Tiergarten

Vier brennende und 24 demolierte Autos am Gleisdreieck

Noch unbekannte Täter setzten am Gleisdreieck Autos in Flammen und errichteten brennende Barrikaden. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Am Park am Gleisdreieck sind in der Nacht zum Sonnabend mehrere Autos in Brand gesetzt worden. Um kurz nach ein Uhr riefen Anwohner in Tiergarten die Polizei, sie hatten 20-40 maskierte Menschen mit Fahrrädern gesehen, die randalierend durch die Flottwellstraße zogen. Ab Einmündung Lützowstraße bis hinein in die Pohlstraße hinterließen sie ihre zerstörerische Spur.

In der Flottwellstraße zündeten die Unbekannten zwei Warnbaken an und errichteten so brennende Barrikaden. Dann setzten sie vier hintereinanderstehende, geparkte Autos in Flammen. Danach demolierten sie 24 weitere Autos und warfen Scheiben von Geschäften und Wohnhäusern ein.Noch bevor die Polizei am Tatort eintraf, flüchteten die Kriminellen mit ihren Fahrrädern über die Pohlstraße in die Parkanlage Gleisdreieck. Die Feuerwehr löschte die Brände.

Bei den Autos handelt es sich vor allem um Wagen aus dem Luxussegment, unter anderem waren die Marken Mercedes und BMW dabei, mehrere Limousinen auch SUVs. Anwohner zeigten sich am Sonnabend schockiert. "Es war eine laute und chaotische Nacht", sagt einer. Insgesamt herrsche unter Nachbarn großes Kopfschütteln.

Menschen kamen, nach bisherigen Erkenntnissen, jedoch nicht zu Schaden. Der Polizeiliche Staatschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Am Mittag wurde auf einer linksgerichteten Internetseite ein Bekennerschreiben veröffentlicht.

An der Flottwellstraße ist in den vergangenen Jahren ein neues Stadtquartier entstanden, darunter viele Häuser mit Eigentumswohnungen. Die Kaufpreise für die Eigentumswohnungen lagen zum Richtfest vor im Sommer 2014 bei 3200 Euro pro Quadratmeter aufwärts.

Am heutigen Sonnabend findet ab 16 Uhr eine Demonstration linker und linksradikaler Gruppen in Friedrichshain statt. Grund ist der Polizeieinsatz in der Rigaer Straße vor gut drei Wochen. Beobachter rechnen mit Demonstranten aus vielen Teilen Deutschlands und befürchten Gewaltausbrüche. Am Wochenende versammelt sich in Berlin zudem die globalisierungskritische "Blockupy"-Bewegung zu einem Kongress.

Zu einem eventuellen Zusammenhang mit der Randale am Gleisdreieck wollte sich die Polizei am Vormittag nicht äußern.

SPD-Chef Jan Stöß reagierte "erschüttert" auf die Gewalttaten: „Ich bin erschüttert, ein ganzer Straßenzug wurde verwüstet. Die Menschen in der Flottwellstraße haben einen Anspruch darauf, dass dem mit aller Entschiedenheit nachgegangen wird und die Gewalttäter dingfest gemacht werden.“

„Das dümmliche Bekennerschreiben offenbart eine kindische Weltsicht und macht sich auch noch über die Opfer lustig. Dass die Täter es offenbar witzig finden, sich als Sozialdemokraten auszugeben, macht den ganzen Irrsinn dieser Taten deutlich.“