Unfall in der City West

So schildert der Unfallfahrer den Crash am Tauentzien

Im Gespräch mit der Morgenpost erzählt der 21 Jahre alte Unfallfahrer Edy George M. seine Sicht auf den schweren Unfall am Tauentzien.

Der Unfallwagen am Wittenbergplatz. Ein Taxi hatte den Fahrer gestoppt

Der Unfallwagen am Wittenbergplatz. Ein Taxi hatte den Fahrer gestoppt

Foto: schroeder

Edy George M. tue es leid um die Frau, die er am Mittwochabend gegen 22 Uhr mit seinem Auto angefahren und verletzt hat, sagt er im Gespräch mit der Berliner Morgenpost am Donnerstagnachmittag.

"Ich habe an der Ampel gestanden, und als sie auf Grün umgesprungen ist, bin ich losgefahren", schildert der aus Rumänien stammende 21 Jahre alte Mann seine Sicht der Dinge. Plötzlich sei eine Frau von links gekommen und direkt vor sein Auto gelaufen.

"Ich bin unüberlegt einfach weitergefahren"

Im nächsten Augenblick sei seine Windschutzscheibe voller Blumen gewesenen, die die Frau offenbar in einer Einkaufstasche bei sich getragen hatte. "Ich habe einen derartigen Schock bekommen, dass ich unüberlegt einfach weitergefahren bin", sagt er weiter. An der nächsten Ampel, etwa 100 Meter entfernt, habe ihn ein Taxifahrer überholt und sich quer mit seinem Wagen vor sein Auto gestellt.

Er selber habe weder Alkohol getrunken noch Drogen genommen, sagt M. Am Abend sei er mit dem Wagen unterwegs gewesen, um der Chefin seiner Freundin zu helfen. Er sollte Wasser, Cola und Sekt in ein anderes Geschäft am Stuttgarter Platz bringen. Auf dem Weg zurück sei dann der Unfall passiert.

Zu seinem Unglück habe er auch noch sein Handy vergessen. Und nachdem er sich nach mehreren Stunden Abwesenheit noch immer nicht bei der Chefin seiner Freundin gemeldet hatte, habe sie bereits Schlimmes geahnt. Sie habe dann die Polizei angerufen und davon erfahren, dass ihr Auto in einen Unfall verwickelt war.

Taxifahrer stoppte Unfallwagen

Die 35-Jährige war am Mittwochabend gegen 22 Uhr von einem Mercedes-Geländewagen am Wittenbergplatz angefahren und schwer verletzt worden, als sie die Straße von der Mittelinsel über den Fußgängerüberweg Richtung KaDeWe überqueren wollte. Der Unfallfahrer flüchtete zunächst vom Unfallort.

Ein Taxifahrer, der mit zwei Fahrgästen auf dem Tauentzien unterwegs war und den Unfall beobachtet hatte, verfolgte daraufhin den Mercedes.

Einige hundert Meter vom Unfallort entfernt gelang es dem Fahrer, das Fluchtfahrzeug auszubremsen und sich schräg vor den Mercedes zu setzen.

Bei der Verfolgung wurde der Taxifahrer aus einem Zivilfahrzeug der Polizei heraus geblitzt, wie sich später herausstellte wurden 69 Stundenkilometer gemessen.

Polizist zieht Waffe

Die Fahrgäste des Taxifahrers sollen dann zum mobilen Blitzer gelaufen sein und den Polizeimitarbeiter darum gebeten haben den Unfallflüchtigen festzunehmen.

Nach Informationen der Morgenpost hat der Angestellte der Verkehrsüberwachung den 21-Jährigen mit gezogener Pistole dazu aufgefordert , das Fahrzeug zu verlassen. Anschließend legte der Polizeimitarbeiter dem Unfallflüchtigen Handschellen an und übergab ihn Polizeibeamten, die zur Verstärkung eintrafen.

Derzeit ist nach Angaben der Polizei noch nicht klar, ob die Frau möglicherweise die Straße bei Rot überquerte. Ebenso sei unklar, ob der Unfallflüchtige eine grüne Ampel hatte. Ein Atemalkoholtest war nach Angaben der Polizei negativ.

Die Frau erlitt nach Polizeiangaben mehrere Knochenbrüche und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Tauentzien war während der Unfallaufnahme für mehrere Stunden gesperrt.

Straßenrennen endete tödlich

In unmittelbarer Nähe hatte es in der Nacht zum 1. Februar einen tödlichen Unfall gegeben, als sich zwei junge Männer ein Straßenrennen lieferten. Seitdem hat die Polizei ihre Verkehrskontrollen verstärkt.

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