Unfallstatistik 2015

Wo Fahrradfahrer und Fußgänger in Berlin gefährlich leben

137.713 Mal krachte es 2015 auf Berlins Straßen - das sind 377 Unfälle pro Tag. Tödlich endeten die Unfälle für 48 Menschen.

Berlins Straßen hat es 2015 mehr Unfälle gegeben als im Jahr zuvor. Allerdings kamen dabei weniger Menschen ums Leben, wie Innen-Staatssekretär Bernd Krömer am Freitag in Berlin sagte. Demnach stieg die Zahl der Unfälle um rund 3,8 Prozent auf 137.713 - das entspricht etwa 377 Unfällen am Tag. Tödlich endeten sie für 48 Menschen - nach 52 im Vorjahr.

Besonders häufig kamen Fußgänger und Radfahrer ums Leben. Im bundesweiten Vergleich starben in Berlin jedoch vergleichsweise wenige Menschen im Straßenverkehr. Die meisten Todesfälle gab es in weniger dicht bebauten Bundesländern wie Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Die Unfallschwerpunkte in Berlin sind dabei klar definierbar. Der Unfallschwerpunkt Berlins ist der Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg mit 444 Unfällen. Darauf folgt der Kreuzungsbereich Schlesisches Tor mit 372 Karambolagen im vergangenen Jahr. Am Großen Stern ereigneten sich 275 Unfälle. Dicht darauf folgt der Jakob-Kaiser-Platz (256).

Schwerpunkt ist der Alexanderplatz

Bei Unfällen, bei denen Menschen verletzt wurden, liegt die Kreuzung Osloer Straße/ Prinzenallee im Ortsteil Gesundbrunnen. Hier wurden im vergangenen Jahr 33 Verkehrsunfälle mit Personenschaden gezählt. Vier Menschen wurden dabei schwer verletzt, 48 leicht.

Dahinter folgt der Große Stern in Tiergarten mit 31 Unfällen, fünf Schwer- und 30 Leichtverletzten, der Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg (28 Unfälle, drei Schwer-, 28 Leichtverletzte), die Ecke Alexanderstraße/Grunerstraße in Mitte (22 Unfälle, vier Schwer-, 23 Leichtverletzte), der direkt angrenzende Bereich Otto-Braun-Straße/ Alexanderstraße/ Karl-Marx-Allee (21 Unfälle, zwei Schwer-, 28 Leichtverletzte).

Außerdem gehören der Bereich Hasenheide/Hermannstraße in Neukölln, der Bereich Alexanderstraße/ Karl-Liebknecht-Straße/ Memhardtstraße in Mitte, der Bereich An der Urania/ Kleiststraße/ Lietzenburger Straße/ Martin-Luther-Straße in Schöneberg, die Kreuzung am Frankfurter Tor und die Otto-Braun-Straße Ecke Mollstraße zu den Top Ten. Insgesamt liegen damit gleich vier der zehn größten Unfallschwerpunkte rund um den Alexanderplatz.

Ganz ähnlich ist es bei Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt waren - auch liegt die das Gebiet rund um dem Alexanderplatz vorn. Zu den Schwerpunkten zählen hier ebenfalls die Alexanderstraße Ecke Grunerstraße (15 Radfahrer beteiligt), der Bereich Otto-Braun-Straße, Alexanderstraße, Karl-Marx-Allee (20 Radfahrer beteiligt) und die Kreuzung Otto-Braun-Straße/ Mollstraße (16 beteiligte Radfahrer).

Für Radfahrer besonders gefährlich ist es außerdem an der Bachstraße Ecke Straße des 17. Juni in Tiergarten, Fennstraße Ecke Tegeler Straße in Wedding, der Bereich rund um das Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie der Moritzplatz in Kreuzberg.

Gewerkschaft bemängelt fehlendes Personal

Für Fußgänger ist es ebenfalls rund um den Alexanderplatz gefährlich - auch hier passierten besonders viele Unfälle, an denen Passanten leicht oder schwer verletzt wurden. Dazu kommen die Kreuzung Müllerstraße/Seestraße in Wedding, die Kreuzung Brunsbüttler Damm/Klosterstraße in Spandau der Bereich rund um das Kottbusser Tor und auch die Kreuzung Adlergestell/Rudower Chaussee in Adlershof.

Die Polizeigewerkschaft GdP sieht die gestiegenen Unfallzahlen auch mit einem Personalmangel bei der Polizei begründet. "Das sind so viele Unfälle wie zuletzt 2001 und die Zahlen werden weiter steigen, weil der Polizei Personal fehlt, um nachhaltig für Sicherheit auf den Straßen zu sorgen", teilte die GdP am Freitag mit.

300.000 mal "blitzte" es in Berlin

„Es ist erfreulich, dass die durch Alkohol und Raserei bedingten Unfälle weniger geworden sind. Gerade die Ergebnisse an den stationären Anlagen zeigen aber deutlich, wie rücksichtslos sich im Straßenverkehr verhalten wird und wie oft die Verkehrsregeln missachtet werden“, sagte die GdP-Landesvorsitzende Kerstin Philipp. Allein an diesen Anlagen wurden mehr als 270.000 Geschwindigkeits- und mehr als 30.000 Rotlichtverstöße registriert.