Nahverkehr

Der U-Bahnhof Ullsteinstraße muss saniert werden

Berlins U-Bahn gehörten zu den ältesten in der Welt. Doch bei den jüngeren Anlagen wächst der Sanierungsbedarf

Der U-Bahnhof Ullsteinstraße in Tempelhof muss saniert werden. Die Fugen sowie die Außendichtung der Station an der Linie U6 (Alt Tegel – Alt Mariendorf) sind stellenweise undicht. Auch die darüber liegende Stubenrauchbrücke muss instand gesetzt werden, antwortete Senatsbaudirektorin Regula Lüscher jetzt auf eine parlamentarische Anfrage der Piraten. Es handele um eine „normale Alterung“ des von 1961 bis 1966 gebauten Bahnhofs

Sanierung frühestens in drei Jahren

Eine Grundsanierung der Station ist von der BVG allerdings erst ab 2019 geplant. „Sie ist nicht unser größtes Sorgenkind“, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Wegen seiner Lage sei der Bahnhof zudem baulich einer der kompliziertesten im Berliner U-Bahnnetz. Die Baumaßnahme müsse mit der gleichfalls geplanten Sanierung der Stubenrauchbrücke koordiniert werden. Bei einer Prüfung im Jahr 2015 war die Brücke mit der Zustandsnote 2,9 bewertet worden. „Eine Grundinstandsetzung wird daher mittelfristig empfohlen“, so Senatsbaudirektorin Lüscher.

Ungewöhnliche Konstruktion

Um den Teltowkanal zu überqueren, wählte U-Bahn-Architekt Rainer G. Rümmler eine für Berlin ungewöhnliche Konstruktion: Die U-Bahn nutzt eine Hälfte der zwischen Tempelhofer und Mariendorfer Damm über den Kanal führenden, für die U-Bahn neu gebaute Stubenrauchbrücke. Der U-Bahnhof liegt innerhalb des in Stahlbeton ausgeführten Brücken-Hohlkörpers in Unterpflasterlage unter der östlichen Fahrspur der Brücke, die deshalb deutlich höher liegt als die westliche Fahrspur.

Hoher Instandhaltungsbedarf

Der Bahnhof Ullsteinstraße ist nur eine von vielen Stellen in dem rund 146 Kilometer langen Netz der Berliner U-Bahn, an denen eindringendes Wasser teilweise schweren Schaden angerichtet hat. Die Probleme haben sich in den letzten Jahren zudem erheblich vergrößert. Denn immer mehr schwere Lastkraftwagen rollen über Berlins Straßen, und deren Erschütterungen führen dazu, dass die Abdichtung der oft nur einen Meter unter der Straße liegenden U-Bahntunnel Risse und Brüche bekommt. Verschärft hat sich die Situation durch den schlechten Zustand vieler Fahrbahndecken. Durch die zahlreichen Risse und Schlaglöcher fließt das Wasser nicht mehr in die Kanalisation ab, sondern sickert in den Untergrund ein, wo auch die U-Bahnschächte liegen.

Eine Bestandsaufnahme der BVG hat ergeben, dass für das zu einem erheblichen Teil noch vor dem Ersten Weltkrieg und in der Zeit der Weimarer Republik gebaute Berliner U-Bahnnetz ein Instandhaltungsbedarf von rund 800 Millionen Euro besteht. Etwa 200 Millionen Euro sind bereits investiert worden, etwa in die Erneuerung der Viaduktstrecke an der Schönhauser Allee oder die Sanierung des wichtigen U-Bahnhofs Gleisdreieck.