanern der Verkehrsverwaltung habe die BVG nach Verbesserungen der Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr gesucht.

Aufgrund der steigenden Nachfrage baut die BVG deshalb auch das Angebot zum Flughafen Tegel deutlich aus. Nicht nur Fluggäste, sondern auch Mitarbeiter des Flughafens profitieren laut BVG vom dichteren Takt und den längeren Betriebszeiten. Die Linien TXL und X9 starten früher und erreichen den Flughafen Tegel schon um 3.30 Uhr (X9) beziehungsweise 4.07 Uhr (TXL). Beide Linien bieten schon um diese Zeit einen Zehn-Minuten-Takt. Die Verdichtung ist das Ergebnis veränderter Arbeitsbedingungen auf dem Flughafen, so die BVG. Wegen erhöhter Sicherheitsanforderungen müssen die Passagiere immer früher eintreffen, sodass sich auch die Arbeitszeiten der Mitarbeiter geändert haben.

Allerdings wird die Haltestelle Kleiner Tiergarten nicht mehr durch den TXL bedient, dafür wird die Haltestelle Invalidenpark angesteuert. Auf der regulären Buslinie 109 zum Flughafen Tegel wird der Zehn-Minuten-Takt bis 23 Uhr verlängert.

Auch in Spandau kommt es zu neuen Routenführungen. Von Montag an kommt der Bus 139 in der Woche von sechs bis neun Uhr und von 13 bis 18 Uhr zwischen den U-Bahn-Stationen Paulstern- und Werderstraße alle zehn Minuten. Durch die veränderte Linienführung der Buslinie verläuft diese nun über Wohlrabedamm und Siemensdamm anstatt wie bisher über Wernerwerkdamm und Quellweg. Die Haltestelle Wernerwerkdamm entfällt. Dafür kommen die Haltestellen Wohlrabedamm/Rohrdamm, Wohlrabedamm Mitte und U-Bahnhof Siemensdamm hinzu. Dadurch werde die Siemensstadt vor allem für Arbeitnehmer besser mit den Spandauer Gewerbegebieten verbunden.

Bessere Verbindungenzu U- und S-Bahnen

„Wir wollen die Buslinien besser an den Schienenverkehr anbinden“, sagte BVG-Sprecherin Reetz. Ziel sei es, das vielschichtige System des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin besser zu verknüpfen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Neben den neuen Routen sind ab April auch dichtere Taktzahlen für zahlreiche Linien geplant. So verkehren die Buslinien M27, 112, 136, 165, 187, 271 und 277 ab dem 3. April häufiger als bisher. Auch die Straßenbahnlinien M4, M6, M8 und M10 profitieren von dem Wachstumsprogramm der BVG und fahren wieder öfter. Aufgrund von Personalmangel hatte die BVG die Taktzahlen bei der Straßenbahn in der Vergangenheit gesenkt.

Die M4, M6 und M10 fahren sonnabends künftig wieder alle fünf Minuten. Zusätzlich verkehrt auch die M8 in der Woche im Berufsverkehr wieder alle fünf Minuten zwischen Ahrensfelde/Stadtgrenze und Landsberger Allee/Petersburger Straße. Von Mahlsdorf-Süd zur Rahnsdorfer Straße wird die Straßenbahnlinie 63 verlängert. Dadurch sind die Wohngebiete von Mahlsdorf-Süd mit den Linien 62 und 63 im Zehn-Minuten-Takt an Köpenick angebunden. „Das ist eine deutliche Verbesserung für die Menschen, die da wohnen“, sagte Reetz. Seite 2